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			<titleStmt>
				<title>Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften</title>
				<title xml:lang="deu">Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften</title>
				<title xml:lang="hsb">Hornjołužiske towarstwo wědomosćow</title>
				<title xml:lang="dsb">Górnjołužyske towaristwo wědomosćow</title>
				<title xml:lang="eng">Academic Society of Upper Lusatia</title>
				<author>
					<persName key="ed_ov4_cs5_2mb">Kunze, Peter</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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		<profileDesc>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Gelehrtengesellschaft, die 1779 auf Initiative des Juristen, Historikers und
					Sprachforschers Karl Gottlob von Anton in Görlitz gegründet wurde. Sie wollte
					durch wissenschaftliche Forschungen über Geschichte und Naturkunde der
					Oberlausitz zur allgemeinen Aufklärung beitragen.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Towarstwo wučenych, kotraž so 1779 na iniciatiwu jurista, historikarja a
					rěčespytnika Karla Gottloba von Anton w Zhorjelcu załoži. Wone chcyše w Hornjej
					Łužicy z pomocu wědomostneho slědźenja na polu stawiznow a přirodowědy
					powšitkownemu rozswětlerstwu přinošować.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Towaristwo wuconych, ako jo se 1779 na iniciatiwu jurista, historikarja a
					rěcywědnika Karla Gottloba von Anton w Zgórjelcu załožyło. Wóno jo kśěło z
					pomocu wědomnostnego slěźenja na pólu stawiznow a pśirodowědy Górneje Łužyce k
					powšyknemu rozswětlaŕstwu pśinosowaś.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Society of scholars, which was founded in 1779 in Görlitz, on the initiative of
					the lawyer, historian and linguist Karl Gottlob von Anton. Its aim was to
					contribute to the general enlightenment through scientific research on the
					history and natural history of Upper Lusatia.</p>
			</abstract>
			<textClass>
				<keywords>
					<term key="Wissenschaft">Wissenschaft</term>
					<term key="Wissenschaftliche Gesellschaft">Wissenschaftliche Gesellschaft</term>
					<term key="Wissenschaftliche Literatur">Wissenschaftliche Literatur</term>
					<term key="Landesgeschichte">Landesgeschichte</term>
					<term key="Regionalkultur">Regionalkultur</term>
				</keywords>
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		</profileDesc>
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				<p>Gelehrtengesellschaft (Abk. OLGdW), die 1779 auf Initiative des Juristen,
					Historikers und Sprachforschers <persName key="ed_pby_yq4_vhb">Karl Gottlob von
						Anton</persName> in <placeName key="ed_lhp_gwh_vhb">Görlitz</placeName>
					gegründet wurde. Sie wollte durch wissenschaftliche Forschungen über Geschichte
					und Naturkunde der <rs type="term" key="Oberlausitz">Oberlausitz</rs> zur
					allgemeinen Aufklärung beitragen. In den Anfangsjahren zählten auch Fragen der
					Landwirtschaft und des Bildungswesens zu den Schwerpunkten, so die 1780
					angeregte Preisaufgabe über Mängel in der Erziehung des Landvolks und über
					Mittel zur Abhilfe derselben (Gründung von <rs type="term" key="Lehrerseminar"
						>Lehrerseminaren</rs> und Ablösung der Frondienste). Mit ihren Bemühungen um
					Pflege und Erhaltung der nationalen Kulturen, um Erforschung der
					Nationalsprachen und der Nationalgeschichte vermittelte die Görlitzer
					Wissenschaftsgesellschaft der sorbischen <rs type="term" key="Nationalbewegung"
						>Nationalbewegung</rs>, die ähnliche Ziele verfolgte, vielfältige Impulse.
					Bald entwickelte sie sich zu einem wichtigen Zentrum deutsch-sorbischer Kontakte
					und zu einer bedeutsamen sorabistischen Forschungsstätte. Vertreter des
					sorbischen Bildungsbürgertums wirkten von Beginn an aktiv darin mit. Zu den 18
					Gründungsmitgliedern gehörten die beiden <rs type="term" key="Sorbe">Sorben</rs>
					<persName key="ed_vlc_gyx_vhb">Jan Hórčanski</persName>, Konrektor am Görlitzer
					Gymnasium, und <persName key="ed_wcn_5fd_d3b">Samuel Bohuwěr Ponich</persName>,
					Pfarrer in <placeName key="ed_ts5_bn3_vhb">Malschwitz</placeName>. Beide
					veröffentlichten in den ab 1782 herausgegebenen „Provinzialblättern“, denen 1793
					die „Lausitzische Monatsschrift“ und 1800 das „Lausitzische Magazin“ folgten,
					ihre Forschungsergebnisse zu Fragen der <rs type="term" key="Mythologie"
						>Mythologie</rs>, Topografie, Ur- und Frühgeschichte (→ <rs type="term"
						key="Geschichtsschreibung">Geschichtsschreibung</rs>), Sprache (→ <rs
						type="term" key="Sprachwissenschaft">Sprachwissenschaft</rs>),
					Kulturgeschichte sowie <rs type="term" key="Volkskunde">Volkskunde</rs> der
					Sorben. Damit trugen sie wirksam dazu bei, Kenntnisse zu vermitteln, Vorurteile
					abzubauen und bei der deutschen Bevölkerung Sympathien für das sorbische Volk zu
					wecken.</p>
				<p>Die Kontakte sorbischer Intellektueller zur Oberlausitzischen Gesellschaft der
					Wissenschaften hielten in den Folgejahren an. 1840 waren zehn Sorben Mitglied,
					darunter der Pfarrer und Dichter <persName key="ed_vkv_nwx_vhb">Handrij
						Zejler</persName>, der Pfarrer und Sorbenkundler <persName
						key="ed_svs_kwx_vhb">Handrij Lubjenski</persName>, der katholische Bischof
						<persName key="ed_jfy_3nn_q3b">Franc Jurij Lok</persName> und aus der <rs
						type="term" key="Niederlausitz">Niederlausitz</rs> der Pfarrer und
					Sprachforscher <persName key="ed_fyj_crt_23b">Kito Wylem Broniš</persName>.
					Nachdem sich in den 1820er Jahren als Ausdruck der politischen Reaktion in
					Preußen eine antisorbische Haltung verbreitet hatte, die sich u. a. in
					tendenziösen Aufsätzen in dem seit 1821 erscheinenden „Neuen Lausitzischen
					Magazin“ äußerte, konnte dieser Trend im nächsten Jahrzehnt wieder überwunden
					werden. Ab den 1830er Jahren veränderte sich die Zielsetzung der Gesellschaft.
					Der Absage an den akademischen Gedanken folgte für Jahrzehnte eine verstärkte
					Hinwendung zur Erforschung von Regionalgeschichte und Landeskunde der Lausitz.
					Das spiegelte sich auch in den Spalten der Vereinszeitschrift wider. Es mehrten
					sich wissenschaftliche Beiträge zur sorbischen Geschichte, Sprache und
					Volkskunde, zu sorbischen Kulturereignissen und Vereinen sowie Rezensionen
					sorbischer Publikationen, verfasst von deutschen und sorbischen Mitgliedern.
					Zeichen dieser veränderten Haltung waren auch die beiden Preisaufgaben von 1833
					und 1836: zum einen über die „Geschichte der Poesie in der Lausitz“ mit der
					Aufforderung, wendische und deutsche Volkslieder zu veröffentlichen, zum anderen
					über „Ober- und niederlausitzische Volkslieder mit deutscher Übersetzung“ (→ <rs
						type="term" key="Volkslied">Volkslied</rs>). Im Ergebnis der letztgenannten
					Aufgabe entstand die Edition „Volkslieder der Wenden in der Ober- und
					Nieder-Lausitz“ (1841/43) als Gemeinschaftswerk des Sorben <persName
						key="ed_mhc_jnv_vhb">Jan Arnošt Smoler</persName> und des Deutschen
						<persName key="ed_lpj_4yx_vhb">Leopold Haupt</persName>.</p>
				<p>1847 schuf sich das sorbische Bildungsbürgertum mit der <rs type="term"
						key="Maćica Serbska/Maśica Serbska">Maćica Serbska</rs> einen eigenen
					Wissenschaftsverein und mit der Zeitschrift „Časopis Maćicy Serbskeje“ ein
					eigenes Publikationsorgan. Damit war die Görlitzer Gesellschaft in der
					Oberlausitz nicht mehr die einzige Forschungsstätte zur Geschichte und Kultur
					der Sorben. 1850 wurde ein Schriftenaustausch zwischen beiden Vereinigungen
					vereinbart. Weiterhin wirkten zahlreiche Sorben in der Görlitzer Gesellschaft
					mit, so der Sprachforscher und Volkskundler <persName key="ed_dgv_mnv_vhb"
						>Arnošt Muka</persName>, der Pfarrer und Redakteur <persName
						key="ed_jd2_mx4_c3b">Michał Hórnik</persName>, der Publizist und Herausgeber
					Jan Arnošt Smoler und der Heimatforscher <persName key="ed_swj_dck_d3b">Jan
						Krawc</persName>. 1929 gehörten der Oberlausitzischen Gesellschaft der
					Wissenschaften zwölf Sorben an. Seit Mitte des 19. Jh. wandelte sich die
					Gesellschaft mehr und mehr zu einem bürgerlichen Historikerverein, der sich
					allgemein wissenschaftlichen Themen widmete und seine Hauptaufgabe in der
					Herausgabe von Quellen und Urkunden sah.</p>
				<p>1945 wurde die Gesellschaft aufgelöst, nachdem schon 1941 das „Neue Lausitzische
					Magazin“ sein Erscheinen einstellen musste. Eine Neugründung erfolgte erst 1990.
					Die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften vereint seitdem ca. 200
					Wissenschaftler, Künstler, Lehrer, Techniker u. a. Interessierte aus mehreren
					Ländern zum fachlichen Gedankenaustausch. Jährlich finden zwei Tagungen zu
					heimatkundlichen und regionalgeschichtlichen Fragen der gesamten Oberlausitz
					statt, 2007 etwa zum Thema „Die zweisprachige Oberlausitz in
					multikonfessioneller Perspektive“ und 2014 „Sorben und Deutsche: Heimat Lausitz
					Fremde Lausitz“. Die Vorträge dieser Konferenzen werden meist in Sammelbänden
					veröffentlicht. 1998 wurde mit der Herausgabe einer „Neuen Folge“ des „Neuen
					Lausitzischen Magazins“ die Tradition des eigenen Publikationsorgans wieder
					aufgenommen. Seit 2006 vergibt die Oberlausitzische Gesellschaft der
					Wissenschaften den „<persName key="ed_kcq_fg1_jmb"
					>Hermann-Knothe</persName>-Preis“ für herausragende Arbeiten an
					Nachwuchswissenschaftler.</p>
				<p>Lit.: 150 Jahre Oberlausitzischer Gesellschaft der Wissenschaften 1779–1929,
					Görlitz 1929; Die Oberlausitz und ihre Gesellschaft der Wissenschaften zu
					Görlitz – Tradition und Aktivitäten, Teil 2, Hg. E.-H. Lemper, Görlitz 1982; P.
					Kunze: Die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften und die Slawen, in:
					Erbe und Auftrag. Beiträge der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften
					zu Görlitz, Görlitz 1992; Kunst und Wissenschaft um 1800. Die Sammlungen der
					Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz, Bielefeld
					2012.</p>
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