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				<title>Volksbauweise</title>
				<title xml:lang="deu">Volksbauweise</title>
				<title xml:lang="hsb">Ludowe twarstwo</title>
				<title xml:lang="dsb">Ludowe twarstwo</title>
				<title xml:lang="eng">Folk Architecture</title>
				<author>
					<persName key="ed_oyb_lxr_rjb">Mirtschin, Hans</persName>
				</author>
			</titleStmt>
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				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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		<profileDesc>
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				<keywords>
					<term key="Architektur">Architektur</term>
					<term key="Haus">Haus</term>
					<term key="Bauernhaus">Bauernhaus</term>
					<term key="Gebäude">Gebäude</term>
					<term key="Volkskunde">Volkskunde</term>
					<term key="Hausbau">Hausbau</term>
					<term key="Sachkultur">Sachkultur</term>
					<term key="Holz">Holz</term>
				</keywords>
			</textClass>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Bäuerliches Bauen in vorindustriellen Gesellschaften als Element der materiellen
					Kultur eines Volkes. Sorbische Volksbauweise ist die bei den Sorben in der Ober-
					und Niederlausitz angewandte traditionelle Bauweise der Wohn- und
					Wirtschaftsgebäude.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Burske twarjenje w předindustrielnych towaršnosćach jako element materielneje
					kultury luda. Serbske ludowe twarstwo je pola Serbow w Hornjej a Delnjej Łužicy
					nałožowane tradicionelne twarske wašnje bydlenskich a hospodarskich
					twarjenjow.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Buŕske twarjenje w pśedindustrielnych towarišnosćach ako element materielneje
					kultury luda. Serbska ludowa twaŕska wašnja jo pla Serbow w Dolnej a Górnej
					Łužycy nałožowana tradicionalna wašnja pśi twari bydleńskich a góspodaŕskich
					twarjenjow.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Rural construction of buildings in pre-industrial societies, as an element of the material
					culture of a people. Sorbian folk architecture is the traditional method of
					constructing home- and farm buildings used by the Sorbs, in Upper and Lower
					Lusatia.</p>
			</abstract>
		</profileDesc>
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				<p>Bäuerliches Bauen in vorindustriellen Gesellschaften als Element der materiellen
					Kultur eines Volkes. Sorbische Volksbauweise ist die bei den <rs type="term"
						key="Sorben" ref="http://d-nb.info/gnd/4055619-0">Sorben</rs> in der
						<placeName key="ed_e5l_q24_c3b">Ober-</placeName> und <placeName
						key="ed_ts5_p24_c3b">Niederlausitz</placeName> angewandte traditionelle
					Bauweise der Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Sie beginnt nach der Einwanderung der
					sorbischen Stämme im 7. Jh. (→ <rs type="term" key="Besiedlung" ref="-"
						>Besiedlung</rs>). Infolge der Vergänglichkeit der Materialien und des
					historischen Wandels sind frühe Formen kaum noch vorhanden. Die Volksbauweise
					löst sich seit Mitte des 19. Jh. durch das Eindringen unspezifischen bäuerlichen
					Bauens und moderner Konstruktionen auf. Gelegentliche Anknüpfungen an die
					Volksbauweise, etwa die Errichtung von Blockhäusern im <rs type="term"
						key="Spreewald" ref="-">Spreewald</rs>, entspringen nostalgischen
					Reminiszenzen und haben mit den ursprünglichen Bedingungen wenig zu tun.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_01.jpg"
					/>Blockhaus in Burg-Kolonie (Spreewald), um 1954; Fotograf: Ernst Tschernik,
					Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut </p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_02.jpg"
					/>Stallgalerie mit Bienenstand in Lehde, ohne Datum; Fotograf: Kurt Heine,
					Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut </p>
				<p>Im sorbischen <rs type="term" key="Siedlungsgebiet" ref="-">Siedlungsgebiet</rs> haben sich
					Beispiele einer vergleichsweise einheitlichen Volksbauweise erhalten. Das
					charakteristische Merkmal ist der hohe Anteil des Holzbaus. Im Spreewald, in der
					Niederlausitz und in den Heidegebieten der nördlichen Oberlausitz waren die
					Bauernhäuser Blockbauten. Dieses Blockbaugebiet zieht sich bis ins <rs
						type="term" key="Hoyerswerdaer Land" ref="-">Hoyerswerdaer Land</rs> und in
					die <rs type="term" key="Muskauer Standesherrschaft" ref="-">Muskauer
						Standesherrschaft</rs>. Südlich davon beginnt die Umgebindehauslandschaft.
					Beim Blockhaus werden die Wände aus gebeilten (geschroteten) Hölzern
					hergestellt, die durch unterschiedliche Verblattungen an den Ecken zu einer
					stabilen Konstruktion verbunden sind. Es stellt einen in sich stabilen Baukörper
					dar, der auf einem Schwellenkranz aufliegt. Dieser ist an Ecken bzw.
					Kreuzungspunkten der Hölzer auf Steinpackungen gelagert, wodurch das Abfaulen
					der Schwelle verhindert wird. Die Konstruktion bewährte sich v. a. im Spreewald
					mit seinen regelmäßig auftretenden Überschwemmungen, sie hat sich dort bis in
					die ersten Jahrzehnte des 20. Jh. gehalten.</p>
				<p>Der Lausitzer Blockbau ist ein Relikt des
					skandinavisch-osteuropäisch-alpenländischen Holzbaugebiets, zu dem ursprünglich
					auch die Umgebindehauslandschaft der Oberlausitz gehörte. Das Umgebindehaus ist
					eine Kombination von Block- und Fachwerkbau, bei der eine erdgeschossige
					Blockstube mit einer Fachwerkkonstruktion überbaut wird, die von einer
					Säulenkonstruktion getragen ist. Die Ständerkonstruktion des Umgebindes ist eine
					eher dem Fachwerk als dem Blockbau verwandte Form. Die Kombination macht das
					Umgebindehaus zu einer hybriden Bauform. Sein Einzugsbereich umfasst die von
					Sorben bewohnte Gefildelandschaft zwischen der Heide im Norden und dem Bergland
					im Süden, sie setzt sich über die seit der <rs type="term" key="Kolonisation"
						ref="-">Kolonisation</rs> deutsch besiedelte Region bis in die böhmischen
					und schlesischen Mittelgebirge fort.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_03.jpg"
					/>Bauernhof in Cunnewitz, 1967; Fotograf: Błažij Nawka, Sorbisches Kulturarchiv
					am Sorbischen Institut</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_04.jpg"
					/>Umgebindehaus in Klein Partwitz (Hoyerswerdaer Region), 1952; Fotograf: Kurt
					Heine, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Die Erklärung des Umgebindebaus aus dem Zusammentreffen vermeintlich slawischer
					(Blockbau) und deutscher (fränkischer) Bauweise in der slawisch-deutschen
					Kontaktzone ist wegen der Blockbautradition außerhalb des slawischen
					Siedlungsgebiets problematisch. Sie ermöglicht es aber, die Entstehungszeit in
					die Phase der Ankunft deutscher Bauern aus dem Westen des Reiches (12. und 13.
					Jh.) zu legen. Die Stabilität des Umgebindes wird durch die Wandverspannung im
					oberen Teil der Konstruktion erreicht, was eine Grundschwelle erübrigt. Dies
					kennzeichnet das Umgebinde als Übergangsform vom urgeschichtlichen Pfostenbau,
					bei dem die Ständer im Erdreich verankert waren, zum Fachwerkbau des
					Mittelalters, bei dem sie auf einer Holzschwelle aufsaßen. Die Verzimmerung mit
					einer Schwelle war ein Phänomen des 13. und 14. Jh. Dieser Zeitpunkt
					korrespondiert mit dem Eintreffen der deutschen Kolonisten in der südlichen
					Lausitz, in Schlesien und Nordböhmen. Vermutlich hat die frühe Verbindung des
					Ständerbaus mit der Blockwand bzw. Blockstube dazu geführt, dass hier die in den
					westlichen Fachwerklandschaften vollzogene Entwicklung zum Ständerbau auf einer
					Grundschwelle ausblieb.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_05.jpg"
				/>Koch- und Heizofen mit Wandkamin aus der Schäferei Reichwalde, Zeichnung von
					Eberhard Dučman, 1959; Reproduktion aus: Lausitzer Holzbaukunst, 1959</p>
				<p>Der Umgebindebau tritt in zwei Formen auf: Die Ursprungsform ist der Geschossbau,
					bei dem die Ständer von ihren steinernen Auflagen bis zur Traufe reichen. Beim
					Stockwerksbau enden sie über dem Erdgeschoss in einem Rähm, mit dem sie verzapft
					sind. Das Obergeschoss liegt dem Umgebinde als selbstständig abgebundene
					Fachwerkkonstruktion auf. Eine Sonderform ist das Giebelumgebinde, das bei
					Blockbauten zur Aufnahme der Dachlasten angewandt wurde.</p>
				<p>Die regelhafte Dachkonstruktion bei Blockbauten und Umgebindehäusern ist die
					Ausbildung von Firstsäulen in Giebeln und Bindern, die über den massiven Wänden
					des Untergeschosses liegen. Eine sog. Reiter- oder Gitterrähmkonstruktion dient
					dazu, Dachlast, Wind- und Schneelast auf die Firstsäulen und über diese auf das
					Fundament zu übertragen. Die Dachdeckung war eine Schauben-Strohdeckung. Seit
					Mitte des 19. Jh. breitete sich unter dem Einfluss von Brandversicherern das
					Ziegel- bzw. Schieferdach aus.</p>
				<p>Die Einrichtung des Hauses blieb über Jahrhunderte konstant und landschaftlich
					kaum unterschieden. Der Hauptraum war die Blockstube, in die man durch den
					mittig im Haus angeordneten Flur gelangte. Rechts vom Eingang stand der Ofen,
					links ein Regal für Geschirr und Küchengerät. An der Wand befand sich eine lange
					Bank, in der Ecke der Tisch, um den sich die Bewohner zu den Mahlzeiten
					versammelten. Neben dem Ofen lag die Schlafnische, die in einer späteren Phase
					von der Stube abgeteilt wurde. Weitere Elemente waren Tellerbretter unter der
					Stubendecke und Trockenstangen am Ofen.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_06.jpg"
				/>Fachwerkhaus in Nedaschütz, 1960; Fotograf: Błažij Nawka, Sorbisches
					Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Die Feuerstätte, die der Heizung und der Speisenzubereitung diente, war zunächst ohne Abzug.
					Der Rauch zog durch die Ritzen der Stubendecke in das Dach ab. Die Rauchstuben
					wurden aber schon im 15. Jh. durch den „Hinterlader“ abgelöst. Ein Lehmofen mit
					eingelassenen Topfkacheln in der Wohnstube wurde nun vom Flur aus beheizt, darin
					wurde auch gekocht. Der Rauch trat in den Flur aus und wurde durch einen in
					Lehmwellermanier gebauten Schornstein abgeführt. Von der Verrußung des Flurs
					stammt der Name „Schwarze Küche“. Später wurde zur Regulierung des Rauchflusses
					der Herd mit einem sog. Vorgelege umbaut. Nach der Verlagerung der Ofenöffnung,
					deren Feuerschein ursprünglich auch der Beleuchtung der Stube diente, in den
					Hausflur musste neben dem Ofen ein Wandkamin angebracht werden, in dem ein
					kleines Feuer unterhalten wurde. Um 1800 trat an die Stelle des offenen Schlots
					ein gemauerter Schornstein. Der Heiz- und Kochherd mit „Hinterlader“ wurde durch
					den von der Stube aus beheizten Kachelofen einerseits und den Kochofen im
					Hausflur andererseits ersetzt.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_07.jpg"
				/>(Unbewohntes) Blockhaus in Rohne, 1961; Fotograf: Błažij Nawka, Sorbisches
					Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_08.jpg"
				/>Bauernhaus mit Obergeschosslaube in Schweinerden, ohne Datum; Sorbisches
					Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Jenseits des Flurs befanden sich die Stallungen für Kühe und Kleinvieh. Dem
					Wohnstallhaus vorausgegangen waren Ein- oder Zweistubenhäuser, während das Vieh
					in schuppenähnlichen Gebäuden Platz fand. Im Spreewald und im Blockbaugebiet der
					Heide ist das heute noch fassbar, während im Umgebindehausgebiet das
					Wohnstallhaus wohl stets obligatorisch war. Die Ställe wurden in Mischbauweise
					von Blockbau und Fachwerk, seit dem 19. Jh. – unter dem Einfluss behördlicher
					Vorschriften – massiv errichtet. Die Pferdeställe gehörten zu separaten
					Wirtschaftsgebäuden. In den Obergeschossen befanden sich Stuben oder Speicher.
					Charakteristisch für die Obergeschosse waren Galerien. Im Spreewald wurden deren
					Brüstungen mit Andreaskreuzen geschmückt. Die lang gestreckten
					Wohnspeicherhäuser wiesen dort mit ihren vor den Wohnstuben angeordneten
					Giebelkammern eine Besonderheit auf. Zum Wohnstallhaus und dem parallel dazu
					stehenden Stall- und Wirtschaftsgebäude, dessen dem Dorfanger zugewandter
					Giebelteil gelegentlich das Ausgedinge aufnahm, trat relativ spät das
					Scheunengebäude im hinteren Hofbereich. In den Dörfern nordwestlich von
						<placeName key="ed_wkb_qb3_vhb">Hoyerswerda </placeName>wurden die Scheunen
					losgelöst von der Hofbebauung im Garten errichtet und bildeten einen Kranz um
					den Dorfkern.</p>
				<p>Als Gehöftformen treten Einhäuser, Haufenhöfe, aber auch regelmäßige
					Dreiseitanlagen auf. Ihre Zuordnung zu den verschiedenen Landschaften ist nur
					bedingt möglich, wobei sich die Haufenhöfe der großräumigen Spreewaldlandschaft
					besser anpassen als dem waldfreien Lößlehmgebiet der Oberlausitz, wo
					geschlossene Höfe die Regel sind. Im sog. Torhausgebiet der mittleren Lausitz
					zwischen <placeName key="ed_z33_4w3_vhb">Schleife</placeName> und <placeName
						key="ed_lds_ch3_vhb">Lauta</placeName> wurden die Höfe zum Dorf durch
					Torhäuser begrenzt, die hofseitig mit einer Galerie versehen waren. Sie dienten
					als Durchfahrten und Speicher. An ihnen hatte der im 19. Jh. einsetzende Prozess
					der Versteinerung Anteil, sodass die Dorfstraßen inzwischen oft eine fast
					städtisch anmutende, geschlossene Bebauung aufweisen. Im Zuge der Versteinerung
					wurden in der Oberlausitz die kräftig gegliederten Fachwerk- bzw.
					Umgebindehäuser durch farbige Putzbauten abgelöst, während in der wirtschaftlich
					benachteiligten Mittel- und Niederlausitz die Blockbauten durch anspruchslose
					Ziegelbauten ersetzt wurden. Nur im Spreewald errichtete man noch bis ins 20.
					Jh. Blockbauten, was den besonderen topografischen Bedingungen geschuldet
					war.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_09-.jpg"
				/>Torhäuser in Scado, 1964; Fotograf: Błažij Nawka, Sorbisches Kulturarchiv am
					Sorbischen Institut</p>
				<p>Durch den Wechsel der Bauweisen, die zunehmende Verfügbarkeit von Baumaterialien,
					den Wandel der hygienischen und ästhetischen Anforderungen, die Veränderungen in
					der Landwirtschaft bzw. den Übergang der dörflichen Bevölkerung in die Industrie
					hat das Bauen einen grundsätzlichen Wandel erfahren. Hinzu kommt der natürliche
					Alterungs- und Verschleißprozess des Holzes, der kaum aufzuhalten ist. All das
					hat dazu geführt, dass wenige Beispiele dieser Bauweise aus früheren
					Jahrhunderten überliefert sind. Die ältesten Bauten entstammen dem 16. Jh. Weil
					in den von Sorben bewohnten Gebieten die Gutsherrschaft besonders ausgeprägt
					war, blieben die bäuerlichen Anwesen oft dürftig. Das hat ihre Anpassung an
					moderne Wohnverhältnisse erschwert. Zum Verlust der Volksbauweise hat seit Ende
					des 19. Jh. die Devastierung durch den <rs type="term" key="Braunkohlebergbau"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4131791-9">Braunkohlenbergbau </rs>beigetragen,
					dem seit 1924 über 100 Dörfer und Dorfteile zum Opfer gefallen sind. Dies gilt
					besonders für die Mittellausitz, in der sich durch die Stadtferne eine
					spezifische Ausprägung der Volksbauweise als lebendiges Bauen am längsten
					erhalten hatte.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Volksbauweise_10.jpg"
					/>Fachwerkgehöft Alte Schmiede in Zerna, ohne Datum; Fotograf: Wilfried
					Rabovsky, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der sorbischen Volksbauweise begann im 19. Jh. mit
						<persName key="ed_lpj_4yx_vhb">Leopold Haupts</persName> und <persName
						key="ed_mhc_jnv_vhb">Jan Arnošt Smolers</persName> Sammlung „Volkslieder der
					Wenden in der Ober- und Nieder-Lausitz“ (1841/43). Ihr ist eine Abhandlung über
					„Lebensart, Sitten und Gebräuche der Wenden“ angefügt, worin die Wohnbauten der
					sorbischen ländlichen Bevölkerung beschrieben werden. 1889 widmete sich der
					Tscheche <persName key="ed_t1n_vyx_vhb">Adolf Černý</persName> erstmals
					monografisch dem Thema der Lausitzer (sorbischen) Volksbauweise 1896 fand in
						<placeName key="ed_v45_yth_vhb">Dresden</placeName> die <rs type="term"
						key="Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes 1896" ref="-"
						>Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes</rs> statt, die im
					Bereich „Wendisches Dorf“ Nachbauten sorbischer Bauernhäuser aus Heide und
					Spreewald, aber auch die original umgesetzte Blockbau- und Umgebindeschule aus
						<placeName key="ed_lvr_5t3_vhb">Ralbitz</placeName> zeigte. Mit dieser
					Präsentation erwachte das Interesse der deutschen <rs type="term"
						key="Volkskunde" ref="http://d-nb.info/gnd/4078937-8">Volkskunde</rs> am
					Gegenstand. Grundlegendes zur Erforschung der Volksbauweise hat <persName
						key="ed_xwb_zvq_f3b">Eberhard Dučman</persName> in den 1950er Jahren mit
					seiner Monografie über Lausitzer Holzbaukunst beigetragen.</p>
				<p>Lit.: A. Černý: Wobydlenje łužiskich Serbow, in: Čacopis Maćicy Serbskeje (1889);
					E. Deutschmann: Lausitzer Holzbaukunst unter besonderer Würdigung des sorbischen
					Anteils, Bautzen 1959; L. Balke: Bauen und Wohnen in Heide und Spreewald,
					Bautzen 1994; Bildwörterbuch der Oberlausitzer Umgebindebauweise und der
					angrenzenden tschechischen und polnischen Gebiete, Hg. Sächsischer Verein für
					Volksbauweise e. V., Dresden 1995; H. Mirtschin/R. Hartmetz: Zeitmaschine
					Lausitz. Lausitzer Holzbaukunst. Die traditionelle Holzbauweise in der Nieder-
					und Oberlausitz, Dresden/Husum 2003.</p>
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    </text>
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