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			<titleStmt>
				<title>Fernsehen</title>
				<title xml:lang="deu">Fernsehen</title>
				<title xml:lang="hsb">Telewizija</title>
				<title xml:lang="dsb">Telewizija</title>
				<title xml:lang="eng">Television</title>
				<author>
					<persName key="ed_k35_cs4_2mb">Ratajczak, Cordula</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter
					Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen:
					Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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		<profileDesc>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Massenmedium, das Fernsehsendungen konzipiert, produziert und ausstrahlt. Zum
					sorbischen Fernsehen gehören Sendungen und Beiträge in nieder- und
					obersorbischer Sprache bzw. mit sorbischer Thematik.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Masowy medij, kotryž telewizijne programy koncipuje, produkuje a wusyła. K
					serbskej telewiziji słušeja wusyłanja a přinoški w delnjo- a hornjoserbšćinje
					resp. ze serbskej tematiku.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Masowy medium, kótaryž koncipěrujo, producěrujo a wusćeła telewizne wusćełanja. K
					serbskej telewiziji słušaju wusćełanja a pśinoski w dolno- a górnoserbskej rěcy
					resp. ze serbskeju tematiku.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Mass medium that designs, produces and broadcasts TV programs. The Sorbian
					television broadcasts and contributions in Lower- and Upper Sorbian language or
					with Sorbian subject matter.</p>
			</abstract>
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				<keywords>
					<term key="Fernsehsendung">Fernsehsendung</term>
					<term key="Medien">Medien</term>
					<term key="Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)">Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)</term>
					<term key="Rundfunk">Rundfunk</term>
					<term key="Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB">Rundfunk Berlin-Brandenburg
						RBB</term>
					<term key="Film">Film</term>
				</keywords>
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    <text>
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			<div>
				<p>Massenmedium, das Fernsehsendungen konzipiert, produziert und ausstrahlt. Zum
					sorbischen Fernsehen gehören Sendungen und Beiträge in nieder- und
					obersorbischer Sprache bzw. mit sorbischer Thematik. Fernsehen ist in der
					modernen Mediengesellschaft ein sog. Leitmedium, die aktive Teilhabe von
					Minderheiten daran gehört zu den in Europa anerkannten Rechten. Die
					Bundesrepublik Deutschland ratifizierte 1999 die Europäische Charta der
					Regional- oder Minderheitensprachen, die im Artikel „Medien“ auch
					Verpflichtungen hinsichtlich von Fernsehkanälen resp. Fernsehsendungen in der
					Minderheitssprache festschreibt.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Fernsehen_01.jpg"
					/>Webauftritt des niedersorbischen Fernsehmagazins »Łužyca« des rbb, 2020</p>
				<p>DDR: Im Fernsehen der DDR gab es – anders als im <rs type="term" key="Rundfunk">Rundfunk</rs>
					– keine Sendungen in sorbischer Sprache. Vorschläge zur Einbindung sorbischer
					Themen in die deutschsprachige Berichterstattung und Ideen für ein
					eigenständiges „Territorialprogramm“ entstanden bei der <rs type="term"
						key="Domowina">Domowina</rs> bereits in den 1960er Jahren. 1983 wurde mit
					dem Ministerium des Innern die programmatische Einbeziehung sorbischer Inhalte
					vereinbart. Beiträge lieferte die Produktionsgruppe „Sorbischer Film“. 1985
					umfasste die thematische Präsenz der Sorben im DDR-Fernsehen insgesamt 30
					deutschsprachige Beiträge unterschiedlicher Länge. Nach der deutschen
					Wiedervereinigung 1990 kam es durch die föderale Struktur der Bundesrepublik und
					die Neugründung öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten zu einer
					unterschiedlichen Entwicklung in Sachsen und Brandenburg.</p>
				<p>Niedersorbisches Fernsehen: Mitglied des ersten Rundfunkrates der im Oktober 1991 gegründeten
					brandenburgischen Landesrundfunkanstalt ORB (seit 2003 Rundfunk
					Berlin-Brandenburg, RBB) war ein Vertreter der Domowina. Auf seine Initiative
					hin beschloss das Gremium die Einrichtung einer monatlichen niedersorbischen
					Fernsehsendung, deren Premiere auf den 19.4.1992 fiel. Das 30-minütige
					moderierte Magazin „Łužyca – Sorbisches aus der Lausitz“ (zunächst im
					Zweikanalton, inzwischen mit deutschen Untertiteln), besteht aus verschiedenen
					Beiträgen zu kulturhistorischen und aktuellen Themen sowie einem Infoblock. Zur
					Konzeption gehören vierteljährliche monothematische Schwerpunktsendungen. Fester
					Termin ist der dritte Sonnabend im Monat. Die Mediathek bietet seit Mitte 2009
					im Internet einzeln abrufbare Beiträge der Sendungen des letzten Jahres an. Bis
					Ende 2009 wurde das Magazin vom Sorabia-Film-Studio in <rs type="term"
						key="Bautzen">Bautzen</rs> produziert (→ <rs type="term" key="Film"
						>Film</rs>), seit 2010 vom RBB selbst.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Fernsehen_02.jpg"
					/>Webauftritt des obersorbischen Fernsehmagazins »Wuhladko« des MDR, 2020</p>
				<p>Obersorbisches Fernsehen: Anders als in Brandenburg bestanden in Sachsen
					Schwierigkeiten, die die Ausstrahlung obersorbischer Fernsehsendungen zunächst
					für zehn Jahre verhinderten. Am 30.5.1991 wurde der Staatsvertrag für die
					Dreiländeranstalt Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) zwischen Sachsen,
					Sachsen-Anhalt und Thüringen geschlossen. Zwar beinhaltete er im Programmauftrag
					den Passus, Kulturen von Minderheiten sei Rechnung zu tragen, doch waren im
					ersten Rundfunkrat des MDR – anders als in Brandenburg – keine Sorben vertreten.
					Plädoyers für regelmäßige Fernsehsendungen „von Sorben für Sorben“, u. a.
					vonseiten des damaligen sächsischen Ministerpräsidenten, wurden mit dem Argument
					zurückgewiesen, Thüringern und Sachsen-Anhaltinern seien sorbischen Sendungen
					„nicht vermittelbar“, eine Programmtrennung technisch nicht möglich. Am
					13.10.1996 wurde die MDR-Kindersendung „Unser Sandmännchen“ sonntags erstmals
					auch obersorbisch im Zweikanalton terrestrisch ausgestrahlt. 1998 wurde ein
					Sorbe in den MDR-Rundfunkrat gewählt. Parallel dazu gelang es 1999, über die für
					den privaten Rundfunk zuständige Sächsische Landesmedienanstalt einen
					Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal (SAEK) in Bautzen zu gründen. Eine
					Gruppe ausgebildeter Laien (später Transkult TV e. V.) produzierte dort in
					Kooperation mit dem privaten Lokalsender „punkteins oberlausitz TV“ das
					30-minütige Magazin „Serbske wokno“, das am 28.8.2001 als erste obersorbische
					Fernsehsendung im regionalen Kabelnetz ausgestrahlt wurde. Am 7.9.2001 startete
					der MDR schließlich das Magazin „Wuhladko“, das zunächst nur terrestrisch in
					Sachsen zu empfangen war. Das letzte von neun Magazinen „Serbske wokno“ wurde im
					April 2002 gesendet. „Wuhladko“ als moderiertes, halbstündiges
					Nachrichtenmagazin (mit deutschen Untertiteln) umfasst ca. fünf aktuelle
					Beiträge unterschiedlicher Thematik, einen Informationsblock sowie oft ein
					Interview. In der Mediathek des MDR ist die Sendung, die in der Regel am ersten
					Sonnabend eines Monats läuft, für mehrere Monate abrufbar.</p>
				<p>Im Unterschied zum Rundfunk hat das Fernsehen der Sorben ob fehlender täglicher
					Präsenz den Status eines Alltagsmediums bislang nicht erreicht. </p>
				<p>Lit.: Medien der Gesellschaft – Gesellschaft der Medien, Hg. A. Ziemann, Konstanz
					2006. https://www.mdr.de/serbski-program/wuhladko/index.html;
					www.rbb-online.de/luzyca/; F. Kiedaisch: Telewizijne wusylanja pod lupu. Abo:
					Kak je, wědomostnje telewiziju hladać, in: Rozhlad 67 (2017) 4 .</p>
			</div>
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