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				<title>Beschreibung des Niederlausitzer Sorbentums – Das Sorbentum im Spremberger Kreis – Die
					Gemeinde Buckow</title>
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				<edition>
					<title>Arnošt Muka – Statistik der Lausitzer Sorben 1886</title>
				</edition>
				<respStmt>
					<persName>Robert Lorenz</persName>
					<resp>Übersetzer und Herausgeber</resp>
				</respStmt>
			</editionStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Sorbisches Institut, Bautzen</authority>
			</publicationStmt>
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				<bibl>Statistika łužiskich Serbow / Ernst Muka. Budyšin 1884–86</bibl>
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				<pb n=""/>
				<head>XL. Die Gemeinde <placeName key="ed_byd_pnn_z2b">Buckow</placeName>.</head>
				<p>Zur Buckower Gemeinde gehören die Dörfer: <placeName key="ed_byd_pnn_z2b">Bukow</placeName>
					(Groß-Buckow), <placeName key="ed_itr_xnn_z2b">Bukojc</placeName>
					(Klein-Buckow), <placeName key="ed_x3j_f4n_z2b">Běła</placeName> (Byhlow).</p>
				<p> Alle drei Dörfer sind noch <rs type="term" key="ed_obb_yrh_v2b">völlig sorbisch</rs>, die
					sorbische <rs type="term" key="ed_kbv_vyh_v2b">Predigt</rs> endete aber mit dem
					Tod des Herrn <rs type="term" key="ed_pl4_zvz_52b">Pfarrers</rs> Rychtaŕ (†
					1869). Herr Pfarrer Swora aus <placeName key="ed_hwg_v14_v2b">Großräschen</placeName>, der sich nach ihm um diese Stelle bewarb, erhielt
					sie angeblich nicht, weil er Sorbe war (?); man wählte einen <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutschen</rs>. Franke, der, da er Polnisch verstand,
					den <rs type="term" key="ed_fnt_3dt_w2b">Konfirmanden</rs> zumindest Bibelverse
					und <rs type="term" key="ed_ijp_jlh_v2b">Kirchenlieder</rs> auf Sorbisch zu
					lernen aufgab, lernte und <rs type="term" key="ed_kbv_vyh_v2b">predigte</rs>
					selbst aber nicht sorbisch. Rychtaŕ predigte noch jeden Sonntag sorbisch und
					deutsch, jetzt aber kommt nur dreimal im Jahr der Geistliche aus dem
					benachbarten <placeName key="ed_sk3_1l4_v2b">Stradow</placeName> nach <placeName key="ed_byd_pnn_z2b">Buckow</placeName>, um die </p>
				<pb n=""/>
				<p>sorbische <rs type="term" key="ed_l5t_bcp_v2b">Beichte</rs> abzuhalten, zu der sich stets
					über 100 Menschen einfinden. </p>
				<p> Die <rs type="term" key="ed_phq_hmh_v2b">evangelischen</rs>
					<rs type="term" key="ed_pl4_zvz_52b">Pfarrer</rs> in <placeName key="ed_byd_pnn_z2b">Buckow</placeName> waren: 1) Lazan seit 1570; 2)
					Praetorius 1671-1706; 3) Fischer 1706, verzog nach <placeName key="ed_jpp_gy1_v2b">Drebkau</placeName>; 4) Kołoźej 1706-34; 5) Dürre
					1734-72; 6) Gallus-Kokoš 1772-74; 7) Krygaŕ 1774-79; 8) Alberty 1779-81; 9)
					Dalica 1781-89; 10) Becker 1789-1803 †; 11) Křesćan Ellis 1803-24, weggegangen
					nach <placeName key="ed_hpn_t2m_z2b">Hornow</placeName>; 12) Kubica 1824-42 †;
					13) Schadow 1842-52, gebürtig aus <placeName key="ed_pbj_wpn_z2b">Müschen</placeName>, ist noch Pfarrer in <placeName key="ed_qh3_5ng_z2b">Döbern</placeName>; 14) Nowka 1852-60, gebürtig aus <placeName key="ed_lhc_bqn_z2b">Kasel</placeName> bei <placeName key="ed_txd_334_v2b">Cottbus</placeName>, erster Redakteur des Brandenburgischen Wendischen
					Boten, † in <placeName key="ed_onp_x4b_x2b">Luckau</placeName> 1863; 15) kand.
					Lehmann 1860-62 als Vikar, jetzt Pfarrer in <placeName key="ed_zzq_2bm_z2b">Groß-Luja</placeName>; 16) Rychtaŕ 1862-69, aus <placeName key="ed_k51_yn2_z2b">Wüst-Drewitz</placeName> bei <placeName key="ed_lnb_lnf_x2b">Peitz</placeName>, † hier; 17) Dr. Franke 1870-77,
					gebürtiger <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutscher</rs> aus Jehofen in
					Thüringen, †; 18) Schulz 1878-83, gebürtiger <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutscher</rs> aus Rothmühle bei Wittstock,
					weitergezogen; 19) Bockhaus, seit 1884, aus Pommern.</p>
				<p> Zu Rychtaŕs Zeiten durften die <rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Schulkinder</rs> den <rs type="term" key="ed_zy1_x2g_x2b">Katechismus</rs> noch auf Sorbisch lernen!
						<rs type="term" key="ed_pl4_zvz_52b">Pfarrer</rs> Sch. ist angeblich einmal
					in die <rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schule</rs> gekommen und verbat den
						<rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Kindern</rs> offen und streng,
					untereinander sorbisch zu sprechen. Trotz alldem ist der <rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs> Pjatar, der selbst nichts Sorbisches <rs type="term" key="ed_prd_5dj_w2b">unterrichtet</rs>, doch noch oft in den
					höheren Klassen gezwungen, bei den Unterweisungen die sorbische <rs type="term" key="ed_agp_nxh_v2b">Sprache</rs> zu Hilfe zu nehmen, denn es sind unter den
					kleinen Schulkindern noch immer einige rein sorbisch („stockwendisch“; im
					Original deutsch, R.L.); der zweite <rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs>, der diese kleinen Kinder zu unterweisen hat, ist <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutscher</rs>! Die Haussprache ist in der
					gesamten Gemeinde nur das Sorbische, und von verschiedener Seite wurde mir
					bestätigt, dass viele der Alten und Älteren „noch gar kein Deutsch
					verstehen“.</p>
				<p>
					<placeName key="ed_byd_pnn_z2b">Buckow</placeName> hat 663 Einwohner, unter
					ihnen 26 gebürtige <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutsche</rs> (der <rs type="term" key="ed_yyb_s4h_v2b">Rittergutsbesitzer</rs> mit der Familie,
					das <rs type="term" key="ed_rl2_jvj_w2b">Gesinde</rs>, <rs type="term" key="ed_rfk_rz1_v2b">Arbeiter</rs>, der 1. und 2. <rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs>, der <rs type="term" key="ed_olr_d1b_v2b">Wirt</rs>), von denen 6-8 etwas Sorbisch verstehen; hier spricht jung und
					alt nur Sorbisch. </p>
				<p> Die Trinker in der <rs type="term" key="ed_bh1_rz1_v2b">Schenke</rs> und die kleinen <rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Kinder</rs> auf dem Anger vergnügten sich
					auf Sorbisch. Eine Frau sagte mir: „Die <rs type="term" key="ed_bjt_xhg_x2b">Spinte</rs> ist nur sorbisch, die <rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schule</rs> nur deutsch! Die Mädchen singen die Osterlieder nur sorbisch;
					beim <rs type="term" key="ed_l35_5fk_w2b">Begräbnis</rs>
					<note place="mBottom" hand="#author">Es ist in verschiedenen niedersorbischen
						Dörfern wichtig zu erwähnen, dass die erwachsenen <rs type="term" key="ed_qcv_qnh_v2b">Mädchen</rs>, die auf ihren <rs type="term" key="ed_bjt_xhg_x2b">Spinnstuben</rs> einen Schutzbund (eine
						Korporation) bilden, bei Leichenzügen vor dem Sarg her schreiten und anstatt
						oder neben den Schulkindern die Begräbnislieder singen.</note> haben die
					Mädchen auch immer sorbisch gesungen, jetzt mit diesem <rs type="term" key="ed_pl4_zvz_52b">Pfarrer</rs> wird aber alles deutsch gesungen.“ </p>
				<pb n=""/>
				<p>
                    <placeName key="ed_itr_xnn_z2b">Klein-Buckow</placeName> hat 250 Einwohner, und zwar alles
					Sorben; 10 Personen sind „stockwendisch“ [im Original deutsch; R.L.], was in
					unserer Sprache heißt, dass sie Deutsch überhaupt nicht verstehen. Auch die
					erwachsene Jugend, welche sich in der <placeName key="ed_ckp_tws_52b">Niederlausitz</placeName> oft etwas ziert, spricht nur sorbisch, denn die
					jungen <rs type="term" key="ed_qcv_qnh_v2b">Mädchen</rs> können beinahe ohne
					Ausnahme und die jungen Burschen auch zum Teil nicht deutsch reden. </p>
				<p> In <placeName key="ed_x3j_f4n_z2b">Byhlow</placeName> (223 Einwohner) sind alle Einwohner
					sorbisch, nur der fremde Besitzer der neu errichteten <rs type="term" key="ed_owl_lv1_v2b">Mühle</rs> und <rs type="term" key="ed_enr_1mh_v2b">Pappenfabrik</rs> mit einigen <rs type="term" key="ed_ovm_nwh_v2b">fremden</rs>
					<rs type="term" key="ed_rfk_rz1_v2b">Arbeitern</rs> darin und der <rs type="term" key="ed_olr_d1b_v2b">Schankwirt</rs>, in Summe 10-15 Leute,
					gehören der deutschen <rs type="term" key="ed_c2s_mvz_52b">Nationalität</rs> an.
					– Der <placeName key="ed_olt_tjn_z2b">Wolkenberger</placeName>
					<rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs> beehrte die <placeName key="ed_byd_pnn_z2b">Buckower</placeName> Gemeinde mit dem Prädikat
					„stockwendisch“! [im Original deutsch; R.L.]</p>
				<pb n=""/>
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