<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:lang="de" xml:id="prov_br5_xsl_zcb">
    <teiHeader>
        <fileDesc>
            <titleStmt>
                <title/>
                <title>Nr. 10</title>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Um „unserer wendischen muttersprache“ willen. 50 Dokumente zur Geschichte des sorbischen Kirchwesens in Lübben 1540-1791</title>
                </edition>
                <respStmt>
                    <name>Madlena Mahling</name>
                    <resp>Herausgeberin</resp>
                </respStmt>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <authority>Sorbisches Institut, Bautzen</authority>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc rend="concept">
                    <msIdentifier>
                        <institution>Luckau,  Kreisarchiv Landkreis Dahme-Spreewald </institution>
                        <repository>A-4 Lübben</repository>
                        <idno>Nr. 5821 <idno type="folio">8r-9v</idno>
                        </idno>
                        <msName>Allgemeine Kirchenangelegenheiten 1540-1752</msName>
                    </msIdentifier>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <profileDesc>
            <abstract>
                <p>Lübben an den Landvogt [<persName key="ed_pyt_thl_zcb">Bohuslav Felix Lobkowitz
                        von Hassenstein</persName>]: bittet beim Erwerb eines Häusleins für den <rs type="term" key="ed_r2f_mbh_1db">sorbischen Kaplan</rs> behilflich zu sein,
                    da seit dem Tod des vorhergehenden <rs type="term" key="ed_r2f_mbh_1db">sorbischen Kaplans</rs>, <persName key="ed_f1m_2j3_ycb">Simon
                        Gast</persName>, kein geeignetes Wohnhaus zur Verfügung steht. </p>
            </abstract>
            <creation>
                <date when="1555-12-07" cert="high"/>
                <placeName key="ed_xmr_gxq_wcb" cert="high">Lübben, Stadt</placeName>
                
            </creation>
            <textClass>
                <keywords>
                    <term key="Kirche und Religion">Kirche und Religion</term>
                </keywords>
            </textClass>
            <langUsage>
                <language ident="deu">German</language>
            </langUsage>
        </profileDesc>
    </teiHeader>
    <text>
        <body> <div>
            
                    <pb n="8r"/>
                    <opener>
                        <salute>Wolgeporner, edler, gnediger und mechtiger her <rs type="person" key="ed_pyt_thl_zcb">landvoigt</rs>. E<ex>uer</ex> g<ex>naden</ex>
                            seindt unsere undertenige gehorsame und ganz willige dienste mit allem
                            vleÿs zuvoran bereit. Gnediger her.</salute>
                    </opener>
                <p> E<ex>uer</ex> g<ex>nade</ex> konnen wir nicht vorhalten, das der <rs type="term" key="ed_r2f_mbh_1db">wendische caplan</rs>, er <persName key="ed_uts_1yl_zcb">Clemen Boincker</persName>, hievor auch zw mehrmolen
                    gescheen, sich ghen uns, wegen das ehr mit keiner behausung, wie billich
                    gescheen solte, vorsehen, beklaget und fast uber drittehalb jhar sieden ern
                        <persName key="ed_f1m_2j3_ycb">Simon Gasts</persName>, des vorigen <rs type="term" key="ed_r2f_mbh_1db">wendischen caplanes</rs>, thode, weÿln ehr
                    alhier gedienet, als ein hausgenoß erstlichen beÿ seinem vatter, darnach in ern
                        <persName key="ed_akv_gyl_zcb">Lucasen Ziglers</persName>, pfarhern zum
                        <placeName key="ed_btw_lyl_zcb">Kruge</placeName>, behausung und itzt anders
                    wohe sich verhalten mussenn und deshalb grosse beschwerung, wie nicht
                    zuvordencken, getragen. Nhue ist, gnediger her, ein heußlein negst der<rs type="term" key="ed_z1w_czj_ycb">
                        <placeName key="ediarum_ipc_zkp_ycb">schulen</placeName>
                    </rs> gelegen, welches einem zimmermann, <persName key="ed_uxm_qyl_zcb">Andres
                        Gerloff</persName> genant, zw stendigk gewesen, welcher zw <placeName key="ed_okp_tyl_zcb">Frankfort</placeName> wegen seiner mißhandlung neben
                    seinem schweger gericht <pb n="8v"/>worden, sulchs heußlein etzlich jhar
                    bißanher wüste gestanden, keine kon<ex>iglichen</ex> stewre, zinßgelt und anders
                    zwvorn gefallen, wiewol der wolgeporne und edle her, her <persName key="ed_zs5_bxj_ycb">Wilhelm Schenck</persName> etc. s<ex>eine</ex>
                        g<ex>nade</ex> dieses heußleins bedacht sich anzumassen, auß dießer
                    ursachen, das derselbe zimmerman seiner g<ex>naden</ex> ein gepew mit einsetzung
                    desselben heußleins zu vorfertigen unterfangen, szo ist es doch, e<ex>uer</ex>
                    gnade, an deme, das gedachter zimmerman, wes er an dießem heußlein nicht gehabt,
                    auch nicht vorsetzen konnen und ehern dan ehr den baw <add place="superlinear">s</add>
                    <ex>einer</ex>
                    <add place="superlinear"> g</add>
                    <ex>naden</ex>
                    <add place="superlinear"> </add>angefangen zehen gulden, dem <rs type="term" key="ed_wfw_qzl_zcb">fleischer lehen</rs> zustendigk, auch 3 ßc., Seliges
                    kindern gehorigk, dasselb heußlein damit zu aufferbawen, auff zins genhomen,
                    dißgleichen 5 ßc. der kirchen vorplieben, vom solchen allen eine lange zeitt
                    ghar kein zins gefallen, szo wolten wir doch in e<ex>uer</ex> g<ex>naden</ex>
                    gnediges erdencken und gefallen gestellet, dasselb <rs type="term" key="ed_yjz_l3l_zcb">heußlein</rs> dem <rs type="term" key="ed_r2f_mbh_1db">wendischen caplane</rs> zur behausung zu eigenen und nach wirden schatzen
                    lassen, wes <pb n="9r"/>uber dieße schuld vorhanden, sol dargelegt werden, es
                    nehme hiernach den uberlauff der her <persName key="ed_zs5_bxj_ycb">Wilhelm
                        Schenck</persName> etc. s<ex>eine</ex> g<ex>nade</ex> oder des zimmermans
                    ßon, welcher ein ungerattens kindt, wehr unter inen am nehern hierzw
                    berechtiget, muß uns nicht zuwieder sein, dan einheimische und sunderlich
                    geistliche schulde nach landtublichem geprauch, auch dieser stadt gewonheit,
                    werden zuvor bezalet. In trostlicher hoffnung, e<ex>uer</ex> g<ex>nade</ex> uns
                    hierpeÿ auch gnediglich pleiben, schutzen und handt haben werden, das wollen umb
                        e<ex>uer</ex> g<ex>nade</ex> als ihrem gnedigen hern, wir in stetter
                    underthenigkeit ganz gevliessen sein zu vordienen. E<ex>uer</ex> g<ex>nade</ex>
                    gnedige andtwort anruffende.</p> 
           
                
                    <closer rend="eigener Absatz">
                        <dateline>Datum sonabends nach <date when="1555-12-07" calendar="#Julian">Nicolai anno etc. im LV
                                jhare</date>. </dateline>
                        <signed>E<ex>uer</ex> g<ex>nade</ex> underthenige, gehorsame und alleczeit
                            ganz willige <rs type="term" key="ed_sqj_35j_ycb">burgermeister und radt</rs>
                                zu <placeName key="ed_xmr_gxq_wcb">Lubben</placeName>
                           .</signed>
                    </closer>
        </div>
                <pb n="9v"/>
        <div>     
               <p>
                    <handShift/>
                    <rs type="term" key="ed_gqn_lbh_1db">Capellan</rs>
                    <del rendition="#s">
                        <gap quantity="1" unit="words"/>
                    </del>
                </p>
                <p>
                    <handShift/>
                    <rs type="term" key="ed_sqj_35j_ycb">Rath zu Lubben</rs> anno LV <supplied cert="high">et
                        cetera</supplied>
                </p>
           </div>
        </body>
    </text>
</TEI>