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				<title>Bibliotheken</title>
				<title xml:lang="deu">Bibliotheken</title>
				<title xml:lang="hsb">Biblioteki</title>
				<title xml:lang="dsb">Biblioteki</title>
				<title xml:lang="eng">Libraries</title>
				<author>
					<persName key="ed_k33_3bs_rjb">Schön, Franz (1950-)</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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				<keywords>
					<term key="Buch">Buch</term>
					<term key="Sorabistik">Sorabistik</term>
					<term key="Pfarrbibliothek">Pfarrbibliothek</term>
					<term key="Vereinsbibliothek">Vereinsbibliothek</term>
					<term key="Schulbibliothek">Schulbibliothek</term>
					<term key="Universitätsbibliothek">Universitätsbibliothek</term>
				</keywords>
			</textClass>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Institucije za systematiske zběranje, zdźaržanje, składowanje a wužywanje
					knigłow. Nejjěsnjejše městna za chowanje serbskich knigłow su byli ewangelske
					wósadne knigłownje w Górnej a Dolnej Łužycy.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Institucija za systematiske zběranje, zdźerženje, chowanje a wužiwanje knihow.
					Najzaše městna za chowanje serbskich knihow běchu ewangelske farske knihownje w
					Hornjej a Delnjej Łužicy. </p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Einrichtungen zur systematischen Sammlung, Erhaltung, Aufbewahrung und Nutzung
					von Büchern. Früheste Aufbewahrungsorte sorbischer Bücher waren evangelische
					Pfarrbüchereien in der Ober- und Niederlausitz. </p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Facilities for the systematic collection, preservation, storage and use of books. The
					earliest repositories of Sorbian books were Protestant parish libraries, in
					Upper and Lower Lusatia.</p>
			</abstract>
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				<p>Einrichtungen zur systematischen Sammlung, Erhaltung, Aufbewahrung und Nutzung von Büchern.
					Früheste Aufbewahrungsorte sorbischer Bücher waren evangelische Pfarrbüchereien
					in der Ober- und Niederlausitz. Die erste systematische Sammlung sorbischer
					Drucke trug bis 1748 der Pastor <persName key="ed_nlj_k5x_vhb">Kryšan Bjedrich
						Faber</persName> in <placeName key="ed_v34_3f3_vhb">Klix</placeName>
					zusammen und übereignete sie der Bautzener Ratsbibliothek; sie ist – mit einigen
					Lücken – noch heute in der Stadtbibliothek vorhanden. Zur gleichen Zeit, 1740,
					überschrieb der Diakon der Michaeliskirche in <placeName key="ed_xwx_lgh_vhb">Bautzen</placeName> und Herausgeber religiöser Schriften <persName key="ed_wwj_hwx_vhb">Jan Pjech</persName> seine Privatbibliothek und ein
					kleines Vermögen zum Kauf von erbaulichen Büchern seiner Pfarrgemeinde und schuf
					eine öffentliche sorbische Bibliothek; sie wurde jedoch Opfer der
					Kriegszerstörungen im April 1945.</p>
				<p>Frühe sorbische Drucke sammelten auch entferntere Bibliotheken jener Zeit, z. B. die
					Ratsbibliothek in <placeName key="ed_kl2_cfj_vhb">Zwickau</placeName>, die
					Herzogliche Bibliothek in <placeName key="ed_pml_32j_vhb">Wolfenbüttel</placeName> oder die British Library in <placeName key="ed_xk4_pm3_vhb">London</placeName>. In der Niederlausitz ist, bedingt
					durch gezielte Eliminierung 1767 (→ <rs type="term" key="Dezemberreskript" ref="-">Dezemberreskript</rs>), von den relativ vielen frühen sorbischen
					Drucken in Bibliotheken und <rs type="term" key="Archiv" ref="http://d-nb.info/gnd/4002859-8">Archiven</rs> kaum etwas erhalten.</p>
				<p>Die für die sorbische Kulturgeschichte interessanteste Bibliothek trug Ende des 18. Jh.
					Fabers Enkel <persName key="ed_nrg_r5x_vhb">Bohačesć Bjedrich Ponich</persName>
					(Pannach) zusammen – sie umfasste mit Dubletten ca. 180 Bücher. Ihm gelang es,
					einige der seltenen frühen Drucke aus der Niederlausitz aufzutreiben. Pfarrer
						<persName key="ed_svs_kwx_vhb">Handrij Lubjenski</persName> kaufte 1827 die
					„Pannachsche Bibliothek“ für die Leipziger <rs type="term"
						key="Wendische Predigergesellschaft" ref="-">Wendische
						Predigergesellschaft</rs>. Auf Anraten Handrij Zejlers blieb sie in der
					Bautzener Michaeliskirche, bis sie um 1925 von der Burschenschaft Sorabia nach
						<placeName key="ed_q3s_3h3_vhb">Leipzig</placeName> geholt wurde. Ein Teil
					wurde 1945 einer Trophäenbrigade der Roten Armee übergeben und tauchte 1999 bei
					einem Moskauer Händler auf, ein anderer Teil wurde Ende der 1950er Jahre
					antiquarisch veräußert.</p>
				<p>Im Zusammenhang mit dem 50. Jubiläum der Leipziger Predigergesellschaft wurde 1766 mit
					Geldern früherer Mitglieder die erste sorbische Vereinsbibliothek gegründet.
					Ähnliche studentische Vereinsbibliotheken entstanden in der ersten Hälfte des
					19. Jh. in <placeName key="ed_zn5_k3h_vhb">Breslau</placeName>/heute: Wrocław
					(Polen), Prag (→ <rs type="term" key="Hórnik-Bibliothek" ref="-"
						>Hórnik-Bibliothek</rs>) und am Bautzener Gymnasium. Letztere spielte in der
					Zeit der <rs type="term" key="nationale Wiedergeburt"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4361398-6">nationalen Wiedergeburt</rs> eine
					mobilisierende Rolle. 1839 besuchte der Slowake <persName key="ed_kr5_rwx_vhb"
						>Ľudovit Štúr</persName> Bautzen und warb daraufhin in Böhmen und Ungarn um
					Unterstützung der <rs type="term" key="Sorben"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4055619-0">Sorben</rs> mit slawischer Literatur.
					Die v. a. aus Schenkungen entstandene Bibliothek des Bautzener Wendischen
					Gymnasialvereins mit mehreren Hundert sorbischen, tschechischen, polnischen,
					russischen, serbischen und die Slawen betreffenden deutschen Büchern regte 1842
					Jan Pětr Jordan an, eine sorbisch-slawische „Zentralbibliothek“ am Gymnasium in
					Bautzen zu bilden, die nach dem Prinzip einer Lesegesellschaft – mit Formen des
					Gemeinschaftsabonnements und des Umlauflesezirkels – funktionieren sollte. In
					Breslau ist ein solcher Bücheraustausch unter den Studentenvereinigungen belegt.
					Deren eigene Bibliothek wurde 1851 in die Bibliothek der <rs type="term"
						key="Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften" ref="-"
						>Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften</rs> nach <placeName
						key="ed_lhp_gwh_vhb">Görlitz</placeName> überführt, die Bibliothek des
					Wendischen Gymnasialvereins wurde von den im Gymnasium untergebrachten
					Flüchtlingen im Winter 1945/46 als Heizmaterial verbrannt.</p>
				<p>Als nationale Bibliothek mit Archivfunktion entstand 1846 die <rs type="term" key="Bibliothek der Maćica Serbska" ref="-">Bibliothek der Maćica
						Serbska</rs>. Die Niederlausitzer Abteilung der <rs type="term" key="Maćica Serbska/Maśica Serbska" ref="-">Maćica Serbska</rs> in
						<placeName key="ed_oyh_pkh_vhb">Cottbus</placeName> trug seit 1906 aus
					Schenkungen eine bescheidene Sammlung niedersorbischer Literatur zusammen. Nach
					1933 wurde sie privat untergebracht, etwa 1941 von den NS-Behörden entdeckt und
					schließlich konfisziert. Sorbische Buchbestände fanden seit Mitte des 19. Jh. in
					der sächsischen Oberlausitz auch Eingang in Schulbibliotheken. Diese Bestände
					wie auch die der kleinen Bibliotheken sorbischer Dorf- und Gesangvereine (→ <rs type="term" key="Vereinswesen" ref="-">Vereinswesen</rs>) wurden nach 1941
					von den Behörden systematisch vernichtet.</p>
				<p>Beachtliche Sorabica-Sammlungen entstanden an zahlreichen deutschen und slawischen
					Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Museen. Weit über einen Grundbestand
					von <rs type="term" key="Grammatik (wiss. Darstellung)" ref="-"
					>Grammatiken</rs>, <rs type="term" key="Wörterbuch"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4066724-8">Wörterbüchern</rs> und frühen
					religiösen Schriften hinausgehen die „Lausitzer Abteilung“ der 1818 gegründeten
					Bibliothek des Nationalmuseums (Knihovna Národního musea) und die systematischen
					(auch antiquarischen) Neuerwerbungen der Slawischen Bibliothek (Slovanská
					knihovna) in <placeName key="ed_cfv_ys3_vhb">Prag</placeName>. Auch die
					Nationalbibliothek in Prag, die Universitätsbibliotheken in <placeName
						key="ed_uzr_dg3_vhb">Krakau</placeName> und Wrocław sowie die
					Staatsbibliothek zu <placeName key="ed_cc4_1hh_vhb">Berlin</placeName> –
					Preußischer Kulturbesitz haben historische sorabistische Bestände. Aus dem
					bibliothekarischen Nachlass russischer Slawisten und Lausitz-Reisender stammen
					die in der Bibliothek der Russischen Akademie in <placeName key="ed_kj5_2s3_vhb"
						>St. Petersburg</placeName> und der Staatlichen Historischen Bibliothek
					Russlands in <placeName key="ed_yfl_tn3_vhb">Moskau</placeName> erhaltenen
					Sorabica des 18. und 19. Jh.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2019/11/SKL-Bibliotheken_01.jpg"/>Katalog der Sorabica in der Universitätsbibliothek Lwiw, 2001;
					Repro: Sorbische Zentralbibliothek am Sorbischen Institut </p>
				<p>Angeregt von <persName key="ed_a2q_dvx_vhb">Korla Awgust Jenč</persName>, wuchs in der
					Gymnasialbibliothek in Cottbus eine wertvolle Sammlung niedersorbischer Bücher,
					die aber in den 1890er Jahren ausgesondert wurde. Kleine Bestände, mitunter
					seltene Sorabica, befinden sich ferner in Archiven und Museen in Görlitz und
						<placeName key="ed_hpp_x2j_vhb">Zittau</placeName>. Auch das <rs type="term" key="Wendisches Museum Cottbus" ref="-">Wendische Museum</rs> in Cottbus und
					das Bautzener <rs type="term" key="Sorbisches Museum/Serbski muzej" ref="-">Sorbische Museum</rs> sammeln historische sorbische Buchbestände. Durch die
					Übernahme der Exponate aus dem 1983 aufgelösten Museum des sorbischen
					Schrifttums im <rs type="term" key="Haus der Sorben" ref="-">Haus der
						Sorben</rs> und weitere Ankäufe erreichte letztere nicht öffentliche
					Bibliothek einen Bestand von 3 600 Bänden, darunter 287 historische Titel.</p>
				<p>Bei der Erneuerung des sorbischen öffentlichen Lebens und der Institutionalisierung der
					sorbischen Kultur nach 1945 entstand kein eigenes oder zentral geleitetes
					sorbisches Bibliothekswesen. Die Funktion der ehemaligen Bibliothek der Maćica
					Serbska übernahm 1949 die <rs type="term" key="Sorbische Zentralbibliothek" ref="-">Sorbische Zentralbibliothek</rs>. So unterstützte sie Anfang der
					1950er Jahre die Gründung der Bibliothek des <rs type="term" key="Institut für Sorabistik" ref="-">Instituts für Sorabistik</rs> an der
					Universität <placeName key="ed_q3s_3h3_vhb">Leipzig</placeName> und den Aufbau
					einer Bibliothek an der Sorbischen Erweiterten Oberschule in Cottbus (dem
					heutigen Niedersorbischen Gymnasium). In den folgenden Jahrzehnten ergänzten
					zahlreiche Schul- und Dorfbibliotheken ihren Bestand durch sorbischsprachige
					Werke, sonderten diese aber nach 1990 mangels Nachfrage oft wieder aus.</p>
				<p>1991 entstand im <rs type="term" key="Wendisches Haus" ref="-">Wendischen Haus</rs> in
					Cottbus eine neue Niedersorbische Bibliothek. Gute Studienmöglichkeiten bietet
					die sorabistische Büchersammlung, die nach 1993 an der Bibliothek der
					National-Universität in <placeName key="ed_h2p_xm3_vhb">Lwiw</placeName>
					(Ukraine) durch den Erwerb sorabistischer Kollektionen dortiger Professoren und
					Künstler sowie durch zahlreiche Neuanschaffungen entstand. Neu ist auch die
					sorbische Sammlung in der Stadtbibliothek von <placeName key="ed_iks_wcj_vhb"
						>Varnsdorf</placeName> (Tschechien). Das komplette Sortiment sorbischer
					Literatur nach 1945 ist in der Deutschen Bücherei in Leipzig, in der Sächsischen
					Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek <placeName
						key="ed_v45_yth_vhb">Dresden</placeName> (SLUB), teilweise in der Stadt- und
					Landesbibliothek <placeName key="ed_s5w_ws3_vhb">Potsdam</placeName>
					(pflichtexemplarberechtigte Bibliotheken) vorhanden.</p>
				<p> Lit.: E.-M. Zschornack: Zur Entwicklung des sorbischen Bibliothekswesens, dargestellt an
					ausgewählten Bibliotheken, in: Serbska šula (1980) 11, Beilage, Dokumentacija;
					Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Hg. B. Fabian, Hildesheim
					1992–2003.</p>
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