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				<title>Denkmale</title>
				<title xml:lang="deu">Denkmale</title>
				<title xml:lang="hsb">Pomniki</title>
				<title xml:lang="dsb">Pomniki</title>
				<title xml:lang="eng">Monuments</title>
				<author>
					<persName key="ed_ld1_45m_23b">Malinkowa, Trudla (1955-)</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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				<keywords>
					<term key="Grabstein">Grabstein</term>
					<term key="Grabmal">Grabmal</term>
					<term key="Inschrift">Inschrift</term>
					<term key="Steinkreuz">Steinkreuz</term>
					<term key="Betsäule">Betsäule</term>
					<term key="Volkskunst">Volkskunst</term>
					<term key="kulturelles Gedächtnis">kulturelles Gedächtnis</term>
					<term key="Schrifttafel">Schrifttafel</term>
					<term key="Erinnerungskultur">Erinnerungskultur</term>
					<term key="Kreuzstein">Kreuzstein</term>
				</keywords>
			</textClass>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Wót luźi twórjone objekty, cełki, źěły a slědy wěcow gromaźe z jich pśirodnymi
					zakładami, kótarychž zdźaržanje jo dla kulturnostawizniskego, wědomnostnego a
					wuměłskego wuznama w zajmje Serbow.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Wot ludźi stworjene objekty, wěcowne cyłki, dźěle a slědy předmjetow hromadźe z
					přirodnymi zakładami, kotrychž zdźerženje je jich kulturnostawizniskeho,
					wědomostneho a wuměłskeho woznama dla w zajmje Serbow.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Von Menschen geschaffene Objekte, Sachgesamtheiten, Teile und Spuren von Sachen
					einschließlich der natürlichen Grundlagen, deren Er-haltung wegen ihrer
					kulturgeschichtlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Bedeutung im
					Interesse der Sorben liegt.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Man-made objects, assets, parts and traces of things, including their fundamental
					principles, the preservation of which is in the interest of the Sorbs, due to
					their cultural-historical, scientific and artistic significance.</p>
			</abstract>
		</profileDesc>
    </teiHeader>
    <text>
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				<p>Von Menschen geschaffene Objekte, Sachgesamtheiten, Teile und Spuren von Sachen
					einschließlich der natürlichen Grundlagen, deren Erhaltung wegen ihrer
					kulturgeschichtlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Bedeutung im
					Interesse der <rs type="term" key="Sorben" ref="http://d-nb.info/gnd/4055619-0"
						>Sorben</rs> liegt.</p>
				<p>Älteste Denkmale sind die aus vorchristlicher Zeit stammenden <rs type="term"
						key="Burgwall" ref="http://d-nb.info/gnd/4147023-0">Burgwälle</rs> und
					Bestattungsstätten (→ <rs type="term" key="Vorchristlicher Totenkult" ref="-"
						>Vorchristlicher Totenkult</rs>), die sich in beachtlicher Anzahl in beiden
					Lausitzen erhalten haben. Von der altsorbischen Kultur- und Lebenswelt zeugen
					die bis in die Gegenwart kenntlichen, in der Gefildelandschaft zwischen
						<placeName key="ed_ic5_gc3_vhb">Kamenz</placeName> und <placeName
						key="ed_xdn_3m3_vhb">Löbau</placeName> durch die sorbischen Siedler seit dem
					7. Jh. angelegten kleinen Bauernweiler mit Blockfluren. Sie sind um eine
					Wasserstelle gruppiert und prägen das sog. Altsiedelland im Unterschied zu den
					Waldhufendörfern des Oberlandes, die mit der deutschen Ostsiedlung (→ <rs
						type="term" key="Kolonisation" ref="-">Kolonisation</rs>) entstanden sind.
					Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich in den verschiedenen Regionen der
						<placeName key="ed_lfk_nfp_c3b">Lausitz</placeName> spezifische Formen der
						<rs type="term" key="Volksbauweise" ref="-">Volksbauweise</rs> (Block-,
					Umgebinde- und Fachwerkbauten) mit typischen Haus- und Gehöftformen, die in den
					Ortschaften der <placeName key="ed_e5l_q24_c3b">Ober-</placeName> und <placeName
						key="ed_ts5_p24_c3b">Niederlausitz </placeName>bzw. in musealen Anlagen (z.
					B. Museumsdorf <placeName key="ed_rwr_dh3_vhb">Lehde</placeName> in der
					Niederlausitz, Erlichthof bei <placeName key="ed_upt_mv3_vhb"
						>Rietschen</placeName> in der Oberlausitz) zu finden sind.</p>
				<p>Frühe Zeugnisse der <rs type="term" key="Christianisierung"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4121091-8">Christianisierung</rs> im sorbischen
					Siedlungsgebiet sind die archäologisch erschlossenen Friedhöfe, auf denen der
					Übergang von der vorchristlichen Brandbestattung zur christlichen
					Körperbestattung ablesbar ist, so in <placeName key="ed_r4d_ph3_vhb"
						>Liebon</placeName> und <placeName key="ed_qv1_cth_vhb"
						>Dobranitz</placeName> bei <placeName key="ed_xwx_lgh_vhb"
						>Bautzen</placeName>. Die ältesten bislang bekannten christlichen Symbole
					befinden sich an vier Kreuzsteinen auf dem Kirchhof in <placeName
						key="ed_epd_wrh_vhb">Crostwitz</placeName>. Die vielerorts erhaltenen
					mittelalterlichen Kreuzsteine und Steinkreuze sind Zeugen der mittelalterlichen
					Rechtssprechung. Auch wenn die Aufstellungsgründe im Einzelnen nicht überliefert
					sind, muss davon ausgegangen werden, dass es sich um Sühnesteine handelt, zu
					deren Aufstellung der Delinquent am Ort der Untat, neben der Abfindung der
					Familie des Opfers und anderen Bußen, verpflichtet wurde. Im Gefolge der <rs
						type="term" key="Reformation" ref="http://d-nb.info/gnd/4048946-2"
						>Reformation</rs> entstanden in den Städten teils durch Umwidmung
					bestehender Kirchengebäude (vornehmlich nicht mehr benötigter Klosterkirchen,
						<rs type="term" key="Kloster" ref="http://d-nb.info/gnd/4031225-2"
						>Klöster</rs>), teils als Neubauten <rs type="term" key="Wendische Kirchen"
						ref="-">Wendische Kirchen</rs>, in denen sorbischer Gottesdienst gehalten
					wurde. Damit wurden erstmals öffentliche Einrichtungen geschaffen, die
					ausschließlich dem Gebrauch der sorbischen Sprache gewidmet waren. Mit diesen
					entstanden in den meist deutsch geprägten Städten sorbische Zentren, von denen
					z. T. nachhaltige Impulse für die Weiterentwicklung sorbischer Sprache und
					Kultur ausgingen. Als Ausdruck der durch die Gegenreformation geförderten
					katholischen Volksfrömmigkeit wurde im katholisch gebliebenen Gebiet eine
					Vielzahl von barocken Bildstöcken, Betsäulen und Kruzifixen errichtet. Die
					Tradition der Kreuzerrichtung erlebte ihre Blütezeit im 19. Jh. und kennzeichnet
					die <rs type="term" key="katholische Region" ref="-">katholische Region</rs>
					noch heute. Gefördert als Kunst im Dienst der Religion, schufen in der
					Barockzeit die sorbischen Bildhauer <persName key="ed_yt2_xfv_c3b">Jakub
						Delenka</persName>, <persName key="ed_hpg_hfv_c3b">Mathias Wenzel
						Jäckel</persName> und <persName key="ed_pms_qfv_c3b">Georg Vater</persName>
					in Bautzen, <placeName key="ed_cfv_ys3_vhb">Prag</placeName> und weiteren
					Städten, Dörfern und Klöstern in der Lausitz wie in Böhmen Werke von hoher
					künstlerischer Qualität und überregionaler Bedeutung (→ <rs type="term"
						key="Bildende Kunst" ref="-">Bildende Kunst</rs>). Neben professionellen
					Arbeiten entstand ein breites Spektrum an Volkskunst, die ab dem 19. Jh.
					Gegenstand ethnologischer Sammlungen wurde (→ <rs type="term" key="Museum"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4040795-0">Museen</rs>, → <rs type="term"
						key="Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes 1896" ref="-"
						>Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes</rs>) und mit der
					Gründung des <rs type="term" key="Wendisches Museum Bautzen" ref="-">Wendischen
						Museums in Bautzen</rs> 1904 eine Heimstatt fand. Ab der zweiten Hälfte des
					20. Jh. genießt die sorbische Volkskunst staatliche Förderung. Umfangreiche
					Sammlungen werden in regionalen Museen (insbesondere → <rs type="term"
						key="Sorbisches Museum/Serbski muzej" ref="-">Sorbisches Museum</rs> in
					Bautzen und → <rs type="term" key="Wendisches Museum Cottbus" ref="-">Wendisches
						Museum in Cottbus</rs>) und Heimatstuben bewahrt, erforscht und der
					Öffentlichkeit zugänglich gemacht.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2019/10/SKL-Denkmale-1B.jpg"/>Tafel am Pfarrhaus St. Michael in Bautzen; Fotografin: Hana Schön,
					Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Erste Zeugnisse materieller Kultur, die inschriftlich auf das Sorbische hinweisen, stammen
					aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. So war die nicht mehr erhaltene Glocke der
					evangelischen Wendischen Kirche in Bautzen von 1666 „der evangelischen
					wendischen Gemeinde bei der Kirche S. Michaelis“ gewidmet. Das heute im Dom St.
					Petri in Bautzen befindliche Grabmal von Domkapitular <persName
						key="ed_eb2_rdd_d3b">Andreas Adalbert Buccovius</persName> von 1669
					bezeichnet den Verstorbenen als „eccl.ae S.ti Petri Budissae senior Canonicus
					&amp; in Schlavonica lingua orthodoxae fidei concionator“ (der Kirche St. Petri
					in Bautzen Senior der Kanoniker und in slawischer Sprache rechten Glaubens
					Prediger). Pfarrer <persName key="ed_g5r_xdd_d3b">Georg Bernard Russ</persName>
					wurde auf einer nicht mehr vorhandenen Glocke der katholischen Wendischen Kirche
					in Bautzen 1691 als „serbicus concionator“ (sorbischer Prediger) bezeichnet. Auf
					dem dort erhaltenen Grabmal von 1694 heißt es über sein Wirken: „Serborum
					mandauit funera terrae“ (Leichname der Sorben vertraute er der Erde an).</p>
				<p>Im letzten Drittel des 18. Jh. entstanden im Wirkungsbereich der evangelischen
					Geistlichen der Oberlausitz erste Inschriften in sorbischer Sprache. Sie waren
					Ausdruck eines aufgeklärten, durch das Muttersprachenprinzip Luthers (→
					Reformation) und die <rs type="term" key="Wendische Predigergesellschaft"
						ref="-">Wendischen Predigergesellschaften</rs> in <placeName
						key="ed_q3s_3h3_vhb">Leipzig</placeName> und <placeName key="ed_yvk_f2j_vhb"
						>Wittenberg</placeName> geprägten sorbischen Selbstbewusstseins. Als erste
					Objekte wurden Grabdenkmale mit sorbischen Inschriften versehen. Das Grabmal für
						<persName key="ed_ohl_22d_d3b">Jan Ruška</persName> († 1775) auf dem
					Taucherfriedhof in Bautzen war offenbar nur sorbisch beschriftet, Grabmale mit
					deutschen Inschriften und einem sorbischen Spruch wurden für die Pfarrer
						<persName key="ed_azn_s2d_d3b">Handrij Nowak </persName>in <placeName
						key="ed_fpz_4vh_vhb">Gaußig</placeName> († 1780), <persName
						key="ed_adz_n5x_vhb">Pětr Ponich</persName> († 1785) und <persName
						key="ed_wcn_5fd_d3b">Samuel Bohuwěr Ponich</persName> († 1798) in <placeName
						key="ed_ts5_bn3_vhb">Malschwitz</placeName> errichtet. Nahezu gleichzeitig
					entstanden erste sorbische bzw. zweisprachige Inschrifttafeln: 1788 mit
					lateinisch-sorbischer Inschrift am Friedhofstor in Malschwitz, 1802 mit
					sorbischer Inschrift am Doppelhaus Diakonat/Kirchschule der Gemeinde St. Michael
					in Bautzen und 1805 mit deutsch-sorbischer Inschrift an der Kirche in <placeName
						key="ed_gyf_sr3_vhb">Oßling</placeName>. Ein außergewöhnliches Denkmal aus
					dem ausgehenden 18. Jh. ist eine reichlich 5 m hohe schlanke Granitsäule mit
					wortreicher, aus Versatzstücken verschiedener Bibelsprüche bestehender deutscher
					und sorbischer Inschrift, die um 1790 durch Oberamtsadvokat <persName
						key="ed_f1s_cgd_d3b">Gottfried Ernst Böhmer</persName> aus Bautzen als
					Bestandteil eines Lustgartens auf einer Anhöhe bei <placeName
						key="ed_jgt_rfh_vhb">Auritz</placeName> errichtet wurde. Sie war nach 1970
					in einer Sandgrube verschüttet worden, wurde 2009 geborgen und 2010 am
					originalen Standort wieder der Öffentlichkeit übergeben.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2019/10/SKL-Denkmale-2B.jpg"/>Grabstein für Jan Bjedrich Fryco in Kolkwitz; Fotografin: Anja Pohontsch,
					Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Das 19. Jh. erbrachte eine Vielfalt von Denkmalen mit sorbischen Inschriften.
					Bereits im Vorfeld der <rs type="term" key="nationale Wiedergeburt"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4361398-6">nationalen Wiedergeburt</rs> fanden
					diese in der Oberlausitz v. a. im kirchlichen Raum Verbreitung. Erste Glocken
					mit sorbischen Inschriften wurden gegossen für katholische (<placeName
						key="ed_dqg_tt3_vhb">Radibor</placeName> 1835) wie für evangelische
						(<placeName key="ed_rhp_nm3_vhb">Lohsa</placeName> 1843) Kirchen. Es gab
					erste sorbische Inschriften auf Paramenten (Bautzen, St. Michael 1830),
					Abendmahlsgeräten (Bautzen, St. Michael 1846) und Einrichtungsgegenständen im
					Kirchenraum (<placeName key="ed_lvr_5t3_vhb">Ralbitz</placeName>, Marienaltar
					1849, Radibor, Kanzel vor 1850). In der Niederlausitz kam es erst später und
					weitaus seltener zu sorbischen Beschriftungen (<placeName key="ed_y3d_3y3_vhb"
						>Sielow</placeName>, Parament 1862, <placeName key="ed_ik4_xsh_vhb"
						>Döbbrick</placeName>, Glocke 1873). Die Praxis der Ausgestaltung
					kirchlicher Räume mit sorbischen Inschriften – auf Wänden, Fenstern, Glocken,
					Emporenbrüstungen, Altären, Kanzeln, Taufsteinen, Abendmahlsgeräten, Paramenten,
					Fahnen – fand in der Oberlausitz weite Verbreitung ab der zweiten Hälfte des 19.
					Jh., dauerte mit abnehmender Intensität bis in die 30er Jahre des 20. Jh. an und
					findet gelegentlich auch in der Gegenwart noch Anwendung. Historische sorbische
					Inschriften sind in vielen Kirchen erhalten (<placeName key="ed_vpd_cxh_vhb"
						>Gröditz</placeName>, <placeName key="ed_s5t_fg3_vhb">Kreba</placeName>,
						<placeName key="ed_rt4_5sh_vhb">Dissen</placeName>, Döbbrick). Andernorts
					wurden sie durch Kriegseinwirkung zerstört (<placeName key="ed_dhb_ydj_vhb"
						>Werben</placeName>) bzw. bei Renovierungen entfernt (<placeName
						key="ed_wc5_hyh_vhb">Großpostwitz</placeName>, <placeName
						key="ed_hcx_wm3_vhb">Luppa</placeName>, Malschwitz) oder neu gefasst
						(<placeName key="ed_hxb_ndj_vhb">Weigersdorf</placeName>, <placeName
						key="ed_u3m_lyh_vhb">Großwelka</placeName> Friedhofskapelle). In
					Einzelfällen wurden sie nach Jahren der Übertünchung wieder entdeckt und
					restauriert (<placeName key="ed_pwq_jw3_vhb">Saritsch</placeName>).</p>
				<p>An vielen Schulneubauten, besonders in der evangelischen Oberlausitz, wurden in
					der zweiten Hälfte des 19. Jh. Inschrifttafeln mit sorbischen (<placeName
						key="ed_g1b_k3h_vhb">Breitendorf</placeName>, <placeName
						key="ed_pxr_3r3_vhb">Nostitz</placeName>) bzw. deutsch-sorbischen
						(<placeName key="ed_cdl_hy3_vhb">Siebitz</placeName>, <placeName
						key="ed_vpd_cxh_vhb">Gröditz</placeName>) Sprüchen üblich. Nur ein Teil
					davon ist erhalten, viele wurden aus antisorbischen und/oder antikirchlichen
					Motiven in der <rs type="term" key="NS-Zeit" ref="-">NS-Zeit</rs> zerstört bzw.
					unkenntlich gemacht (<placeName key="ed_dmr_ldj_vhb">Wartha</placeName> b.
						<placeName key="ed_pqj_h13_vhb">Guttau</placeName>, <placeName
						key="ed_jrn_13d_d3b">Rodewitz/Spree</placeName>). Ähnliche Inschrifttafeln
					ließen in der zweiten Hälfte des 19. Jh. begüterte Bauern an ihren Wohn- bzw.
					Wirtschaftsgebäuden anbringen. Teilweise befinden sich diese noch heute an
					originaler Stelle (<placeName key="ed_uml_c3d_d3b">Singwitz</placeName>,
						<placeName key="ed_uht_d3d_d3b">Kohlwesa</placeName>), andere wurden
					abgenommen und eingelagert (<placeName key="ed_qxw_myh_vhb"
					>Grubditz</placeName>, <placeName key="ed_xxr_ty3_vhb">Spittwitz</placeName>)
					oder sind verloren (<placeName key="ed_qbf_kf3_vhb">Koblenz</placeName>,
						<placeName key="ed_opt_vg3_vhb">Laubusch</placeName>).</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2019/10/SKL-Denkmale-3B.jpg"/>Zejler-Denkmal in Lohsa, 1931; Sorbisches Kulturarchiv am
					Sorbischen Institut</p>
				<p>Im katholischen Gebiet wurde es im 19. Jh. üblich, Kruzifixe mit sorbischen Inschriften zu
					versehen. Ein vergleichbares religiöses Objekt auf evangelischer Seite ist die
					Inschriftsäule in <placeName key="ed_tfd_pm3_vhb">Lomske</placeName>, in die ein
					Bauer um 1890 eigenhändig einen sorbischen Psalmvers einmeißelte. Weit
					verbreitet waren hauptsächlich in der Oberlausitz sorbische oder
					deutsch-sorbische Grabinschriften auf Holzkreuzen wie auf Steinmalen. Zwei
					Beispiele von 1881 bzw. 1889 finden sich auch in Übersee, in den durch die
					sorbische <rs type="term" key="Auswanderung"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4003920-1">Auswanderung</rs> gegründeten
					Siedlungen <placeName key="ed_vy5_lfh_vhb">Alt-Warda</placeName> und <placeName
						key="ed_rjv_fy3_vhb">Serbin</placeName> in Texas. Ein einmaliges Zeugnis
					Lausitzer Kulturgeschichte ist die sorbische Inschrift am
					König-Friedrich-August-Turm, dem gusseisernen Aussichtsturm auf dem Löbauer
					Berg, einem bürgerlichen Prestigebau von 1854. Von den im 19. Jh. noch seltenen
					Kriegerdenkmalen trugen einige sorbische (<placeName key="ed_ig2_cp3_vhb"
						>Neschwitz</placeName>) bzw. deutsch-sorbische (<placeName
						key="ed_wc5_hyh_vhb">Großpostwitz</placeName>, <placeName
						key="ed_a3n_cwh_vhb">Göda</placeName>) Inschriften. Zum 400. Geburtstag
					Martin Luther 1883 wurden in der sächsischen Oberlausitz Luther-Denksteine mit
					sorbischen (<placeName key="ed_qfg_yq3_vhb">Niedergurig</placeName>, <placeName
						key="ed_dhb_txh_vhb">Großdöbschütz</placeName>) bzw. deutsch-sorbischen
					Inschriften (<placeName key="ed_fgg_1wh_vhb">Gnaschwitz</placeName>, <placeName
						key="ed_xds_12j_vhb">Wetro</placeName>) errichtet. Einzigartig für
					Denkmalsbestrebungen im Volk ist das Beispiel der Wüstung <placeName
						key="ed_kjr_sb3_vhb">Hronow (Ronow</placeName>), wo sorbische Bauern,
					inspiriert von Legenden und Publikationen, zusätzlich zu einem schon vorhandenen
					alten Kreuzstein zwischen 1860 und 1910 vier weitere Denksteine bzw. Kruzifixe
					aufstellten.</p>
				<p>Das erste Denkmal, das von Sorben für eine sorbische Persönlichkeit errichtet wurde, ist der
					Gedenkstein für den „Wohltäter der Wenden“ <persName key="ed_kpy_ymv_vhb">Jan
						Michał Budar</persName> in Großpostwitz, der durch Spendensammlungen
					finanziert und 1867 festlich geweiht wurde. Es folgte auf katholischer Seite
					1885 ein Gedenkstein für <persName key="ed_arf_ljd_d3b">Bosćan Tecelin
						Mět</persName> in <placeName key="ed_b4b_zr3_vhb">Kuckau</placeName> und
					1906 eine Gedenktafel für <persName key="ed_jd2_mx4_c3b">Michał
						Hórnik</persName> in <placeName key="ed_jn5_jt3_vhb">Räckelwitz</placeName>.
					In den Jahren zwischen beiden Weltkriegen entstanden, inspiriert durch
					tschechische Vorbilder und verbunden mit nationalen Manifestationen, Denkmale
					für <persName key="ed_g3f_tdp_c3b">Korla Awgust Kocor</persName> in <placeName
						key="ed_zld_ygh_vhb">Berge</placeName> und für <persName
						key="ed_vkv_nwx_vhb">Handrij Zejler</persName> in Lohsa sowie Gedenktafeln
					für <persName key="ed_ek4_jbp_c3b">Jakub Bart-Ćišinski</persName> in Kuckau und
					Bosćan Tecelin Mět in <placeName key="ed_yyf_sv3_vhb">Rosenthal</placeName>.
					Kriegerdenkmale für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs wurden in der
					Oberlausitz häufig zweisprachig gestaltet, wobei sich der sorbische Text meist
					auf einen kurzen Gedenkvers beschränkt.</p>
				<p>Die ersten Denkmale nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von sorbischen Studenten 1946
					errichtet: eine Gedenktafel für <persName key="ed_c5k_yp4_vhb">Alojs
						Andricki</persName> in Radibor und ein Gedenkstein für die slawischen
					Befreier in <placeName key="ed_rmq_yjd_d3b">Königswartha</placeName>. In den
					folgenden Jahrzehnten entstand eine Vielzahl von Erinnerungsstätten im Gedenken
					an sorbische Persönlichkeiten, wofür Jubiläen der Geehrten, Festivals der
					sorbischen Kultur (→ <rs type="term" key="Sorbische Volkstreffen" ref="-"
						>Sorbische Volkstreffen</rs>), Jahrestage der DDR, der <rs type="term"
						key="Domowina" ref="-">Domowina</rs> und dergleichen genutzt wurden, z. B.
					für Vertreter der sorbischen Kultur- und Geistesgeschichte des 19. und 20. Jh.
					(Jakub Bart-Ćišinski, Michał Hórnik, <persName key="ed_mhc_jnv_vhb">Jan Arnošt
						Smoler</persName>, <persName key="ed_cmt_2dy_vhb">Bogumił Šwjela</persName>,
					Handrij Zejler, <persName key="ed_eql_pm4_c3b">Bjarnat Krawc</persName>) und
					Opfer des Nationalsozialismus (Alojs Andricki, <persName key="ed_cqp_vbp_c3b"
						>Marja Grólmusec</persName>, <persName key="ed_ncb_nkd_d3b">Pawoł
						Njek</persName>). Einige der Geehrten wurden mehrfach mit Denkmalen bzw.
					Gedenktafeln an verschiedenen Orten bedacht. Züge von Personenkult trugen die
					Ehrungen der beiden sorbischen Kommunisten <persName key="ed_tdf_rkd_d3b">Kurt
						Krjeńc</persName> und <persName key="ed_jlm_5kd_d3b">Korla Janak</persName>
					in den 1970er und 1980er Jahren. Selten wurden Denkmale bzw. Gedenktafeln
					bedeutenden Ereignissen der sorbischen Geschichte gewidmet, etwa der Begründung
					der Tradition sorbischen <rs type="term" key="Theater"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4059702-7">Theaters</rs> auf dem Lande 1877 in
						<placeName key="ed_jjg_fh3_vhb">Lehndorf</placeName>, der Gründung der
					Domowina 1912 in <placeName key="ed_wkb_qb3_vhb">Hoyerswerda</placeName> oder
					ihrer Neugründung 1945 in Crostwitz. Von Staats-, Partei- oder
					Gewerkschaftsorganen errichtete Erinnerungsstätten, wie Denkmale der
					Arbeiterbewegung, Denkmale für die Opfer der NS-Diktatur und Denkmale zur
					Befreiung vom Faschismus, wurden als Ausdruck der Nationalitätenpolitik der DDR
					v. a. in der Oberlausitz gelegentlich zweisprachig gestaltet. Auch bei
					Auftragswerken der Kunst an Bauwerken oder in Innenstädten wurden bisweilen
					sorbische Trachten- und Folkloremotive einbezogen. Exemplarisches Beispiel
					hierfür ist die künstlerische Ausgestaltung des Wendischen Viertels in
						<placeName key="ed_oyh_pkh_vhb">Cottbus</placeName> in den 1980er Jahren.
					Ausnahmen blieben von kirchlicher Seite errichtete Denkmale, wie 1983 eine an
					den Besuch des polnischen Kardinals und späteren <persName key="ed_zjy_bld_d3b"
						>Papstes Johannes Paul II.</persName> 1975 erinnernde Gedenktafel in
					Crostwitz und – ebenfalls 1983 – anlässlich des 500-jährigen Luther-Jubiläums
					ein Denkmal für die „Verkünder von Gottes Wort in sorbischer Sprache“ an der
					Bautzener Michaeliskirche.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2019/10/SKL-Denkmale-4B.jpg"/>Ćišinski-Denkmal in Panschwitz-Kuckau, errichtet 1949;
					Fotografin: Hana Schön, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Seit der deutschen Wiedervereinigung gehen die Denkmalsbestrebungen größtenteils von
					sorbischen Vereinen aus. Geehrt werden seitdem neben Persönlichkeiten des 19.
					und 20. Jh. (<persName key="ed_sgq_l2j_d3b">Marja Kubašec</persName>, <persName
						key="ed_egg_wq4_vhb">Mikławš Andricki</persName>, <persName
						key="ed_dgv_mnv_vhb">Arnošt Muka</persName>, <persName key="ed_zgt_ktv_c3b"
						>Karlo Nowak</persName>, <persName key="ed_cks_s2j_d3b">Mato
						Kosyk</persName>, <persName key="ed_pcj_4tv_c3b">Wylem Šybaŕ</persName>) v.
					a. Personen früherer Jahrhunderte aus dem religiös-humanistischen Bereich, deren
					Wirken zur <rs type="term" key="DDR-Zeit" ref="-">DDR-Zeit</rs> unzureichend
					gewürdigt worden war (<persName key="ed_zrt_y2j_d3b">Jurij Mjeń</persName>,
						<persName key="ed_msq_dfj_d3b">Michał Jan Wałda</persName>, <persName
						key="ed_bnl_b24_c3b">Mikławš Jakubica</persName>, <persName
						key="ed_tg1_jkc_d3b">Jan Bok</persName>, <persName key="ed_y14_jfj_d3b"
						>Caspar Peucer</persName>, <persName key="ed_k4b_yhp_c3b">Albin
						Moller</persName>, <persName key="ed_e3y_xby_vhb">Jan Bogumił
						Fabricius</persName>, <persName key="ed_x32_d3p_c3b">Wjacław
						Warichius</persName>, <persName key="ed_yy4_n1y_vhb">Jan Kilian</persName>).
					Außergewöhnlich im Anliegen wie in Größe und Gestaltung ist die an die
					Christianisierung der Lausitz erinnernde Gedenkstätte für die Slawenapostel
						<persName key="ed_m3v_h55_c3b">Cyrill</persName> und <persName
						key="ed_jfp_m55_c3b">Method</persName>, die im Millenniumsjahr 2000 bei
						<placeName key="ed_m5f_sw3_vhb">Schmochtitz</placeName> angelegt wurde.</p>
				<p>Dem sorbischen Volk war es aufgrund seiner historischen Situation nicht möglich, eigene
					Denkmalschutzstrukturen und -institutionen zu schaffen. Nach Vorbild der
					deutschen Altertumsvereine des 19. Jh. wirkte im Rahmen der <rs type="term"
						key="Maćica Serbska/Maśica Serbska" ref="-">Maćica Serbska</rs> eine Sektion
					für Altertümer, die sich jedoch vorrangig archäologischen Themen widmete.
					Erhaltung und Schutz von Erinnerungsstätten sorbischer Kulturgeschichte blieben
					kirchlichen und privaten Initiativen überlassen. So wurden 1877 durch die
					Kirchgemeinde Großpostwitz sechs Pfarrergrabmale, u. a. von <persName
						key="ed_ndb_vrz_whb">Michał Frencel</persName> († 1706) und <persName
						key="ed_vsx_rr4_c3b">Jan Běmar</persName> († 1742), erneuert und in einer
					Gemeinschaftsanlage aufgestellt. In <placeName key="ed_slv_g23_vhb"
						>Kittlitz</placeName> ließ die Kirchgemeinde 1883/84 die Grabmale der
					Geistlichen <persName key="ed_ynf_wfj_d3b">Matej Šołta</persName> († 1773) und
						<persName key="ed_msn_1gj_d3b">Christian Friedrich Brahtz</persName> (†
					1797) restaurieren. Im Zuge des Kirchenneubaus in <placeName
						key="ed_v34_3f3_vhb">Klix</placeName> setzte man 1893 das Grabmal von
					Pfarrer <persName key="ed_yfn_ssz_whb">Johann Gottfried Kühn</persName> († 1763)
					vom Friedhof in den geschützten Raum der Sakristei um. In <placeName
						key="ed_qzv_nf3_vhb">Kolkwitz</placeName> erfolgte 1904 auf Initiative des
					örtlichen Kirchschullehrers die Restaurierung des Grabmals von Pfarrer <persName
						key="ed_t3x_dsz_whb">Jan Bjedrich Fryco</persName> († 1819). In den nächsten
					Jahrzehnten wiederholt öffentlich geäußerte Mahnungen, etwa für den Erhalt von
					sorbisch beschrifteten Grabmalen, verhallten ohne Wirkung. Mehrere Grabstätten
					erfuhren eine, die Gräber von Korla Awgust Kocor in Kittlitz und Handrij Zejler
					in Lohsa sogar zwei Umgestaltungen. Erst im Gefolge der Erberezeption im letzten
					Jahrzehnt der DDR kam es auch bei den Sorben zu konkreten Maßnahmen der
					Denkmalpflege. Nachdem auf Anregung von Privatpersonen Anfang der 1980er Jahre
					die Grabdenkmale von Jan Bjedrich Fryco in Kolkwitz sowie Michał Frencel und Jan
					Běmar in Großpostwitz erneuert worden waren, wurde 1985 eine Arbeitsgruppe für
					das sorbische Kulturerbe beim Nationalen Rat der DDR zur Pflege und Verbreitung
					des deutschen Kulturerbes gegründet, zu deren Aufgaben auch die Sorge um
					Denkmale der sorbischen Kulturgeschichte gehörte. Seit den 1990er Jahren widmen
					sich namentlich die Maćica Serbska in der Oberlausitz resp. die Maśica Serbska
					und die Arbeitsgruppe Serbske pomniki (Sorbische Denkmale) in der Niederlausitz
					der Pflege sorbischer Denkmale. Seit 2000 wird am <rs type="term"
						key="Sorbisches Institut" ref="-">Sorbischen Institut</rs> an der
					Inventarisierung sorbischer Kulturdenkmale gearbeitet. Seit 2001 besteht bei der
					Maćica Serbska ein Ausschuss, der Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Neuerrichtung
					sorbischer Denkmale koordiniert.</p>
				<p>Lit.: J. Młynk: Serbske pomniki. Mały přewodnik, Budyšin. 1965; T. Malinkowa: Der alte
					Friedhof in Rohne. Stare pohrjebnišćo w Rownom, Budyšin 2011; Das Wendische
					Cottbus – Serbski Chóśebuz, Hg. S. Krestin, Cottbus 2011; T. Malinkowa: Serbske
					pomniki. Přewodnik po serbskich wopomnišćach, Budyšin 2019</p>
			</div>
		</body>
    </text>
</TEI>
