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			<titleStmt>
				<title>Wendisches Haus in Bautzen</title>
				<title xml:lang="deu">Wendisches Haus in Bautzen/Serbski dom</title>
				<title xml:lang="hsb">Serbski dom w Budyšinje (I)</title>
				<title xml:lang="dsb">Serbski dom w Budyšynje (I)</title>
				<title xml:lang="eng">Wendish House in Bautzen</title>
				<author>
					<persName key="ed_oyb_lxr_rjb">Mirtschin, Hans</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Erstes, 1897–1904 erbautes Vereinshaus der wissenschaftlich-kulturellen
					Gesellschaft Maćica Serbska in Bautzen. Es diente bis zum Betätigungsverbot der
					Domowina 1937 als Zentrum des sorbischen Vereinswesens. 1945 wurde es zerstört
					und am alten Ort nicht wieder aufgebaut. Sein Nachfolgebau ist das Haus der
					Sorben am Bautzener Postplatz.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Prěni, 1897–1904 natwarjeny towarstwowy dom wědomostno-kulturneho towarstwa
					Maćicy Serbskeje w Budyšinje. Wón słužeše hač do zakaza skutkowanja Domowiny
					1937 jako centrum serbskich towarstwow. 1945 so zniči a njebu na starym městnje
					znowa natwarjeny. Jeho naslědny twar je Serbski dom na Budyskim Póstowym
					naměsće.</p>
			</abstract>
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				<keywords>
					<term key="Vereinshaus">Vereinshaus</term>
					<term key="Gebäude">Gebäude</term>
				</keywords>
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    <text>
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				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Wendisches-Haus-in-Bautzen_01-scaled.jpg"/>Spendenliste für die Finanzierung des Baus; Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut </p>
				<p>Erstes, 1897–1904 erbautes Vereinshaus der wissenschaftlich-kulturellen
					Gesellschaft <rs type="term" key="Maćica Serbska/Maśica Serbska" ref="-">Maćica
						Serbska</rs> in <placeName key="ed_xwx_lgh_vhb">Bautzen</placeName>. Es
					diente bis zum Betätigungsverbot der <rs type="term" key="Domowina" ref="-"
						>Domowina</rs> 1937 als Zentrum des sorbischen <rs type="term"
						key="Vereinswesen" ref="-">Vereinswesens</rs>. 1945 wurde es zerstört und am
					alten Ort nicht wieder aufgebaut. Sein Nachfolgebau ist das <rs type="term"
						key="Haus der Sorben" ref="-">Haus der Sorben</rs> am Bautzener
					Postplatz.</p>
				<p>Nach Gründung der Maćica Serbska 1847 entstand bei den Mitgliedern der Wunsch
					nach einem eigenen Vereinshaus. Durch Erwerb eines Grundstücks am Schulgraben
					(heute Lauengraben) in Bautzen tat <persName key="ed_mhc_jnv_vhb">Jan Arnošt
						Smoler</persName> 1873 einen ersten Schritt zu dessen Erfüllung. Er bemühte
					sich auch um die finanziellen Mittel für das Vorhaben. Zweck seiner
					Russlandreisen zwischen 1859 und 1883 war es nicht zuletzt, die russischen
					Freunde der <rs type="term" key="Sorben" ref="http://d-nb.info/gnd/4055619-0"
						>Sorben</rs> um Unterstützung zu bitten (→ <rs type="term"
						key="Slawische Wechselseitigkeit" ref="-">slawische
					Wechselseitigkeit</rs>).</p>
				<p>»Die sorbischen Vereine, die sich über die sächsische und preußische Lausitz erstrecken,
					bedürfen aber eines gemeinsamen Mittelpunkts, um ihre gemeinnützigen Ziele
					ersprießlich erstreben zu können« (Baugenehmigungsantrag an den Bautzener
					Stadtrat). Ziele waren die »materielle und sittliche Hebung des Volkes« und die
					»Abwehr der staatsgefährlichen Bestrebungen der Neuzeit«. Dem Vorstand der
					Maćica schwebte ein reiner Zweckbau vor, der die Raumbedürfnisse der
					Gesellschaft sowie anderer sorbischer Vereine zu befriedigen vermochte. Durch
					Vermietung von Wohnungen und Läden sollten Baukosten und Unterhalt des Gebäudes
					ausgeglichen werden. Ein erster Entwurf im Renaissancestil stammte vom
					Baumeister <persName key="ed_zmy_cfn_q3b">Xaver Mauerer</persName> aus
					Bautzen.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Wendisches-Haus-in-Bautzen_02.jpg"/>Wendisches Haus am Lauengraben nach der Fertigstellung 1904; Postkarte, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Realisiert wurde schließlich der Entwurf des Dresdener Architekten <persName
						key="ed_qc4_cm4_c3b">August Grothe</persName>. Die Zusammenarbeit
					vermittelte <persName key="ed_dgv_mnv_vhb">Arnošt Muka</persName>, sie ging aus
					der gemeinsamen Tätigkeit beim Aufbau des »Wendischen Dorfes« zur <rs
						type="term"
						key="Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes 1896" ref="-"
						>Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes</rs> in <placeName
						key="ed_v45_yth_vhb">Dresden</placeName> 1896 hervor. Die Gestaltung der
					floral geschmückten Fassade in Formen der Frührenaissance entsprach dem
					historischen Stadtbild Bautzens »in würdiger Weise« (Landbaurat <persName
						key="ed_gsb_fl4_c3b">Karl Schmidt</persName>). Durch drei große Giebelhäuser
					und einen Eckturm wurde die Verbindung zur Dachlandschaft der Stadt hergestellt.
					In den Pfeilern stiegen Rosen, stilisierte Garten-, Wald- und Wiesenblumen auf,
					in den Ranken saßen Vögel. So ergab sich ein Bild des Blühens und organischen
					Wachsens. Gestalterische Höhepunkte waren die Giebel, in denen sorbische Linden
					(→ <rs type="term" key="nationale Symbole" ref="-">nationale Symbole</rs>) aus
					unter Bändern sichtbarem Wurzelwerk hervorwuchsen. Das Laub umschloss Schilder
					mit dem Lausitzer Wappen, mit Kreuz und Bibel und einer Rose als Symbol der
					Liebe. Ein Bienenkorb symbolisierte Fleiß, Ähren das Bauerntum. Auf den Bändern
					stand in goldenen Lettern: »Serbski dom« (Wendisches Haus), »Bohu k česći,
					Serbam k wužitku!« (Gott zur Ehre, den Sorben zum Nutzen!) und »Trać dyrbi
					Serbstwo zawostać!« (Ewig währen soll das Sorbentum!). Im Mittelgiebel wurde die
					Firstsäule eines sorbischen Bauernhauses nachgebildet. Auf der Folie
					bürgerlicher Respektabilität wurde in symbolischen Bildern Bilanz der <rs
						type="term" key="nationale Wiedergeburt"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4361398-6">nationalen Wiedergeburt</rs> gezogen
					und eine Hoffnung für die Zukunft angedeutet.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Wendisches-Haus-in-Bautzen_03.jpg"/>Café im Wendischen Haus, 1935; Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Wendisches-Haus-in-Bautzen_04-scaled.jpg"/>Ruine des wendischen Hauses, 1945; Fotograf: Jurij Kubaš, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Die Einweihung des Hauses erfolgte am 26.9.1904, die des Festsaals 1909. Nach den
					Vorstellungen Mukas wurde Letzterer mit Porträts sorbischer Patrioten der
					Wiedergeburtszeit geschmückt. Das Haus beherbergte ein Archiv (→ <rs type="term"
						key="Sorbisches Kulturarchiv" ref="-">Sorbisches Kulturarchiv / Serbski
						kulturny archiw</rs>, die <rs type="term"
						key="Bibliothek der Maćica Serbska" ref="-">Bibliothek der Maćica
						Serbska</rs>, das Wendische Museum in Bautzen, Büros, <rs type="term"
						key="Schmalers Verlag und Buchdruckerei" ref="-">Schmalers Verlag und
						Druckerei</rs>, eine Buchhandlung sowie ein Café. 1941, vier Jahre nach dem
					Betätigungsverbot von 1937, konfiszierten die Nationalsozialisten das Haus und
					sein Inventar. Bibliothek, Museum und Archiv wurden geschlossen, die Bestände
					teilweise an städtische Einrichtungen übergeben. Am 22.4.1945 fiel das Wendische
					Haus einer strategischen Brandlegung und zugleich einem Bombenangriff zum Opfer. </p>
				<p>Lit.: J. Bryl: Serbski dom w Budyšinje, Budyšin 1924; L. Bejmina: Ze stawiznow
					Serbskeho doma w Budyšinje. Projekt, natwar a kulturnopolitiska funkcija
					(1873–1956) – přinošk k přeslědźenju kulturnohistoriskich tradicijow serbskeho
					narodneho hibanja, Lipsk 1982 (Dipl.-Arbeit); H. Mirtschin: Zwischen Symbolismus
					und Heimatkunst. Zur Ikonographie des ersten Wendischen Hauses (Serbski dom) in
					Bautzen, in: Lĕtopis 40 (1993) 2; M. Mirtschin: Bildnisse sorbischer
					Persönlichkeiten von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten
					Weltkrieg – Zeugnisse bürgerlichen Werteverhaltens, in: Zwischen Zwang und
					Beistand. Deutsche Politik gegenüber den Sorben vom Wiener Kongress bis zur
					Gegenwart, Hg. E. Pech/D. Scholze, Bautzen 2003.</p>
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