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				<title>Maibaumwerfen</title>
				<title xml:lang="deu">Maibaumwerfen</title>
				<title xml:lang="hsb">Mejemjetanje</title>
				<title xml:lang="dsb">Pušćanje majskego boma</title>
				<author>
					<persName key="ed_dym_yvx_vhb">Wałda, Měrćin (1951-)</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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        </fileDesc>
		<profileDesc>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Volksfest in der sorbischen katholischen Region und in angrenzenden evangelischen
					Dörfern, bei dem ein meist zu Walpurgis (30. April) auf dem Dorfplatz
					aufgestellter, glatter Baumstamm, dessen Spitze mit Bändern und Kränzen
					geschmückt ist, gefällt wird.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Ludowy swjedźeń w serbskej katolskej kónčinje a w susodnych ewangelskich
					wjeskach. Zwjetša so we wałpornej nocy (30. apryla) na nawsy stajeny hładki štom
					pušći, kotrehož wjeršk je z bantami a wěncami wupyšeny.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Ludowy swěźeń w serbskem katolskem regionje a susednych ewangelskich jsach, pśi
					kótaremž na hołpargi (30. apryl) na najsy stajony, gładki štom pušćiju,
					kótaregož wjerašk jo z bantami a wěncami wupyšnjony.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Folk festival in the Sorbian Catholic region and in the adjacent Protestant
					villages, where a smooth tree trunk, whose top is decorated with ribbons and
					wreaths, set up commonly at Walpurgis (30 April) on the village square, is cut
					down.</p>
			</abstract>
			<textClass>
				<keywords>
					<term key="Brauchtum">Brauchtum</term>
					<term key="Bräuche">Brauch</term>
					<term key="Manifest">Manifest</term>
					<term key="Fest">Fest</term>
					<term key="Maibaum">Maibaum</term>
					<term key="Hexenbrennen">Hexenbrennen</term>
				</keywords>
			</textClass>
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			<div>
				<p>Volksfest in der sorbischen <rs type="term" key="katholische Region">katholischen Region</rs>
					und in angrenzenden evangelischen Dörfern, bei dem ein meist zu Walpurgis (30.
					April) auf dem Dorfplatz aufgestellter, glatter Baumstamm, dessen Spitze mit
					Bändern und Kränzen geschmückt ist, gefällt wird. In der <rs type="term"
						key="Niederlausitz">Niederlausitz</rs> wird am 1. Mai der Maibaum
					aufgestellt und vielerorts erst Pfingsten oder Johannis, allerdings ohne Fest,
					abgenommen.</p>
				<p>Der Maibaum galt als Vergrößerung des Segenszweigs (Palmzweigs) bzw. der Lebensrute und als
					Symbol für Fruchtbarkeit. Die Vorläufer waren grüne Zweige oder Bäumchen
					(obersorb. <ex>meja</ex>, <ex>mejka</ex>, niedersorb. <ex>majka</ex>), die seit
					dem frühen Mittelalter als Schmuck dienten oder als Ehren- und Liebesmaien
					verschenkt wurden. Sie sind überall in Europa auch als Pfingst- bzw.
					Kirchweihbäume oder als mit Preisen behängte Kletterstangen bekannt. Wollte man
					sich zu Walpurgis noch vor dem „Alten“ schützen (→ <rs type="term"
						key="Hexenbrennen">Hexenbrennen</rs>), so wurde am ersten Maitag das „Neue“
					eingeholt. Die Berührung mit den Sprösslingen sollte Lebensfülle bringen, um
					alles Böse zu überwinden. Mancherorts wurde das Vieh um den Baum geführt, war es
					doch oft der Tag des ersten Viehaustriebs. Kinder stellten Weidenruten auf und
					sprangen darüber, um Glück zu erhaschen oder damit die Kühe viel Milch gaben.
					Maikönig und -königin galten als Vegetationspaar.</p>
				<p><graphic url="https://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Maibaumwerfen_01.jpg"/>Maibaumaufstellen in Ostro, 1954; Fotograf: Kurt Heine, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p><graphic url="https://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Maibaumwerfen_02-scaled.jpg"/>Tanz um den Maibaumbaum in Ostro, 2017; Fotografin: Anja Pohontsch; Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Für den Maibaum wird ein gerade gewachsener Nadelbaum entästet und geschält. Eine am Wipfel
					befestigte junge Birke (in einigen Orten eine junge Fichte), wird mit Kranz,
					bunten Bändern oder Schleifen, gelegentlich mit sorbischen Fähnchen (→ <rs
						type="term" key="nationale Symbole">Nationale Symbole</rs>) versehen, der
					Stamm oftmals mit Girlanden umwunden. Nach dem Aufstellen tanzt die Dorfjugend
					um ihn herum, in einigen katholischen Dörfern werden auch Marienlieder (→ <rs
						type="term" key="Kirchenlied">Kirchenlied</rs>) gesungen. Der Maibaum wird
					in der Regel bewacht, damit er nicht von der Jugend der Nachbarorte gefällt
					wird. Wenige Wochen später findet das Maibaumwerfen statt. Bevor der Maibaum
					„geworfen“ wird, tanzt die Jugend unter ihm. Wer von den Burschen in einem
					Wettlauf nach dem Fällen den Wipfel als Erster erhascht, ist Maikönig. Er wählt
					sich seine Maikönigin für den Umzug durchs Dorf. Das Paar erhält den
					Vortanz.</p>
				<p>Die Maibaumtradition stieß bei der evangelischen Kirche auf Ablehnung, wurde jedoch von der
					Gegenreformation akzeptiert. Strenge Forstbestimmungen brachten den Brauch
					vielerorts zum Erliegen. Nach erneuter Entfaltung im 19. Jh., u. a. durch
					Mai-Vereine, sowie nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Maibaum zur Mode.
					Intensive Verbreitung erlebte er während der <rs type="term" key="NS-Zeit"
						>NS-Zeit</rs>, als er zum Sinnbild des ideologischen Aufbruchs stilisiert
					wurde. In der Niederlausitz wurde das Maibaumaufstellen deshalb von Pfingsten
					auf den 1. Mai vorverlegt. </p>
				<p>Lit: H. Faßke: Maibräuche der Sorben, in: Lětopis C 27 (1984); M. Walde:
					Hexenbrennen und Maibaum, Bautzen 1996.</p>
			</div>
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