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			<titleStmt>
				<title>Wendenpforte</title>
				<title xml:lang="deu">Wendenpforte</title>
				<title xml:lang="hsb">Serbske wrótka</title>
				<title xml:lang="dsb">Serbske wrótka</title>
				<title xml:lang="eng">Wendish Gate</title>
				<author>
					<persName key="ed_x25_shv_2mb">Roggan, Alfred</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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		<profileDesc>
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				<keywords>
					<term key="Tür">Tür</term>
					<term key="Architektur">Architektur</term>
					<term key="Baudenkmal">Baudenkmal</term>
					<term key="Kirchenbau">Kirchenbau</term>
					<term key="Mythos">Mythos</term>
					<term key="Pforte">Pforte</term>
				</keywords>
			</textClass>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Heute meist verschlossener Nebeneingang an mehreren Kirchen in der Niederlausitz.
					Sie befand sich häufig in räumlicher Nähe bzw. direkter Blickbeziehung zum
					Taufstein sowie zum Altarvorfeld.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Dźensa zwjetša zawrjeny pódlanski zachod do wjacorych cyrkwjow w Delnjej Łužicy.
					Často blisko dupy abo ruma před wołtarjom resp. wot tam widźomne.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Źinsa zwětšego zamurjowany pódlański zachod někotarych cerkwjow w Dolnej Łužycy.
					Cesto jo wón był pozicioněrowanyblisko dupy a pśedhołtaŕnišća abo tak, až sy
					mógał wót njogo direktnje tam glědaś.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Today, there are mostly locked side entrance at several churches, in Lower
					Lusatia. It was often in close proximity or direct visual relationship to the
					baptismal font, as well as to the frontal area of the altar.</p>
			</abstract>
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    <text>
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			<div>
				<p>Nebeneingang an mehreren Kirchen in der Niederlausitz, der inzwischen meist
					verschlossen wurde. In regionalen Kirchenbeschreibungen wird auf die sogenannte
					Wendenpforte hingewiesen, die an einigen spätmittelalterlichen Kirchen auf der
					Nordseite zu finden ist. Sie erscheint von außen im östlichen Drittel als
					auffallend niedrige und schmale Eingangspforte, von innen jedoch in nahezu
					normalen Ausmaßen. Die Wendenpforte ist heute oft vermauert, so z. B. an den
					Backsteinkirchen von <placeName key="ed_gj3_n3h_vhb">Briesen</placeName>,
						<placeName key="ed_qzv_nf3_vhb">Kolkwitz</placeName> oder <placeName
						key="ed_esg_1s3_vhb">Papitz</placeName>. Gemeinsam ist allen Wendenpforten
					die einstige räumliche Nähe bzw. direkte Blickbeziehung zum Taufstein sowie zum
					Altarvorfeld. Diese Konstellation wird in örtlichen Überlieferungen so erklärt:
					Die einstmals heidnischen <rs type="term" key="Wenden" ref="-">Wenden</rs>
					sollten durch die geringe Durchgangshöhe zur demütigen Geste des Kopfsenkens
					oder des Kniebeugens vor Altar und Taufstein gezwungen werden.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Wendenpforte_01.jpg"
					/>Wendenpforte an der Kirche in Sacro; Fotografin: Hana Schön, Sorbisches
					Kulturarchiv am Sorbischen Institut </p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Wendenpforte_02.jpg"
					/>Zugemauerte Wendenpforte an der Kirche in Kolkwitz; Fotografin: Hana Schön,
					Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut </p>
				<p>Diese Deutung beruht freilich auf romantisierenden Mythen und scheint im ersten
					Drittel des 19. Jh. aufgekommen zu sein. Sie fand keine Aufnahme in
					wissenschaftliche Veröffentlichungen bzw. Baubeschreibungen. Dies wohl auch
					deshalb, weil die Dorfkirchen erst errichtet wurden, als die <rs type="term"
						key="Christianisierung" ref="http://d-nb.info/gnd/4121091-8"
						>Christianisierung</rs> schon 100–200 Jahre formal abgeschlossen war,
					»Heiden« also nicht mehr existierten. Die eigentliche Bestimmung der Pforten als
					Priestereingänge kann deren Lage im Baugefüge sowie eine gelegentliche
					Ähnlichkeit mit Sakristeizugängen anderer spätmittelalterlicher Kirchen erkennen
					helfen. Die geringe Durchgangshöhe nach Anhebung des Geländeniveaus, etwa durch
					Sandanflug oder Bestattungen, ist somit ein kulturelles Zeugnis der
					Bauwerksgeschichte, nicht der Beweis für Heidenbekehrung.</p>
				<p>Lit.: K. Reissmann: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg, Bd. 5, Teil 3:
					Die Kunstdenkmäler des Stadt- und Landkreises Cottbus, Berlin 1938;
					Mittelalterliche Dorfkirchen – sakrale Baukunst im Umland von Cottbus/Chóśebuz,
					Hg. Wendisches Museum, Cottbus 2001.</p>
			</div>
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