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    <teiHeader>
        <fileDesc>
			<titleStmt>
				<title>Statistik der Sorben des Königreichs Sachsen – Beschreibung der sächsischen Sorben –
					Evangelisch-lutherische Gemeinden – Bautzener sorbische Gemeinde St. Michael
					(Stadt Bautzen)</title>
			</titleStmt>
			<editionStmt>
				<edition>
					<title>Arnošt Muka – Statistik der Lausitzer Sorben 1886</title>
				</edition>
				<respStmt>
					<persName>Robert Lorenz</persName>
					<resp>Übersetzer und Herausgeber</resp>
				</respStmt>
			</editionStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Sorbisches Institut, Bautzen</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Statistika łužiskich Serbow / Ernst Muka. Budyšin 1884–86</bibl>
			</sourceDesc>
        </fileDesc>
    </teiHeader>
    <text>
		<body>
			<pb n=""/>
		
			<head>
				<hi rend="italic">A. <rs type="term" key="ed_phq_hmh_v2b">Evangelisch-lutherische</rs> Gemeinden.</hi>
            </head>
			
			<head>I. (9. 10. 31.) <note place="mBottom" hand="#author">Bei der Beschreibung der einzelnen
					Gemeinden habe ich die Reihenfolge eingehalten, wie sie in Jakubs „Sorbische
					Oberlausitz“ zu finden ist; in Klammern stehen die Zahlen der Reihenfolge der
					Gemeinden in meiner Berechnung.</note>
				<placeName key="ed_nmm_db3_v2b">Bautzener</placeName> sorbische Gemeinde St.
				Michael. (Stadt Bautzen.)</head>
			<p>Zur Geschichte: Mitschke, W., Geschichte der Kirchengemeinde zu St. Michael in Budissin. 1817.
				– In die Gemeinde St. Michael sind 28 Dörfer eingepfarrt: 1) <placeName key="ed_vm2_fgw_5fb">Bobolca</placeName> (Boblitz) und Nowa Bobolca
				(Neuboblitz), 2) <placeName key="ed_oyc_w4v_xfb">Bórk</placeName> (Burk), 3)
					<placeName key="ed_ebk_dpv_xfb">Bozankecy</placeName> (Basankwitz), 4)
					<placeName key="ed_a1w_gpv_xfb">Brězow</placeName> (Blösa), 5) <placeName key="ed_c1q_kpv_xfb">Cyžecy</placeName> (Zieschütz), 6) <placeName key="ed_bpc_qpv_xfb">Ćemjercy</placeName> (zum Teil, deutsch Temritz), 7)
					<placeName key="ed_ysj_vpv_xfb">Ćichońca</placeName> (Teichnitz) und Nowa
				Ćichońca (Neuteichnitz), 8) <placeName key="ed_l5m_zpv_xfb">Delnja Kina</placeName>
				mit Kralowy Młyn (Niederkaina mit Königsmühle), 9) <placeName key="ed_obg_kqv_xfb">Dobruša</placeName> (auch Dobruš, Doberschau*) <note place="mBottom" hand="#author">Das Sternchen bedeutet „meißnisches“ Dorf.</note>
				, 10) <placeName key="ed_wkj_brv_xfb">Hněwsecy</placeName> (zum Teil, Nimschütz),
				11) <placeName key="ed_edw_hrv_xfb">Hornja Kina</placeName> (Oberkaina), 12)
					<placeName key="ed_tm5_mrv_xfb">Jaseńca</placeName> (Jessnitz a. Gebirge), 13)
					<placeName key="ed_v2p_bv4_5fb">Jeńkecy</placeName> (Jenkwitz) und Nowe Jeńkecy
				(Neujenkwitz), 14) <placeName key="ed_ejc_z5v_xfb">Lubuchow</placeName> (auch
				Libochow <note place="mBottom" hand="#author">Was die Namensdeutung sorbischer
					Dörfer anbelangt, vergl.: <persName key="ed_m1h_xvs_52b">Schmaler</persName>,
					Die slavischen Ortsnamen der Oberlausitz und ihre Bedeutung. Bautzen 1867;
					weiter die Aufsätze in den „Bautzener Nachrichten“ 1871, Nr. 234-265 unter der
					Überschrift: „Wendische Dörfer“.</note>, Lubachau), 15) <placeName key="ed_srl_hvv_xfb">Małsecy</placeName> (Malsitz) und Nowe Małsecy
				(Neumalsitz), 16) <placeName key="ed_ub4_mvv_xfb">Nadźanecy</placeName> (Nadelwitz),
				17) <placeName key="ed_vt2_qvv_xfb">Přišecy</placeName> (Preuschwitz), 18)
					<placeName key="ed_pyh_5vv_xfb">Rabocy</placeName> (Rabitz), 19) <placeName key="ed_jzg_zvv_xfb">Ratarjecy</placeName> (Rattwitz), 20) <placeName key="ed_btj_dwv_xfb">Sćijecy</placeName> (Stiebitz), 21) <placeName key="ed_mlg_rfd_vfb">Torońca</placeName> (Daranitz), 22) <placeName key="ed_tbz_3wv_xfb">Třělany</placeName> (Strehla), 23) <placeName key="ed_zft_pwv_xfb">Mały Wjelkow-Wjes</placeName> (Kleinwelka, Dorf), 24)
					<placeName key="ed_dw5_5wv_xfb">Wulki Wjelkow</placeName> (Grosswelka), 25)
					<placeName key="ed_ycm_1xv_xfb">Wownjow</placeName> (auch Hownjow, Oehna), 26)
					<placeName key="ed_nmt_dxv_xfb">Wuricy</placeName> (Auritz), 27) <placeName key="ed_qjz_hxv_xfb">Zawidow</placeName> (umgangssprachlich Zajdow,
				Klein-Seidau), 28) <placeName key="ed_gxb_qxv_xfb">Židow mit Podhrodem und
					Smolicy</placeName> (Seidau, Unterm Schloss und Schmole), 29) <placeName key="ed_c22_yxv_xfb">Zrěšin</placeName> (Rieschen). – Ad sacra zugewiesen sind
				die evang.-luth. Sorben aus sieben Dörfern der Bautzener <rs type="term" key="ed_vth_hmh_v2b">katholischen</rs> sorbischen Gemeinde: 1) aus <placeName key="ed_wkj_brv_xfb">Nimschütz</placeName>, 2) aus <placeName key="ed_cts_2yv_xfb">Grubschütz</placeName>, 3) aus <placeName key="ed_tfj_gyv_xfb">Grubditz</placeName>, 4) aus <placeName key="ed_idg_myv_xfb">Cölln</placeName>, 5) aus <placeName key="ed_eby_tyv_xfb">Soculahora</placeName>, 6) aus <placeName key="ed_v4v_yyv_xfb">Salzenforst</placeName>, 7) aus <placeName key="ed_vbc_fzv_xfb">Singwitz</placeName>. – Aus Anhänglichkeit gehen zur sorbischen <rs type="term" key="ed_ojz_jlh_v2b">Messe</rs> in der Michaeliskirche zumeist die evangelischen
				Sorben aus der Stadt <placeName key="ed_nmm_db3_v2b">Bautzen</placeName>. </p>
			<p> Die <rs type="term" key="ed_v4v_5lh_v2b">Stadt</rs>
				<placeName key="ed_nmm_db3_v2b">Budyšin</placeName> (Bautzen) hatte um 1800 unter
				etwa 9000 Einwohnern bis zu einem Viertel Sorben und zu einem Fünftel Katholiken.
				Was die deutsche Benennung angeht, hieß diese Stadt lange Zeit offiziell Budissin,
				und nebenbei wurde von den Leuten die verfälschte Bezeichnung „Bautzen“ verwendet.
				Die erstere klang womöglich zu sehr sorbisch, daher wurde sie am 3. Juni 1868 mit
				ministeriellem Erlass beseitigt und der Name „Bautzen“ für gültig erklärt. </p>
			<pb n=""/>
			<p>
				<rs type="term" key="ed_vfm_ry1_v2b">Kirche</rs>: Bis zum Beginn dieses Jahrhunderts
				waren die <rs type="term" key="ed_mcz_hkh_v2b">Diakone</rs> an der deutschen
				Stadtkirche St. Petri wegen der sorbischen Stadtbürger, die zur
				Petrikirchen-Gemeinde zählten, stets sorbischer Herkunft und der sorbischen <rs type="term" key="ed_agp_nxh_v2b">Sprache</rs> mächtig; sie hatten die sorbische
					<rs type="term" key="ed_l5t_bcp_v2b">Beichte</rs> abzunehmen und das <rs type="term" key="ed_uw1_dzh_v2b">Abendmahl</rs> auf Sorbisch zu erteilen;
				sorbisch <rs type="term" key="ed_kbv_vyh_v2b">gepredigt</rs> wurde aber in der
				Petrikirche wohl bis auf den 1. Ostertag nicht, wenn nach altem Recht der Kaplan der
				sorbisch-katholischen Gemeinde mittags 12 Uhr im protestantischen Teil der Kirche
				eine sorbische Andacht hielt, was im Jahre 1847 aufhörte. Daher gingen die Sorben
				aus der Stadt größtenteils in die Michaeliskirche zur <rs type="term" key="ed_ojz_jlh_v2b">Messe</rs>, während einige <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutsche</rs> aus der dörflichen Michaelisgemeinde sich zur
				Petrikirche hielten und dort die <rs type="term" key="ed_qhp_wkh_v2b">Gottesdienste</rs> usw. besuchten, und dies umso lieber, als sich derjenige,
				der zur „großen“ Stadtkirche zur Messe ging (oder gehen durfte), für einen
				besonderen Menschen hielt. Andersherum wurde in der Michaelis- oder Wendischen
				Kirche immer nur sorbisch gepredigt und alle heiligen Handlungen wurden auf Sorbisch
				ausgeführt. – Am Beginn des 19. Jahrhunderts hörten die <rs type="term" key="ed_mcz_hkh_v2b">Diakone</rs> an der Petrikirche auf, Sorben zu sein, und so
				verfügte der Stadtrat, der über beide Kirchen die Kollatur besitzt, dass die
				sorbischen Bewohner aus der Stadt in sacris (bei der <rs type="term" key="ed_fbk_n3t_w2b">Kommunion</rs> usw.) vom Geistlichen der sorbischen
				Michaeliskirche zu versorgen seien (ja sie haben sogar gekaufte Plätze [Sitze] in
				dieser Kirche), während sie ihre Kirchensteuern weiter in die Kasse der Petrikirche
				entrichteten und entrichten; dafür wurden jedoch damals die deutschen Einwohner aus
				den Dörfern der Michaelisgemeinde in sacris der Stadtkirche St. Petri zugewiesen,
				wenn sie auch die Steuern weiter in die Kasse der Michaelisgemeinde abführten. Seit
				dem Jahre 1837 begann allerdings der Kampf gegen die ständige sorbische <rs type="term" key="ed_ojz_jlh_v2b">Messe</rs> in der sorbischen Kirche; damals
				wurde auf Verlangen einiger <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutscher</rs> aus
				der sorbischen Gemeinde bestimmt, dass in der Michaeliskirche für sie sechs Mal im
				Jahr eine deutsche <rs type="term" key="ed_l5t_bcp_v2b">Beichte</rs> ohne
				nachfolgende deutsche Messe gehalten werden soll. So blieb es bis zum Jahr 1849.
				Damals im Jahr des Wirrwarrs und des Streits zielten erneut einige Deutsche der
				Michaelisgemeinde unter der Leitung des deutsch-sorbischen Landtagsabgeordneten von
				B. – welchen die Sorben in den sächsischen Landtag gewählt hatten – auf die
				sorbischen <rs type="term" key="ed_qhp_wkh_v2b">Gottesdienste</rs>, und obwohl sie
				das Recht hatten, zur deutschen <rs type="term" key="ed_ojz_jlh_v2b">Messe</rs> in
				der Petrikirche zu </p>
			<pb n=""/>
			<p>gehen und dort meist auch gern hingingen, erreichten sie für sich, dass jeden Monat einmal ein
				ganzer deutscher Gottesdienst in der sorbischen Michaeliskirche gehalten werden
				muss; seit dieser Zeit gab es an jedem zweiten Sonntag im Monat die deutsche <rs type="term" key="ed_l5t_bcp_v2b">Beichte</rs> und deutsche <rs type="term" key="ed_ojz_jlh_v2b">Messe</rs> und erst danach die sorbische Messe, am zweiten
				Sonntag des darauffolgenden Monats jedoch nur die deutsche Messe zwischen der
				sorbischen Beichte und der sorbischen Messe (ähnlich wie in <placeName key="ed_lzw_jcv_sfb">Klitten</placeName>; die Sorben gehen in der Zwischenzeit
				meist auf einen Kaffee), und schließlich war noch an einem Bußfreitag früh die
				deutsche Beichte ohne deutsche Messe, also zuerst deutsche Beichte und danach
				sorbische Messe.</p>
			<p> Im Frühjahr 1884 hat man noch mehr deutsche <rs type="term" key="ed_qhp_wkh_v2b">Gottesdienste</rs> der sorbischen Michaeliskirche aufgenötigt und dies wie es
				scheint zum einen auf Antrag einiger unzufriedener <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutscher</rs>, zum anderen den Stadtbürgern zuliebe, weil
				damals in der Petrikirche wegen lang andauernder Reparaturen gerade keine
				Gottesdienste abgehalten werden konnten; die deutsche Petrigemeinde hatte jedoch
				dafür ihre deutschen Gottesdienste in der Taucher- und Maria-Martha-Kirche. So hielt
				man seit dem Frühjahr 1884 jeden Monat zweimal deutschen Gottesdienst, und zwar
				jeden zweiten Sonntag deutsche <rs type="term" key="ed_ojz_jlh_v2b">Messe</rs> mit
				deutscher <rs type="term" key="ed_l5t_bcp_v2b">Beichte</rs> vor der sorbischen Messe
				und an jedem vierten Sonntag nur deutsche Messe nach der sorbischen, weiterhin an
				jedem zweiten Tag der hohen Festtage ab 10 Uhr deutsche Messe nach der sorbischen;
				wenn allerdings der erste Feiertag auf den zweiten Sonntag des Monats fällt, dann
				ist der deutsche Gottesdienst vor dem sorbischen und am zweiten Feiertag gar keine
				deutsche Messe. Da man jetzt auch an jedem vierten Sonntag die deutsche Messe hält,
				gibt es an diesem Sonntag keine sorbischen Andachten mehr, die ansonsten stets von
				12 bis 1 am Mittag stattfinden. Allerdings ist diese neue Vermehrung der deutschen
				Gottesdienste nur auf Probe geschehen, und wenn sich erweist, dass am vierten
				Sonntag die deutsche Messe von den Deutschen weniger besucht wird, als es die
				sorbischen Andachten von den Sorben gewesen waren, sollen wieder sorbische Andachten
				gehalten und die deutsche Messe ausgelassen werden. Generell hält man diese
				mittägliche sorbische Messe oder die Andachten an jedem Sonntag und jedem Feiertag,
				wenn keine deutsche Messe ist. – Von den halben Feiertagen feiert man nur noch jeden
				dritten Tag der Festzeit und den Gründonnerstag mit einem sorbischen <rs type="term" key="ed_qhp_wkh_v2b">Gottesdienst</rs>, den Gründonnerstag mit einem deutschen
				und einem sorbischen. Deutsche Beichte ist jeden zweiten Sonntag im Monat, die
				sorbische jedoch an allen anderen Sonntagen und Festtagen mit Ausnahme der dritten
				Feiertage und außerdem am Gründonnerstag</p>
			<pb n=""/>
			<p>morgens vor der sorbischen <rs type="term" key="ed_ojz_jlh_v2b">Messe</rs>. – Es muss noch
				angemerkt werden, dass sich die Zahl der <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutschen</rs> in der Gemeinde in den letzten 100 Jahren nicht sehr vermehrt
				hat und dass die Deutschen weiterhin das Recht dazu haben, in die städtische
				Petrikirche zur Messe zu gehen, welche sehr viel Platz bietet und jetzt neu
				ausgebaut ist. Auch bedauerte ein Geistlicher diese Beschneidung der sorbischen <rs type="term" key="ed_qhp_wkh_v2b">Gottesdienste</rs> und verwies darauf, wie in
				der <placeName key="ed_nws_wd1_5fb">Kamenzer</placeName> wendischen Kirche seit der
				Zeit, als man den Sorben die sorbischen Gottesdienste kürzte, die Liebe zum
				Gotteshaus ebkühlte und die Zahl der Kirchgänger und zugleich auch die Zahl der
				Sorben stetig abnahm. </p>
			<p> Für die sorbischen Dörfer der Michaelisgemeinde, die das Recht haben, ihre Verstorbenen auf
				den beiden städtischen Friedhöfen Taucherfriedhof und Zum heiligen Geist (der
				letztere ist um 1860 aufgelöst worden) zu bestatten, ist im Jahr 1880 auf dem
				Taucher ein neuer großer Sonderkirchhof mit schöner Kapelle gegründet worden, und
				auch auf dem <placeName key="ed_gxb_qxv_xfb">Seidauer</placeName> Friedhof auf dem
				Protschenberg ist zur gleichen Zeit eine schöne, geräumige Kapelle errichtet worden.
				– Die sorbischen Gemeindeglieder der städtischen St. Petrigemeinde haben das Recht,
				wenn sie die sorbische <rs type="term" key="ed_fbk_n3t_w2b">Kommunion</rs> erhalten
				haben oder ihre Verstorbenen mit einer sorbischen Leichenpredigt usw. auf dem
				Taucher <rs type="term" key="ed_l35_5fk_w2b">bestatten</rs> wollen, hierfür einen
				sorbischen Geistlichen (Pfarrer oder Kaplan) der Michaelisgemeinde zu verlangen, was
				oft geschieht. – Die sorbischen <rs type="term" key="ed_fnt_3dt_w2b">Konfirmanden</rs> werden sorbisch, die deutschen deutsch unterrichtet. </p>
			<p> Geistliche an der sorbischen Kirche St. Michael waren seit dem Jahre 1767 <note place="mBottom" hand="#author">Wir geben hier überall nur die Fortsetzung zum
					Verzeichnis der sorbischen Geistlichen in Wencels Buch: Kurzer Entwurf einer
					oberl.-wend. Kirchenhistorie. Budissin 1767. </note>: a) <rs type="term" key="ed_pl4_zvz_52b">Pfarrer</rs>: 9) Michał Bjedrich Broda †1744, 10) M. Marćin
				Janaš, geb. 1721 in <placeName key="ed_lsp_s2w_xfb">Obergurig</placeName>, 1774 –
				1787 (†), 11) M. Jan Kubaš, 1779 – 1797, siehe unter Diakone, 12) Michał Hilbjenc
				†1816, siehe unter Diakone, 13) Bjedr. Wylem Mička 1817 – 26, siehe unter Diakone,
				14) Handrij Lubjenski 1827 – 31, siehe unter Diakone, 15) Ernst Bohuwěr Jakub, 1831
				– 1854, siehe unter <placeName key="ed_imw_vls_5fb">Neschwitz</placeName>, 16) Karl
				Božidar Wjacka, 1854 – 1882, siehe unter Diakone, 17) Dr. Karl August Kalich, seit
				1882, siehe unter <placeName key="ed_ozc_mk2_5fb">Uhyst</placeName>.</p>
			<list type="simple">
				<item>
                    <rs type="term" key="ed_mcz_hkh_v2b">Diakone</rs>: 4) Marćin Janaš 1755 – 74, siehe
						<placeName key="ed_mqs_gcb_vfb">Purschwitz</placeName>, 5) Jan Křesćan
					Herold, ٭1727 </item>
			</list>
			<p> in <placeName key="ed_rb5_dyd_5fb">Spreewitz</placeName>, zunächst <rs type="term" key="ed_pl4_zvz_52b">Pfarrer</rs> in <placeName key="ed_t2n_mk1_vfb">Collm</placeName> und <placeName key="ed_owl_vvh_v2b">Petershayn</placeName>,
				Diakon 1774 – 79 (†), 6) M. Jan Kubaš, vorher Pfarrer in Tschirne (?), 1779 – 87, 7)
				Michał Hilbjenc, ٭ 1758 in <placeName key="ed_oyc_w4v_xfb">Burk</placeName> bei
				Bautzen, 1787 – 97, 8) Jan Handrij Kapleŕ, zuvor Hilfsprediger von Pfarrer Kubaš, †
				1813, 9) Bjedr. Wylem Mička, ٭ 1789 in <placeName key="ed_dvx_y32_5fb">Reichwalde</placeName> im <rs type="term" key="ed_kw2_13b_x2b">Pfarrhaus</rs>,
				1814 – 17, Pfarrer – 1827, danach </p>
			<pb n=""/>
			<p>Pfarrer in <placeName key="ed_mqs_gcb_vfb">Purschwitz</placeName>, † 1839, 10) Handrij
				Lubjenski, ٭ 1790 in <placeName key="ed_wk2_g32_5fb">Rachlau</placeName> bei
				Bautzen, 1815 Städtischer Lehrer in Leipzig, 1817 – 27, danach Pfarrer 1827 – 31,
				Oberpfarrer an der Petrikirche – 1840, 11) Ernst Bohuwěr Jakub, 1827 – 31, 12)
				Hendr. Aug. Krygaŕ, 1832 – 41, siehe <placeName key="ed_hkb_5l2_5fb">Klix</placeName>, 13) Karl Božidar Wjacka, ٭ 1811 in <placeName key="ed_hcg_ngw_xfb">Kittlitz</placeName>, 1836 hier städtischer Lehrer, 1841 –
				54, danach Pfarrer, 1882 emeritiert und V.O.R.I., 14) Herman Julius Trautmann, ٭
				1815 in <placeName key="ed_db3_gb2_5fb">Baruth</placeName>, 1849 hier städtischer
				Lehrer, Diakon 1854 – 1858, 1858 Pfarrer in <placeName key="ed_mqs_gcb_vfb">Purschwitz</placeName>, 15) Jan Khorla Mróz, ٭ 1825 in <placeName key="ed_edr_k1d_rfb">Göda</placeName>, 1850 hier städtischer Lehrer, 1858 – 81,
				emeritiert, 16) Dr. Karl August Kalich, 1881, Pfarrer 1882, siehe <placeName key="ed_ozc_mk2_5fb">Uhyst</placeName>, 17) Handrij Měto, geboren in <placeName key="ed_gss_vhf_5fb">Weißig</placeName> bei Königswartha, 1883 – 1885, jetzt
				Pfarrer in <placeName key="ed_qfm_wgw_xfb">Gaußig</placeName>, 18) Jan Handrik, ٭
				1860 in <placeName key="ed_wbj_532_5fb">Kubschütz</placeName>, 1885 Diak. vik. </p>
			<p>
				<rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schule</rs>: a) Die <rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Kinder</rs> der sorbischen <rs type="term" key="ed_oj3_twj_w2b">Eltern</rs> aus der <rs type="term" key="ed_v4v_5lh_v2b">Stadt</rs> gehen in städtische Schulen, an denen stets mehr <rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs> sorbischer Herkunft sind; unterrichtet wird an
				diesen Schulen allerdings nichts auf Sorbisch; um das Jahr 1850 war es jedoch den
				sorbischen Eltern aus der Stadt erlaubt, ihre Kinder in die sorbische
				Michaelisschule zu geben; jetzt ist die Michaelis-Lehranstalt nur für die Kinder der
				Dörfer: 1, 7, 11, 16, 17, 19, 20, 22, und für die Kinder <rs type="term" key="ed_uv1_51b_v2b">armer</rs> Sorben aus der Stadt die Prentzelsche
				Stiftsschule, an der auch ein sorbischer Lehrer ist; ob in ihr wie zu Beginn im Jahr
				1865, als man dort eine sorbische Abteilung einrichtete, den sorbischen <rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Kindern</rs> noch <rs type="term" key="ed_scm_njk_w2b">Religion</rs> und Lesen auf Sorbisch beigebracht wird oder
				nicht, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. – In der sorbischen Michaelisschule
				wird täglich sorbisch und deutsch unterrichtet; Religion wird den sorbischen Kindern
				auf Sorbisch, den deutschen auf Deutsch erteilt, die Resultate der Unterweisung
				werden auf Deutsch erklärt. Alle anderen Fächer werden deutsch <rs type="term" key="ed_prd_5dj_w2b">unterrichtet</rs>, jedoch stets mit Hilfe des Sorbischen,
				wenn deutsche Ausdrücke unbekannt sind. Die sorbischen Kinder lesen in der 2. Klasse
				aus Bartkes Erstem Lesebuch und aus Bartkes Bibelgeschichte, in der 1. Klasse aus
				Bartkes Bibelgeschichte, aus dem sorbischen <rs type="term" key="ed_i2l_tdg_x2b">Gesangbuch</rs> und aus der sorbischen <rs type="term" key="ed_yp3_bfg_x2b">Bibel</rs>. – Sorbisch zu schreiben wird nicht gelehrt. </p>
			<p>
				<rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs>: Khorla Ernst Pjekaŕ, ٭ 1822 in
					<placeName key="ed_nmm_db3_v2b">Bautzen</placeName>, 1884 emeritiert; Jan August
				Kapleŕ, seit 1884, ٭ 12. Jun. 1851 in <placeName key="ed_ycm_1xv_xfb">Oehna</placeName>, 1872 Schulvikar in <placeName key="ed_wk2_g32_5fb">Rachlau</placeName>, 1875 Lehrer am Bautzener Waisenhaus. </p>
			<p> b) <rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schule</rs> in der <placeName key="ed_gxb_qxv_xfb">Seidau</placeName>: eingeschult sind die Seidau mit Schmole. 249 Kinder sind
				sorbisch und 205 deutsch. Die Schulsprache ist Deutsch. In der 1., 2., 7. und 8.
				Klasse wird überall dort sorbisch gesprochen, wo es das Verständnis verlangt; daher
				wird Sorbisch in allen Lektionen</p>
				<pb n=""/>
					<p>angewandt (von den beiden sorbischen Lehrern). <rs type="term" key="ed_scm_njk_w2b">Religion</rs> wird allgemein in beiden <rs type="term" key="ed_agp_nxh_v2b">Sprachen</rs> unterrichtet. Die sorbischen <rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Kinder</rs> lernen Sorbisch zu lesen, in der 8. Klasse mithilfe der
				Lesemaschine, in der 1. und 2. Klasse mit der <rs type="term" key="ed_yp3_bfg_x2b">Bibel</rs>, dem <rs type="term" key="ed_i2l_tdg_x2b">Gesangbuch</rs> und dem
				„Lehrbuch“. Sorbisch zu schreiben unterrichtet man in der 7. und 8. Klasse an der
				Tafel, in der 2. und besonders der 1. in Schreibbüchern, und in der letzteren
				schreibt man auch sorbische <rs type="term" key="ed_kbv_vyh_v2b">Predigten</rs> in
				besondere Hefte. Außerdem lehrt man freiwillig als Zusatz die Übersetzung der Bibel
				aus dem Deutschen ins Sorbische und andersherum (Wjela). In neuerer Zeit (1883)
				redete man davon, die Seidauer Schule unter städtische lokale Aufsicht zu stellen,
				was ein großer Schritt hin zu ihrer völligen <rs type="term" key="ed_vxb_rvz_52b">Verdeutschung</rs> wäre. </p>
					<p>
				<rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs>: 1) leitender Lehrer Jan Wjela seit
				1852, ٭ 7. Jan. 1822 in der <placeName key="ed_gxb_qxv_xfb">Seidau</placeName>, 1842
				Vikar und 1844 Lehrer in <placeName key="ed_oyc_w4v_xfb">Burk</placeName>, 1886
				Oberlehrer; zudem Lehrer der sorbischen Sprache am Bautzener <rs type="term" key="ed_jbq_n2v_xfb">Gymnasium</rs>; 2) zweiter Lehrer Gustav Max Kapleŕ, seit
				1874, ٭ 12. Nov. 1853 in Pötzschau bei Pirna; 3) dritter Lehrer Hugo Schmidt (<rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutscher</rs>), seit 1883; 4) Hilfslehrer
				(Deutscher)</p>
					<p> c) <rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schule</rs> in <placeName key="ed_eby_tyv_xfb">Soculahora</placeName>: In die Schule in Soculahora sind folgende Dörfer
				eingeschult: 12, 18, 21, 26, 29 und außerdem aus der Bautzener sorbisch-katholischen
				Gemeinde die lutherischen Kinder aus Soculahora und <placeName key="ed_tfj_gyv_xfb">Grubditz</placeName> und aus der <placeName key="ed_fmt_2wz_52b">Großpostwitzer</placeName> Gemeinde aus <placeName key="ed_nm1_3jw_xfb">Mehltheuer</placeName> und <placeName key="ed_nvl_mjw_xfb">Binnewitz</placeName>. – <rs type="term" key="ed_scm_njk_w2b">Religion</rs>
				wird auch sorbisch unterrichtet, die Realien auf Deutsch, wobei man für das
				Verständnis auch Sorbisch heranzieht. Sorbisch zu lesen lernen die <rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Kinder</rs> in der Woche eine Stunde aus dem <rs type="term" key="ed_i2l_tdg_x2b">Gesangbuch</rs>, sonst auch aus der
				Bibelgeschichte; oft wird aus der „Spěwna radosć“ sorbisch gesungen. Zum Erlernen
				des Sorbischschreibens genügt die Zeit nicht. </p>
					<p>
                <rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b"> Lehrer</rs>: Michał August Kral, seit 1864, ٭ 27.
				Sept. 1836 in <placeName key="ed_db3_gb2_5fb">Baruth</placeName>, 1838 Hilfslehrer
				in <placeName key="ed_hkb_5l2_5fb">Klix</placeName>. </p>
					<p> d) <rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schule</rs> in <placeName key="ed_oyc_w4v_xfb">Burk</placeName>: eingeschulte Dörfer: 2, 3, 8, 10, 15, 25. – Schule mit zwei
				Klassenstufen. In der 2. Klasse sind 47 sorbische und 8 deutsche Kinder; die
				deutschen verstehen aber auch gut Sorbisch und sprechen es zumeist auch. Man spricht
				hier meistens Sorbisch und mithilfe des Sorbischen wird Deutsch gelehrt. Das Erste
				Lesebuch ist das sorbisch-deutsche von Bartke, und die deutschen <rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Kinder</rs> lesen genauso gut Sorbisch mit, wie die
				sorbischen Deutsch. Die erste Abteilung dieser Klasse liest neben dem deutschen
				Lesebuch auch das sorbische. Vorgeschriebene Wörter und Verse müssen die Kinder
				bisweilen auch auf Sorbisch aufschreiben. – In der 1. Klasse sind 41 sorbische und 6
				deutsche Kinder; die deutschen können auch Sorbisch. Hier wird zumeist deutsch
				gesprochen; und was</p>
			<pb n=""/>
			<p>sie nicht verstehen, wird den Kindern mithilfe der <rs type="term" key="ed_g5n_jq4_v2b">Muttersprache</rs> erklärt. Die sorbischen Kinder lernen Sorbisch zu lesen und
				auch ein bisschen zu schreiben; die deutschen lesen auf Sorbisch mit; gelesen wird
				aus Jakubs Katechismus, aus Bartkes Bibelgeschichte, aus der <rs type="term" key="ed_yp3_bfg_x2b">Bibel</rs>, aus dem <rs type="term" key="ed_i2l_tdg_x2b">Gesangbuch</rs> und aus „Spěwna radosć“. Beim Lesen und Schreiben der
				lateinischen Schrift wird sorgfältig auf die Eigenheiten der neuen sorbischen
				Rechtschreibung geachtet. – </p>
			<p>
				<rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs>: Jan Borš, seit 1852, ٭ 5. Aug.
				1821 in <placeName key="ed_hyt_t3f_rfb">Königswartha</placeName>, 1843 dort
				Hilfslehrer, 1851 Lehrer in <placeName key="ed_q5p_3kw_xfb">Oppitz</placeName>. </p>
			<p> e) <rs type="term" key="ed_jff_vv1_v2b">Schule</rs> in <placeName key="ed_dw5_5wv_xfb">Großwelka</placeName>: eingeschulte Dörfer: 6, 14, 23, 24, 27 und zudem
					<placeName key="ed_idg_myv_xfb">Cölln</placeName>, <placeName key="ed_nch_5kw_xfb">Brösern</placeName>, <placeName key="ed_dy4_dlw_xfb">Schmochtitz</placeName>. Bei der Unterweisung der <rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Kinder</rs> wird je nach Bedarf mal Sorbisch und mal
				Deutsch geredet; <rs type="term" key="ed_scm_njk_w2b">Religion</rs> wird allgemein
				auf Sorbisch ausgelegt und wiederholt; die sorbischen Kinder lernen aus der <rs type="term" key="ed_yp3_bfg_x2b">Bibel</rs>, der Bibelgeschichte, dem <rs type="term" key="ed_zy1_x2g_x2b">Katechismus</rs> und dem <rs type="term" key="ed_i2l_tdg_x2b">Gesangbuch</rs> sorbisch zu lesen; Sorbisch wird nicht
				geschrieben. </p>
			<p>
				<rs type="term" key="ed_lwf_bx1_v2b">Lehrer</rs>: 1) Handrij Hejna († 1872), 2)
				Gustav Hermann Hilbrig, seit 1873, ٭ 7. März 1845 in <placeName key="ed_mqs_gcb_vfb">Purschwitz</placeName>, 1866 Hilfslehrer in <placeName key="ed_db3_gb2_5fb">Baruth</placeName>, 1868 Lehrer in <placeName key="ed_rnt_vlw_xfb">Gödlau</placeName> bei Kamenz.</p>
			<p> Einwohnerschaft: Alle Dörfer der Michaelisgemeinde sind entweder vollständig oder beinahe
				vollständig sorbisch, mit Ausnahme der <placeName key="ed_gxb_qxv_xfb">Seidau</placeName> und von <placeName key="ed_obg_kqv_xfb">Doberschau</placeName> und <placeName key="ed_ub4_mvv_xfb">Nadelwitz</placeName>; allerdings finden sich beinahe in allen entweder eine
				(in: <placeName key="ed_vm2_fgw_5fb">Boblitz</placeName>, <placeName key="ed_a1w_gpv_xfb">Blösa</placeName>, <placeName key="ed_ysj_vpv_xfb">Teichnitz</placeName>, <placeName key="ed_edw_hrv_xfb">Oberkaina</placeName>,
					<placeName key="ed_pyh_5vv_xfb">Rabitz</placeName>, <placeName key="ed_qjz_hxv_xfb">Klein-Seidau</placeName>, <placeName key="ed_eby_tyv_xfb">Soculahora</placeName>) oder mehrere (in <placeName key="ed_oyc_w4v_xfb">Burk</placeName> 4, <placeName key="ed_l5m_zpv_xfb">Niederkaina</placeName> 2,
					<placeName key="ed_v2p_bv4_5fb">Jenkwitz</placeName> 3, <placeName key="ed_ub4_mvv_xfb">Nadelwitz</placeName> 2, <placeName key="ed_zft_pwv_xfb">Kleinwelka</placeName> 4) <rs type="term" key="ed_cpd_srh_v2b">Mischfamilien</rs> (sorbisch-deutsch), in denen man meist Sorbisch und Deutsch
				spricht; die <rs type="term" key="ed_f32_zy1_v2b">Kinder</rs> aus solchen Ehen
				können alle gut Sorbisch. Deutsche <rs type="term" key="ed_p3z_krh_v2b">Familien</rs> haben: <placeName key="ed_vm2_fgw_5fb">Boblitz</placeName> 1,
					<placeName key="ed_oyc_w4v_xfb">Burk</placeName> 4, <placeName key="ed_l5m_zpv_xfb">Niederkaina</placeName> 4, <placeName key="ed_jzg_zvv_xfb">Rattwitz</placeName> 2. In der <placeName key="ed_gxb_qxv_xfb">Seidau</placeName> sind 98 <rs type="term" key="ed_cpd_srh_v2b">Mischfamilien</rs> (sorbisch-deutsch) und in <placeName key="ed_obg_kqv_xfb">Doberschau</placeName> 22. Von den 686 <rs type="term" key="ed_hzf_rv1_v2b">Deutschen</rs> der <placeName key="ed_gxb_qxv_xfb">Seidau</placeName> gehen
				ihrer 103 auf die Kreis-Werkstatt und Erziehungsanstalt, die zwischen der Seidau und
				Schmole auf Seidauer Boden liegt. – Auch wohnen auf einigen Dörfern zwischen den <rs type="term" key="ed_phq_hmh_v2b">lutherischen</rs>
				<rs type="term" key="ed_vth_hmh_v2b">katholische</rs> Sorben und dies in: <placeName key="ed_ebk_dpv_xfb">Basankwitz</placeName> 9, <placeName key="ed_ejc_z5v_xfb">Lubachau</placeName> 2, in der <placeName key="ed_gxb_qxv_xfb">Seidau</placeName> 211 (hier sind auch 21, die sich zur apostolischen Gemeinde
				bekennen). </p>
			<p> Zusatz. Die Kolonie <placeName key="ed_zft_pwv_xfb">Klein-Welka</placeName> wurde im
				vergangenen Jahrhundert bei dem sorbischen Dorf Kleinwelka von den <orgName key="ed_ep2_dnw_xfb">Herrnhuter Brüdern</orgName> gegründet, und es wurden in
				ihr damals und später auch Sorben mit gleicher religiöser Gesinnung aufgenommen,
				jetzt etwa an die 100 Seelen.</p>
			<pb n=""/>
			<p>Vor der Ankunft der <orgName key="ed_ep2_dnw_xfb">Herrnhuter</orgName> Brüder hatte dort am
				24. Juli 1745 ein gewisser Sorbe <persName key="ed_fvv_pnw_xfb">Matij Dołhi
					(Matthaeus Lange)</persName> im Geiste der Brüdergemeinde und nach dem Beispiel
				des <placeName key="ed_hkb_5l2_5fb">Klixer</placeName> wendischen Seminars, das 1736
				gegründet wurde (vergl. Čas. M. S. 1851/52, Seite 74), eine Anstalt zur Ausbildung
				junger Sorben gegründet, deren Protektion und Erhaltung wahrscheinlich Aug. Ad. von
				Bölow im Jahre 1752 auf sich nahm. Später ging das Seminar in die Hände der
				Herrnhuter Brüder über, die sich hier ansiedelten, und wurde rein deutsch. </p>
			<p>
				<rs type="term" key="ed_kl4_vvd_rfb">Familiennamen</rs>
				<note place="mBottom" hand="#author">Ich gebe unter dieser Überschrift nur die
					sorbischen Familiennamen an, die ich erhalten habe; wenn ich auch den Namen
					einer <rs type="term" key="ed_vxb_rvz_52b">verdeutschten</rs> oder deutschen <rs type="term" key="ed_p3z_krh_v2b">Familie</rs> angebe, erwähne ich es stets
					nebenstehend. </note>: Augustin, Ackermann (d.i. Worak), Albinus 2; Bałcaŕ
				(deutsch Balzer), Běr 7 (deutsch Beer 2, Bähr 5), Broda 2 (deutsch Brade), Benš 4,
				Běmaŕ (deutsch Böhmer), Benad (deutsch Benad 2), Brojeŕ 2 (deutsch Bräuer 2), Buk 2,
				Běhaŕ (deutsch Biehar), Błaža (deutsch Bläsche) 2, Borš 2 (Borsch, Barsch, d.i.
				Bartuš), Bórman (deutsch Bormann, d.i. Boromaeus), Bibrach 3, Bart 3 (deutsch
				Barthe, Barth 2), Bobak, Bartko 2, Bajeŕ 2 (deutsch Beyer), Bryl 3 (deutsch Brühl
				3), Balak, Bohot 2, Bosak, Berich (d.i. Běrik), Bornowski, Brězowsky (deutsch
				Briesowsky), Budaŕ 2 (Buder 2), Bernt, Biesold 2, Böhme (verdeutscht für Čech),
				Bertram, Bergan, Běrk (deutsch Birke), Barč (deutsch Bartsch, d.i. Bartuš), Bartuš
				2, Bjedrich (deutsch Bedrich), Bětka (deutsch Bitke, d.i. Pětka = Peterlein), Bójc
				(deutsch Boitz = wojowaŕ – Kämpfer), Buš 3, Bolbic, Biehle (d.i. Běły); Cuzak
				(deutsch Zusak), Cenker (deutsch Zenker, verdeutscht für Zwadnik?), Cyž 2 (deutsch
				Ziesche), Čornak, Čorny (verdeutscht Schwarz), Čunka (verdeutscht Zunge), Čech
				(deutsch Zschech), Čirnaŕ (deutsch Tschirner, d.i. Černy); Dučman 5 (deutsch
				Deutschmann), Domš 5 (d.i. Thomas), Domaš 2 (deutsch Thomas), Dub, Döhnel, Donat 3
				(deutsch Donath), Doršan 4, Donka (deutsch Donke), Deutscher (verdeutscht für Němc),
				Dornik (deutsch Dornig, d.i. Dwórnik), Dejka 4 (deutsch Doecke, d.i. Tejka oder
				Tejk, verkürzt aus Matejk), Dubski 3, Delank, Durlink (deutsch Dürrlich), Domška 2,
				Dornaus, Dubanja (deutsch Duban), Dunč; Ebert; Funka (deutsch Funke), Felfa (deutsch
				Felfe), Falant 3 (deutsch Fahlandt 1, Fallant 1, Fahland 1), Fuhrmann (verdeutscht
				aus Wóznik), Frejda (deutsch Fröde), Falk, Frencel 2, Filip, Fidleŕ, Fryča; Gruhl
				(verfälscht aus Król), Gramatka, Gräffe, Garbaŕ 4 (Gerber), Grólmus (deutsch
				Grollmus), Glätte (verfälscht aus Klaty), Granich, Glaser 3 (Škleńčeŕ?), Guda 5
				(deutsch Gude), Glawš 3 (deutsch Glausch), Gnawk (deutsch Gnauck); Halka 2 (deutsch
				Halke), Hempel 3, Hampel, Hetman, Hajnik 10 (deutsch Hänich, Heinke 3, Hennig, Henke
				2, verdeutscht Förster 3), Hejda 2 (deutsch Heide), Hilbjenc 2, Hertwig, Hensel 8
				(verdeutscht aus Hansk), Hantuš 2 (d.i. Antonius), Hanski 4, Hoker (deutsch Hocker),
				Hejna 4 (deutsch Heine 2, Heyne, Höhne), Hoffmann (verd. aus Dwórnik), Handrik 4,
				Horak, Hołba (deutsch Hobe), Holan 6 (deutsch Holland 5, Hollang 1), Hornof (deutsch
				Hornoff), Hommel (d.i. Homola), Haška 2 (deutsch Häschke), Haša 3, Hendrich (deutsch
				Heinrich), Herman 4, Hólč 2 (deutsch Hultsch), Hołbjan 4 (deutsch Hojbian), Henč 3
				(d.i. verfälscht Hantuš), Harnap, </p>
			<pb n=""/>
			<p>Helm 4, Hawk (deutsch Haucke), Hörnig (d.i. verfälscht Hórnik), Hirt, Herm, Hundrak, Horbašk,
				Hilbrig, Hawšnik, Hejdrich, Hórnik, Horšk, Holšeŕ (deutsch Holscher, d.i. Holčeŕ),
				Hušman, Hólčka (besser Hólčk, deutsch Holtschke), Hančka (d.i. Deminutiv von
				Hantuš); Jokuff, Jakub 2, Jušt (deutsch Juschten, d.i. Justus), Jurš 4, Joch, Jekela
				2 (deutsch Jäckel), Jakš, Ješka 2, Jenke 6 (deutsch Jenke 5, Jänke 1, d.i. Jenko),
				Jank (deutsch Janke), Jan (deutsch Johne), Jeremias 2, Janač (deutsch Janatsch),
				Jokuš 2, Jarik (deutsch Jahrig), Jordan, Juranc, Isold, Janec (Janetz), Jakobic
				(Jakobitz), Janak, Jenč, Janaš, Jurc; Kruža 2 (deutsch Krusche 1, Grosche 1), Kumš,
				Koch 2, Kron, Kapleŕ 4, Krečmaŕ 2 (deutsch Kretschmer, -mar), Korbus, Krušwica 2,
				Kernoch, Kempa (deutsch Kempe), Klem (deutsch Klemm), Kłos (deutsch Kloss), Khěžnik
				7 (deutsch Kieschnik), Kóčka 4 (deutsch Kutschke, Kuschke), Kejžor (deutsch Kaiser),
				Krawc 3 (deutsch Krautz 1, verdeutscht Schneider 2), Kuba 2 (Kube), Kuwal (d. i.
				Kowal), Kijank (deutsch Kiang, d.i. Kiliank), Kuschel 4 (sorbisch Kudźel), Kubanja
				(deutsch Kuban), Kobanja 4 (deutsch Koban), Kilijan, Kalich 4 (d.i. Kolik), Kober
				(d.i. Kuba), Kujaw, Křižan (deutsch Zieschan), Křižank 14 (deutsch Zieschang 12,
				Kschischank 2), Klaw (deutsch Klau), Kubica, Knospe, Kral 6 (verdeutscht König 1,
				deutsch Krahl 5), Kuttner (verfälscht aus Kutny oder Khutny), Kmoch 3 (d.i.
				Kmótřik), Kliks, Kalauch, Köhler (verdeutscht aus Wuhleŕ), Khrystink (deutsch
				Christing), Kopač (Koppatsch), Kislik 3 (deutsch Kiesslich), Krečel 2 (deutsch
				Gretschel, Kretschel), Kowaŕ 7 (verdeutscht Schmidt 7), Kocor 3 (deutsch Katzer),
				Kocht (Kochte), Kopt (deutsch Kopte), Kara 2 (deutsch Kahre), Kokla 2 (deutsch
				Kokel), Klimant, Krokowski, Krujac 2, Kunat 2, Krjenc, Kliman, Kašpor 3 (deutsch
				Kasper), Krask 2 (deutsch Kraske), Krawš (d.i. Krawc), Kokuški (deutsch Kokuschky),
				Knježk 2, Kóč (deutsch Gotsch); Liška 2 (deutsch Lieschke), Lukas, Lónjeŕ 2 (deutsch
				Löhnert), Lorenčk (deutsch Lorentschk), Lorenc, Lorc, Lukaš, Leska, Liska, Lešawa
				(Löschau), Libš 15 (deutsch Liebsch 14, Libscher 1, d.i. Libosław), Łahoda 2
				(deutsch Wahode, Wahoda); Marćink, Mičerlink (deutsch Mitzscherling), Michałk 5, Mět
				3 (deutsch Mieth), Maslowski, Mič 2 (deutsch Miesch, Mitsch), Mička 7 (Mitschke),
				Manja (deutsch Mann), Manjok 2, Mulanski 2, Maćij 2 (deutsch Matschie = Matyj),
				Mućeŕ 2 (deutsch Mutscher), Mikela 3 (deutsch Mickel), Mikławš (deutsch Miklausch)
				Młynk 8 (deutsch Müller), Michalc, Mišnaŕ (deutsch Meissner), Mulka 2, Mužik 5
				(deutsch Muschik), Maj 2 (deutsch Mai), Mawkš 2 (deutsch Mauksch), Malck (deutsch
				Malzke), Měrćink (deutsch Mirtschink), Mots (deutsch Maaz), Mrózk 2, Melda, Mitaš 5
				(Mittasch), Mietschrich, Mróz 3, Měškaŕ (deutsch Meschker), Menert (deutsch
				Mehnert), Matejs (Matthes), Mikan 2 (Mickan), Muka, Mitrach 2, Mortak, Měrćin
				(deutsch Mirtschin), Melcher (d.i. Melchior), Mětk (deutsch Metke), Mencel, Macka
				(Matzke, d.i. Motsk), Matijc (deutsch Mattitz); Nutničanski 2 (deutsch Nutnischansky
				1, Nutnitschanski), Nućan (deutsch Nutschan), Nowak 24 (deutsch Noack 5, verdeutscht
				Neumann 2), Nikuš 2, Narćik (deutsch Nartschik), Nuhl (verdeutscht Winkler), Němc
				(deutsch Niemz), Nazdalak (deutsch Nasdalack), Nostica (deutsch Nostitz), Natuška
				(deutsch Natuschke); Pětř 8 (deutsch Pietsch 7, Pitschmann 1), Pjech 6 (deutsch
				Pech), Pěto (deutsch Peto), Panach 6, Połdrak 3 (Poldrak), Panaš, Prochno, Pětřka 5
				(deutsch Pötschke) Pětrik, Pful (deutsch Pfuhl), Pila </p>
			<pb n=""/>
			<p>(deutsch Piehle), Pilak 2 (deutsch Pielack), Pilop (deutsch Pielop, d.i. Filip), Pjetaš 4,
				Pawoł 3 (deutsch Paul), Pjetraš 3, Pjenck (deutsch Pentzig), Pachert (Pachoł?),
				Pjekaŕ (Becker), Probst 2, Połlenk (deutsch Pohlenk), Pawlik, Psyk (deutsch Psick),
				Pobank (d.i. Bóbak?); Ruda (deutsch Raude), Rychtaŕ 12, Rak 2 (deutsch Raack,
				Krebs), Rejda (Räde), Rodik (deutsch Rodig), Runaŕ (Runner) 3, Rohaŕk, Rošk, Ryćeŕ 2
				(deutsch Ritter), Róla (Rolle), Radca 2 (deutsch Rätze), Rjeńč 10 (deutsch Rentsch),
				Rjelka 2 (Rölke), Rybak (verdeutscht Fischer), Reinołd (deutsch Reinhold), Rokot,
				Ryzyk 2 (deutsch Rysek, Röseck), Roztok 2 (deutsch Rostock), Rjek 3 (Reck), Rejch
				(deutsch Reiche), Rěpin (deutsch Reppin), Ramš 5 (deutsch Rämsch, d.i. Ramuš), Rječk
				4 (deutsch Rötschke); Symank 5 (deutsch Simmank), Sigmund, Swora 3 (deutsch Zwahr),
				Soleŕ (deutsch Sohler), Strela (deutsch Strehle), Seiche 2 (d. i. verfälscht aus:
				Sejk oder Syjk), Suchi 2 (Mager, Suchi), Sommer 2 (d.i. Žemr), Stricl (deutsch
				Strietzel), Sušk 3 (deutsch Zuschke 2, Suschke), Stiebitz, Syjeŕ (deutsch Sieber),
				Smjetana (deutsch Smetan), Serb 3 (verdeutscht Wünsche 2, deutsch Serba), Sykora
				(Sickert), Sowa (deutsch Sobe), Sćěpan (deutsch Stephan), Skop (deutsch Skope),
				Sowka 3 (Sowke 2, Socke 1), Smoła (deutsch Schmole), Šěr (deutsch Schier), Šołta
				(deutsch Schulze 13), Štrympa (deutsch Strümpfe), Šrybaŕ (deutsch Schreiber), Šibak
				(deutsch Schieback), Šuba 3 (deutsch Schubert 1, Schube 2), Šěrach, Šewc (Schuster),
				Schoebel, Šatula (deutsch Schattel), Šiman (d.i. Simeon), Schlage (d.i. Slak), Škoda
				(deutsch Skade), Šmis (deutsch Schmeiss), Šnibs 2 (Schniebs); Tyman (deutsch
				Thiemann), Tejk (deutsch Teich), Taćink (deutsch Tatschink); Urban 7, Unger
				(verdeutscht aus Wuheŕ); Valtyn 3 (deutsch Falten 2, Valten); Wud(o)wic 3 (deutsch
				Wudwitz, Wudewitz), Wudowjenc, Wobad, Wornač (deutsch Warnatsch), Wroblik (deutsch
				Robelgen), Wićežk (deutsch Lehman), Wałtaŕ (deutsch Walther), Witk (deutsch Wittig),
				Wjela 4 (deutsch Wehle), Wylem (deutsch Wilhelm), Wawrik, Wanak, Wjenk 6, Wohač
				(deutsch Wohatsch), Wowsnik, Wojak, Wjack (Jatzke), Wićaz 36 (deutsch Lehmann 35,
				Witschas 1), Wězaŕ 2 (deutsch Weiser), Weser, Wjacka (Wetzke), Wobza (deutsch Wobst,
				d.i. Wobuza), Wušik 2, Wóčko (deutsch Wotschke), Wrobel 10 (deutsch Robel 6,
				verdeutscht Sperling 4), Wowčeŕ 2 (verdeutscht Schaefer), Wencel, Wojnaŕ 3 (deutsch
				Wagner), Wornaŕ 4 (deutsch Werner 2, Wernert 2), Wollmann (Sorbe, Name?); Zejleŕ 2
				(deutsch Seiler), Zynda (deutsch Sende), Zarjeńk (Sähring), Zmij (deutsch Smij), Žid
				(deutsch Schiedt), Žur 3 (deutsch Sauer), Žorž (deutsch Schorsch, George?), Žeń
				(deutsch Schöne), Žofka (deutsch Schofke).</p>
			<p>
				<rs type="term" key="ed_qdm_22v_sfb">Grundstücksnamen</rs>: in <placeName key="ed_oyc_w4v_xfb">Burk</placeName>: Hrabowka, Žiłošća (d.i. Dźěłošća); Hügel:
				Bělawa, Ćělc (deutsch Abgott), Pannberg (!). – In <placeName key="ed_pnh_hkw_5fb">Baschütz</placeName>: Brosa (einst angeblich ein Dorf nahe <placeName key="ed_a1w_gpv_xfb">Blösa</placeName>), Sudźiny.</p>
			<pb n=""/>
		</body>
    </text>
</TEI>