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				<title>Statistik der Oberlausitzer Sorben des Königreichs Preußen – Beschreibung der
					preußisch-oberlausitzischen Sorben</title>
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				<edition>
					<title>Arnošt Muka – Statistik der Lausitzer Sorben 1886</title>
				</edition>
				<respStmt>
					<persName>Robert Lorenz</persName>
					<resp>Übersetzer und Herausgeber</resp>
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			<publicationStmt>
				<authority>Sorbisches Institut, Bautzen</authority>
			</publicationStmt>
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				<bibl>Statistika łužiskich Serbow / Ernst Muka. Budyšin 1884–86</bibl>
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			<pb n=""/>
			<head>B. Beschreibung der <orgName key="ed_rxd_4p5_sfb">preußisch-oberlausitzischen</orgName>
				Sorben.</head>
			<p>(Aus dem Jahre 1884.)</p>
			<p>Die höchste <rs type="term" key="ed_scm_njk_w2b">religiöse</rs> Instanz der
				preußisch-oberlausitzischen Sorben ist das Königliche Konsistorium für die Provinz
				Schlesien in <placeName key="ed_rfb_cl2_z2b">Breslau</placeName>, dessen derzeitiger
				Vorsitzender der <rs type="term" key="ed_v3z_4zh_v2b">Generalsuperintendent</rs> Dr.
				Erdmann ist, die höchste schulische Instanz ist die Königliche Regierung in
					<placeName key="ed_scy_cz5_sfb">Liegnitz</placeName>, in der die schulischen
				Angelegenheiten der bekannte Gegner des <rs type="term" key="ed_xhw_5rh_v2b">Sorbentums</rs> Schulrat Bock unter sich hat. Das sorbische Land ist in 3
				Superintendenturen aufgeteilt, in die <placeName key="ed_gc1_kkh_v2b">Hoyerswerdaer</placeName>, <placeName key="ed_ycm_dt5_sfb">Rothenburger</placeName> I. und Rothenburger II., die jeweils denselben Umfang
				haben wie im Jahre 1848 (vergl. Jakub, Sorbische Oberlausitz). Damals und noch für
				viele Jahre danach waren, wie dies notwendig und billig im Sorbischen ist, ohne
				Schaden für das Land alle 3 <rs type="term" key="ed_v3z_4zh_v2b">Superintendenten</rs> und wohl auch alle <rs type="term" key="ed_jbf_tz5_sfb">Schulinspektoren</rs>
			</p>
			<pb n=""/>
			<p>sorbisch, heutigentags ist jedoch zum Schaden für die Sorben einzig der <rs type="term" key="ed_v3z_4zh_v2b">Superintendent</rs> und <rs type="term" key="ed_jbf_tz5_sfb">Kreisschulinspektor</rs> der Hoyerswerdaer Gegend,
				Primarius Kuring in <placeName key="ed_gc1_kkh_v2b">Hoyerswerda</placeName> noch
				sorbisch, die anderen hingegen sind <rs type="term" key="ed_tmp_xbn_sfb">gebürtige</rs>
				<rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutsche</rs>, die Sorbisch nicht verstehen,
				und dies für <placeName key="ed_ycm_dt5_sfb">Rothenburg</placeName> I.
				Superintendent und Kreisschulinspektor <rs type="term" key="ed_pl4_zvz_52b">Pfarrer</rs> Holscher in <placeName key="ed_hjf_51v_sfb">Horka</placeName>, für
				Rothenburg II. Superintendent <rs type="term" key="ed_pl4_zvz_52b">Pfarrer</rs>
				Wendt in <placeName key="ed_ylm_wzg_z2b">Cibelle</placeName> und Kreisschulinspektor
					<rs type="term" key="ed_pl4_zvz_52b">Pfarrer</rs> Williger in <placeName key="ed_xsm_gbv_sfb">Cosel</placeName>. </p>
			<p> Die einzige <rs type="term" key="ed_vth_hmh_v2b">katholische</rs> Gemeinde unter den <rs type="term" key="ed_pp1_jxd_z2b">preußischen</rs> Sorben ist die <placeName key="ed_zp3_pvj_w2b">Wittichenauer</placeName>; sie steht unter der Kirchhoheit
				des <rs type="term" key="ed_d2v_4bv_sfb">Erzbischofs</rs> Dr. Herzog in <placeName key="ed_rfb_cl2_z2b">Breslau</placeName> und ihre katholischen <rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schulen</rs> unter der Oberaufsicht des katholischen <rs type="term" key="ed_jbf_tz5_sfb">Kreisschulinspektors</rs> Pfarrer Willinich in
					<placeName key="ed_vqj_1cv_sfb">Marklissa</placeName> bei <placeName key="ed_cx5_wbv_sfb">Lauban</placeName>. </p>
			<p> Die <rs type="term" key="ed_hw2_dcv_sfb">altlutherische</rs> Gemeinde in <placeName key="ed_jdj_hcv_sfb">Weigersdorf</placeName> mit der Filiale in <placeName key="ed_lzw_jcv_sfb">Klitten</placeName> gehört zur altlutherischen
				Superintendentur in <placeName key="ed_ch5_scv_sfb">Rothenburg an der
					Oder</placeName>, ihre <rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schule</rs> jedoch
				zum Kreisschulinspektor in <placeName key="ed_hjf_51v_sfb">Horka</placeName>. </p>
			<p> Die Kollaturen der Pfarreien und Schulen sind beinahe alle noch die gleichen wie im Jahre
				1848 (vergl. Jakub, Sorbische Oberlausitz); wenn irgendwo eine Veränderung eintrat,
				erwähne ich dies gesondert in der Beschreibung. </p>
			<p> Wo es in den Gemeinden sorbische Geistliche gibt, wird sorbisch <rs type="term" key="ed_kbv_vyh_v2b">gepredigt</rs>, wenn man auch in einigen die sorbische <rs type="term" key="ed_ech_ztm_sfb">Nationalität</rs> als Aschenbrödel ansieht. Aus
				den sorbischen <rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schulen</rs> aber wurde nach dem
				Jahre 1873 der sorbische <rs type="term" key="ed_prd_5dj_w2b">Unterricht</rs> bis in
				die allerneueste Zeit zumeist gänzlich ausgestoßen und verbannt – verschiedene
				ausführliche Berichte und Beschwerden darüber führe ich weiter unten an – in vielen
				war er vollends unmöglich, da dort schlicht deutschsprachige <rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs> angestellt waren; nur in einigen haben die
				sorbischen <rs type="term" key="ed_oj3_twj_w2b">Eltern</rs> durch Anfragen usw.
				sorbischen Unterricht zumindest in <rs type="term" key="ed_scm_njk_w2b">Religion</rs> erzwungen, in einigen anderen haben gewissenhafte Lehrer selbst
				bemerkt, dass rein deutscher Unterricht den Sorben Unrecht tut und ihnen selbst
				Schwierigkeiten macht, in vielen jedoch steht man noch heute zur genehmen Sitte der
				gewaltsamen <rs type="term" key="ed_vxb_rvz_52b">Verdeutschung</rs> und es ist nicht
				absehbar, wann eine Rückkehr zum Besseren geschehen soll. Von der Zeit des Schulrats
				Stolzenburg bis zum Jahre 1873 hatten die Kinder in den sorbischen Schulen gute
				sorbische Lesebücher (ein kleineres und größeres), eine gute sorbische biblische
				Geschichte und weitere notwendige sorbische Bücher – keines von ihnen zum
				geistlichen Schaden; - heute hat man dort, wenn überhaupt, einzig eine sorbische <rs type="term" key="ed_yp3_bfg_x2b">Bibel</rs>, ein sorbisches <rs type="term" key="ed_i2l_tdg_x2b">Gesangbuch</rs> und den sorbischen <rs type="term" key="ed_zy1_x2g_x2b">Katechismus</rs> – <rs type="term" key="ed_vth_hmh_v2b">katholisch</rs> nur den sorbischen</p>
			<pb n=""/>
			<p>
				<rs type="term" key="ed_zy1_x2g_x2b">Katechismus</rs> – mit dem die Kinder, wo dies
				überhaupt geschieht, auch sorbisch lesen lernen. </p>
			<p> Die Auflistung der Geistlichen jeder Gemeinde, aus denen ich sie bekommen konnte, habe ich
				nur ab dem Jahre 1750 angegeben, da alle, die es bis zu dieser Zeit waren, bereits
				ausführlich in dem Buch niedergeschrieben sind: Kurzer Entwurf einer
				oberlausitzisch-wendischen Kirchenhistorie. Lehrernamen habe ich angegeben, so viele
				ich in Erfahrung bringen konnte. </p>
			<p> Da sich auch in der Dorfgemeinschaft und in der <rs type="term" key="ed_b5m_fbb_v2b">Volkstracht</rs> ein großer Teil des <rs type="term" key="ed_c2s_mvz_52b">nationalen</rs> Lebens bekundet, habe ich über beide stets gesondert und
				umfangreich gesprochen.</p>
			<p> Schließlich habe ich bei jeder Gemeinde die <rs type="term" key="ed_kl4_vvd_rfb">Familiennamen</rs> der Sorben und die Namen der Dorförtlichkeiten und -<rs type="term" key="ed_qdm_22v_sfb">liegenschaften</rs> nach Möglichkeit vollzählig
				niedergeschrieben, da ich meine, dass sie bereits für sich selbst für manchen von
				Interesse sein werden, vor allem die Familien; mit ihnen lässt sich erkennen, welche
				verschiedenen Familienbezeichnungen unter den Sorben gebräuchlich sind, aus vielen,
				wie kläglich sie <rs type="term" key="ed_vxb_rvz_52b">verdeutscht</rs> oder
				verballhornt sind, aus verschiedenen, wie verbreitet dieses oder jenes sorbische
				Geschlecht ist; an erster Stelle aber sollen sie als Material für weitere
				sprachwissenschaftliche Untersuchungen dienen.</p>
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