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        <fileDesc>
			<titleStmt>
				<title>Sprichwort</title>
				<title xml:lang="deu">Sprichwort</title>
				<title xml:lang="hsb">Přisłowo</title>
				<title xml:lang="dsb">Pśisłowo</title>
				<title xml:lang="eng">Proverb</title>
				<author>
					<persName key="ed_rjf_wtb_f3b">Hose, Susanne (1961-)</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
			</sourceDesc>
        </fileDesc>
		<profileDesc>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Allgemein bekannter, fest geprägter Satz, der eine partiell gültige
					Lebensweisheit kurz und prägnant wiedergibt und sich durch eine originelle
					sprachliche Form vom übrigen Text abhebt.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Powšitkownje znata sada, rěčna formula, kotraž na krótke a pregnantne wašnje
					parcielnje płaćiwu žiwjensku mudrosć wupraji a so z originelnej rěčnej formu wot
					wostatneho teksta wotzběhuje.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Powšyknje znata sada, rěcna formula, ako wugronijo krotko źělnje płaśecu
					žywjeńsku mudrosć a wótzwigujo se z originelneju rěcneju formu wót zbytka
					teksta.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>A well-known, well-established sentence, which reproduces a partially valid
					wordly wisdom in a short and concise manner, and stands out from the rest of the
					text by an inventive linguistic form.</p>
			</abstract>
			<textClass>
				<keywords>
					<term key="Redensart">Redensart</term>
					<term key="Literatur">Literatur</term>
					<term key="Phraseologie">Phraseologie</term>
					<term key="Parömiologie">Parömiologie</term>
					<term key="Volkssprache">Volkssprache</term>
					<term key="Metapher">Metapher</term>
				</keywords>
			</textClass>
		</profileDesc>
    </teiHeader>
    <text>
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				<p>Allgemein bekannter, fest geprägter Satz, der eine partiell gültige Lebensweisheit kurz und
					prägnant wiedergibt und sich durch eine originelle sprachliche Form vom übrigen
					Text abhebt. Das Sprichwort wird anonym und als sprachliches Klischee teils
					mündlich über Generationen, teils schriftlich durch die <rs type="term"
						key="Literatur">Literatur</rs> überliefert. Im Unterschied zu anderen
					Redewendungen (→ <rs type="term" key="Phraseologie">Phraseologie</rs>) ist das
					Sprichwort ein abgeschlossener Text mit logischer Aussage, während
					sprichwörtliche Redensarten erst in einen Satz eingebaut werden müssen. So
					entspricht obersorb. <ex>na račej wopuši sedźeć </ex>wörtlich ,auf des Krebses
					Schwanz sitzen’, übertragen ,auf den Hund kommen’, erst einer vollständigen
					Aussage, wenn man es mit einem Subjekt in Verbindung bringt (z. B. obersorb.
						<ex>Brojak na račej wopuši sedźi</ex> ,Der Verschwender sitzt auf des
					Krebses Schwanz’). Die sorbischen Begriffe für Sprichwort, obersorb.
						<ex>přisłowo</ex> und niedersorb. <ex>pśisłowo</ex>, erscheinen erstmals in
					den <rs type="term" key="Bibelübersetzung">Bibelübersetzungen</rs> und sind
					Lehnübertragungen von lateinisch <ex>proverbium</ex>. Die Bezeichnungen für
					sprichwörtliche Redensart, obersorb. <ex>přisłowne prajidmo</ex>, niedersorb.
						<ex>pśisłowne grono</ex>, rühren von obersorb. <ex>prajić</ex> bzw.
					niedersorb. <ex>groniś</ex> ,sagen’, her.</p>
				<p><graphic
						url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Sprichwort_01a-scaled.jpg"/>
					<graphic
						url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Sprichwort_01b.jpg"
					/>Populäre Sprichwörtersammlungen, Domowina-Verlag 1978, 1980</p>
				<p>Sprichwörter haben nach Inhalt und Form eine anerkannte überlieferte Fassung, die
					Varianten zulässt. Zu den produktivsten sprachlichen Formeln im sorbischen
					Sprichwortgut zählen: </p>
				<p>Anderes A, anderes B niedersorb. <ex>Druga wjas, drugi pjas</ex> ,Anderes Dorf, anderer
					Hund’</p>
				<p>Wie A, so B obersorb. <ex>Kajkiž ptačik, tajke hrónčko</ex> ,Wie der Vogel, so das Lied’</p>
				<p>Wenn/Wo A, dann/dort B niedersorb. <ex>Gaby kóza dlejšu wopuš měła, by luźam wócy wubiła</ex>
					,Wenn die Ziege einen längeren Schwanz hätte, dann würde sie den Leuten die
					Augen ausschlagen’, </p>
				<p>obersorb. <ex>Hdźež kury spěwaja, woněmi kapon</ex> ,Wo die Hühner krähen, verstummt der
					Hahn’</p>
				<p>Jedes A hat/lobt sein B niedersorb. <ex>Kuždy cas ma swóje nałogi</ex> ,Jede Zeit hat ihre
					Sitten’</p>
				<p>Lieber A als B niedersorb. <ex>Lubjej bósy ako w póžyconych crjejach</ex> ,Lieber barfuß als
					in geborgten Schuhen’</p>
				<p>Je A, desto B obersorb. <ex>Čim wjetši štom, ćim bliši błysk</ex> ,Je höher der Baum, desto
					näher der Blitz’</p>
				<p>Sprichwörter bedienen sich vielfältiger Mittel der Verssprache, was ihre Einprägsamkeit
					fördert und sie stilistisch heraushebt. Im Sorbischen überwiegen zweigliedrige
					Sprichwörter (z. B. obersorb. <ex>Wulka robota, małe twarožki</ex> ,Große Fron,
					kleiner Käse’; niedersorb. <ex>Gaž guba mjelcy, ma kśebjat měr</ex> ,Wenn der
					Mund schweigt, hat der Rücken Frieden’). Auffallend ist der relativ geringe
					Anteil von Sprichwörtern in gereimter Form. Wo Reime auftreten, verstärken sie
					den Rhythmus und betonen dem Sinn nach bedeutsame Wörter (z. B. obersorb.
						<ex>Ćichi spar je Boži dar</ex> ,Ein ruhiger Schlaf ist eine Gabe Gottes’;
					niedersorb. <ex>Gerc zagrajo, towzynt ból zažyjo</ex> ,Der Musikant stimmt an,
					tausend Gebrechen heilen’). Da der Wortakzent im Sorbischen meist auf der ersten
					Silbe liegt, sind die fallenden Versmaße Daktylus und Trochäus
					vorherrschend.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Sprichwort_02.jpg"
					/>Sprichwörtersammlung von Jakub Buk, 1862; Repro: Sorbische Zentralbibliothek
					am Sorbischen Institut</p>
				<p>Für die Volkssprache typische sprachliche Bilder spiegeln die Umwelt und die Gewohnheiten der
						<rs type="term" key="Sorben">Sorben</rs> im ausgehenden 18. und im 19. Jh.
					Sie zeugen von der genauen Beobachtungsgabe und von der Fähigkeit, treffende
					Vergleiche zu ziehen, von der Fantasie und dem urwüchsigen Humor ihrer Schöpfer,
					die meist aus dem bäuerlichen Milieu stammten. Die allegorischen Bilder sind
					anschaulich und verständlich (z. B. obersorb. <ex>Mało róži, połno ćerni</ex>
					,Wenig Rose, viele Dornen’; niedersorb. <ex>Derjony pjas kjawcy</ex> ,Der
					getroffene Hund bellt’). Allerdings erklärt sich der übertragene Sinn häufig
					erst aus der konkreten Situation, auf die sich das Sprichwort bezieht (z. B.
					obersorb. <ex>Hdyž je juška jara słódka, da so bórze wutunka</ex> ,Ist die Tunke
					sehr süß, wird sie schnell ausgetunkt’, d. h. allzu „süße“ Freundschaften haben
					ein schnelles Ende; niedersorb. <ex>Prozne sudy nejwěcej zukuju</ex> ,Leere
					Fässer klingen am meisten’, d. h. je dümmer einer ist, desto lauter macht er auf
					sich aufmerksam). Mitunter ist nicht das gesamte Sprichwort im übertragenen Sinn
					zu verstehen, sondern nur eine Wendung darin (z. B. obersorb. <ex>Maš-li so jako
						w dźećelku zajac, njezabudź hłódnych</ex> ,Lebst du wie der Hase im Klee’ =
					wie die Made im Speck ,vergiss die Hungrigen nicht’). Viele Sprichwörter kommen
					ohne Metapher aus (z. B. obersorb. <ex>Lutuj, doniž maš</ex> ,Spare, solange du
					hast’). Für die sorbische Sprichwörter spezifisch sind Personennamen zur
					Bezeichnung bestimmter Eigenschaften, oftmals ganzer Charaktertypen (z. B.
						<ex>chromy Pětr</ex> ,der lahme Peter’, <ex>pyšna Wórta</ex> ,die eitle
					Wórta’, <ex>zaspany Mots</ex> ,der verschlafene Mots’ oder <ex>Njerodźic
						Kašpor</ex> ,Liederlichs Kasper’). Überhaupt ist die Personifikation
					einzelner Charaktere und Gegenstände ein beliebtes Mittel der bildlichen
					Darstellung (z. B. obersorb. <ex>Młoda lubosć pře wšě płoty łazy</ex> ,Junge
					Liebe steigt über alle Zäune’; niedersorb. <ex>Lěto ma dłujki pysk</ex> ,Das
					Jahr hat einen langen Schnabel’).</p>
				<p>Vergleicht man das sorbische Sprichwortgut mit dem anderer europäischer Völker, so ergeben
					sich zahlreiche Parallelen. Die Internationalismen gehen auf ein schon seit dem
					Mittelalter in Europa populäres Gemeingut zurück, das die Verständigung mit den
					die Lausitz durchwandernden Händlern, Handwerkern, Wandermönchen, Spielleuten
					bzw. unter Söldnern in den ethnisch gemischten Heeren erleichterte. Die
					Verbreitung der in vielen Sprachen bekannten Sprichwörter funktionierte bei den
					Sorben v. a. durch Weitersagen, nicht aber durch Übersetzung der klassischen
					Literatur. Die schriftliche Überlieferung setzte hier erst mit dem Druck der
					Bibel und der Verbreitung religiöser Lehrtexte im 18. Jh. ein. Aus der Bibel
					sind besonders viele Sprichwörter noch heute geläufig (z. B. obersorb. <ex>Štož
						syješ, to žnjeješ</ex> = Was man sät, das erntet man, niedersorb. <ex>Chtož
						smołu pśimjejo, se z njeju wumažo</ex> = Wer Pech anfasst, besudelt sich).
					Von den griechischen und lateinischen Klassikern hingegen haben sich im
					Sorbischen lediglich die Formeln durchgesetzt, die dann allerdings produktiv mit
					neuen Inhalten ausgefüllt wurden. So hat z. B. das lateinische <ex>Multum
						clamoris, parum lanae</ex> = Viel Geschrei und wenig Wolle zur
					Variantenbildung angeregt (obersorb. <ex>Wulki dakot a drobne jejko</ex> ,Großes
					Gegacker und ein winziges Ei’; obersorb. <ex>Wjele pluwow a mało zorna</ex>
					,Viel Spreu und wenig Korn’).</p>
				<p>In vielen Fällen beziehen Sprichwörter einander widersprechende Positionen: obersorb.
						<ex>Štož dźensa hotowe, jutře njemórči</ex> ,Was heute fertig ist, brummt
					morgen nicht mehr’ mahnt zur Eile, während <ex>Bóle chwataš, bóle šmjataš</ex>
					,Je mehr du eilst, desto mehr bringst du durcheinander’ gerade davor warnt.
					Sprichwörter klingen vertraut und überzeugend; sie wirken belehrend und
					autoritär, da sie eine immer wieder bestätigte Erfahrung wiederholen. Daher
					dienten Sprichwörter seit jeher zur Erziehung in der Familie, in Schule und
					Kirche (z. B. niedersorb. <ex>Wótśejšy pšut, lubše jo góle</ex> ,Je schärfer die
					Rute, desto lieber das Kind’; obersorb. <ex>Hotowe dźěło, witany swjatok</ex>
					,Fertige Arbeit, willkommener Feierabend’). Einige Sprichwörter zeugen von ihrer
					einstigen Funktion als Rechtsspruch (z. B. niedersorb. <ex>Nuza jo bźez
						kazni</ex> = Not hat kein Gebot, regelt die Straffreiheit bei Mundraub, oder
					obersorb. <ex>Prózdny dyrbi rumować</ex> ,Der Leere muss weichen’, d. h.
					derjenige, der weniger geladen bzw. zu tragen hat, muss Platz machen).</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Sprichwort_03.jpg"
					/>Sprichwörterlexikon von Susanne Hose, Lusatia Verlag 1996</p>
				<p>Die ersten Sammlungen entstanden im 17. und 18. Jh., als Sprichwörter wegen ihres lehrhaften
					Charakters im Sinne einer „alten Weisheit“ benutzt wurden. Dies trat besonders
					bei <persName key="ed_dbw_x3p_c3b">Handroš Tara</persName> zutage, der im
					Kapitel „Das Traubüchlein“ seines Katechismus „Enchiridion Vandalicum“ (1610)
					seinen Worten mittels Sprichwörter mehr Gewicht verlieh. Ansonsten wurden
					Sprichwörter als sprachliche Formeln in <rs type="term" key="Wörterbuch"
						>Wörterbüchern</rs> und <rs type="term" key="Grammatik (wiss. Darstellung)"
						>Grammatiken</rs> angeführt, z. B. in <persName key="ed_aqz_vlp_c3b">Johann
						Gottlieb Hauptmanns</persName> „Niederlausitzischer Wendischer Grammatica“
					(1761), oder erschienen in persönlichen Niederschriften, die das zunehmende
					Interesse an der Volkssprache ab Ende des 18. Jh. bekundeten. Zu einer
					intensiven Sammeltätigkeit kam es in der ersten Hälfte des 19. Jh. unter den
					sorbischen Studenten an den Universitäten in <placeName key="ed_zn5_k3h_vhb"
						>Breslau</placeName>, <rs type="term" key="Prag">Prag</rs> und v. a. bei der
						<rs type="term" key="Wendische Predigergesellschaft">Wendischen
						Predigergesellschaft</rs> in <rs type="term" key="Leipzig">Leipzig</rs>. Der
					katholische Pfarrer <persName key="ed_nlv_rs4_c3b">Jakub Buk</persName> war in
					den 1850er Jahren der Erste, der die bis dahin in obersorbischen <rs type="term"
						key="Zeitung">Zeitungen</rs>, <rs type="term" key="Zeitschrift"
						>Zeitschriften</rs> und <rs type="term" key="Kalender">Kalendern</rs>
					verstreuten Sprichwörter zusammentrug, systematisierte und veröffentlichte („1
					000 serbskich přisłowow a přisłownych prajidmow“,1862, 1 000 sorbische
					Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten). Im niedersorbischen Sprachraum
					zeichneten besonders der Papitzer Lehrer <persName key="ed_qpp_ygr_d3b">Hendrich
						Jordan</persName> und der Dichter <persName key="ed_cks_s2j_d3b">Mato
						Kosyk</persName> Sprichwörter auf, in der <rs type="term"
						key="Schleifer Region">Schleifer Region</rs> Pfarrer <persName
						key="ed_cq1_fl3_f3b">Matej Handrik</persName>. Die Redakteure des
					„Bramborski Casnik“ <persName key="ed_yjh_1dy_vhb">Kito Šwjela</persName> und
						<persName key="ed_cmt_2dy_vhb">Bogumił Šwjela</persName> regten zur weiteren
					Suche und Veröffentlichung in ihrer Zeitung an. Als bester Kenner des
					obersorbischen Sprichwortguts erwies sich <persName key="ed_dbh_ngr_d3b">Jan
						Wjela-Radyserb</persName>. Seine Sammlung „Přisłowa a přisłowne hrónčka a
					wusłowa Hornjołužiskich Serbow“ (Sprichwörter und sprichwörtliche Sprüche und
					Redensarten, 1902; Neubearbeitung von <persName key="ed_sbq_pnn_23b">Gerhard
						Wirth</persName> 1997) zählt mehr als 9 000 Einträge und enthält neben
					Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redensarten auch Bauern- und Wetterregeln,
					Kinderreime, religiöse Lehrsätze und Aphorismen. Indem er alles aufschrieb, was
					ihm sprichwörtlich, sprachlich reizvoll oder moralisch sinnvoll erschien,
					hinterließ er ein Kompendium authentischer Aussagen von Zeitzeugen am Ende des
					19. Jh., welches das von Kirche und Schule, v. a. aber von den
					Alltagserfahrungen geprägte Weltbild der in und um <rs type="term" key="Bautzen"
						>Bautzen</rs> lebenden Sorben widerspiegelt. Regeln für gutes Benehmen
						(<ex>Njezmyta ruka za blido njesmě</ex> ,Die ungewaschene Hand darf nicht an
					den Tisch’) stehen neben praktischen Arbeitsanweisungen (<ex>Mlokowe sudobja
						maja so z kopřiwu parić</ex> ,Milchbottiche müssen mit Brennnesseln gebrüht
					werden’), Vorurteile gegenüber Fremden (<ex>Žid wobrězuje dźěći a złotki</ex>
					,Der Jude beschneidet Kinder und Goldstücke’) neben Gedanken zum Zeitgeschehen
						(<ex>Saksam je ze škodu, hdyž jich wjerch wo Pólsku jězdźi</ex> ,Den Sachsen
					ist’s zum Schaden, wenn ihr Fürst um Polen reitet’). Solche
					nichtsprichwörtlichen Aussagen wurden für das „Sorbische Sprichwörterlexikon“
					(1996) aussortiert. Dieses folgt Kriterien der kontrastiven Erforschung
					europäischer Sprichwörter und würdigt die seit den 1960er Jahren von <persName
						key="ed_zvv_rtx_vhb">Pawoł Nedo</persName> und <persName
						key="ed_bxw_5vx_vhb">Izolda Gardoš</persName> unternommenen Untersuchungen
					am sorbischen Sprichwortgut.</p>
				<p>Lit.: L. Röhrich/W. Mieder: Sprichwort, Stuttgart 1977; S. Hose: Sprüche klopfen.
					Sprichwörter im Kommunikationsprozess, in: Proverbium 17 (2000).</p>
			</div>
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    </text>
</TEI>
