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			<titleStmt>
				<title>Wendisches Museum in Bautzen /Serbski muzej</title>
				<title xml:lang="deu">Wendisches Museum in Bautzen /Serbski muzej</title>
				<title xml:lang="hsb">Serbski muzej (I) w Budyšinje</title>
				<title xml:lang="dsb">Serbski muzej (I) w Budyšynje</title>
				<title xml:lang="eng">Wendish Museum in Bautzen/Serbski muzej</title>
				<author>
					<persName key="ed_it1_ffp_2mb">Paulik, Andrea</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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		<profileDesc>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Sammlung von Zeugnissen zur sorbischen Kultur- und Geistesgeschichte, die ab 1871
					im Stadtmuseum Bautzen und zwischen 1904 und 1941 im Wendischen Haus präsentiert
					wurde.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Zběrka objektow k serbskim kulturnym a duchowym stawiznam, kotraž so wot 1871 w
					Měšćanskim muzeju w Budyšinje a mjez 1904 a 1941 w Serbskim domje
					předstaješe.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Zběrka objektow serbskich kulturnych a duchnych stawiznow, ako jo se wót 1871 w
					budyšyńskem Měsćańskem muzeumje a wót 1904 a 1941 w Serbskem domje
					prezentěrowała.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Collection of evidence material to Sorbian cultural and intellectual history,
					which was presented from 1871 in the City Museum of Bautzen, and between 1904
					and 1941 in the Wendish House.</p>
			</abstract>
			<textClass>
				<keywords>
					<term key="Museum">Museum</term>
					<term key="Ausstellung">Ausstellung</term>
					<term key="Maćica Serbska/Maśica Serbska">Maćica Serbska/Maśica Serbska</term>
					<term key="Bautzen">Bautzen</term>
					<term key="Wendisches Haus in Bautzen">Wendisches Haus in Bautzen</term>
					<term key="Kulturerbe">Kulturerbe</term>
					<term key="Sorben">Sorben</term>
				</keywords>
			</textClass>
		</profileDesc>
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    <text>
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				<p>Sammlung von Zeugnissen zur sorbischen Kultur- und Geistesgeschichte, die ab 1871
					im Stadtmuseum Bautzen und zwischen 1904 und 1941 im Wendischen Haus präsentiert
					wurde. Innerhalb der <rs type="term" key="nationale Wiedergeburt">nationalen
						Wiedergeburt</rs> Mitte des 19. Jh. entstand die Idee eines Museums für die
					Sorben. Schon im Programm der 1856 gegründeten Sektion für Altertumskunde der
						<rs type="term" key="Maćica Serbska/Maśica Serbska">Maćica Serbska</rs>
					waren das Sammeln, Untersuchen und Bewahren von sorbischen bzw. in der Lausitz
					gefundenen Objekten sowie die Schaffung eines Museums als Ziele festgeschrieben.
					Die Gründungsmitglieder <persName key="ed_a2q_dvx_vhb">Korla Awgust
						Jenč</persName>, <persName key="ed_gc1_tqz_whb">Jaroměr Hendrich
						Imiš</persName>, <persName key="ed_jd2_mx4_c3b">Michał Hórnik</persName> und
						<persName key="ed_bdz_pzd_dmb">Herman Ferdinand Wjela</persName> begannen
					mit dem Aufbau einer Sammlung, die vornehmlich sorbischer Bücher, Handschriften
					sowie volkskünstlerische und archäologische Gegenstände umfasste. Letztere
					wurden mangels eines Gebäudes zunächst in der Privatwohnung Wjelas ausgestellt
					und ab 1871 im Stadtmuseum <rs type="term" key="Bautzen">Bautzen</rs>
					präsentiert. 1881 entwarf <persName key="ed_dgv_mnv_vhb">Arnošt Muka</persName>
					nach dem Beispiel des Tschechischen Nationalmuseums in <rs type="term"
						key="Prag">Prag</rs> den Gedanken eines Museums als Zentrum der sorbischen
					bürgerlichen Emanzipation. Die Besinnung auf Geschichte und Kultur sollte der
					zunehmenden <rs type="term" key="Assimilation">Assimilation</rs> und
					Germanisierung entgegenwirken und die geistige Bindung an die slawischen
					Nachbarvölker stärken. Für das Gebäude plante man neben Ausstellungs- und
					Archivräumen einen Saal für Konzert- und Theateraufführungen, Vereinsräume, dazu
					Druckerei, Buchhandlung, Bibliothek und Gaststätte.</p>
				<p>Zur Umsetzung der Idee kam es mit dem Bau des <rs type="term"
						key="Wendisches Haus in Bautzen">Wendischen Hauses in Bautzen</rs>. Den
					letzten Anstoß zur Gründung des Wendischen Museums gab die <placeName
						key="ed_v45_yth_vhb">Dresdener</placeName>
					<rs type="term"
						key="Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes 1896"
						>Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes 1896</rs> mit ihrer
					Abteilung Wendisches Volksmuseum im „Wendischen Dorf“. Nach Ausstellungsabbau
					wurden die im Besitz der Maćica Serbska verbliebenen Exponate zunächst im
					Bautzener <rs type="term" key="Domstift">Domstift</rs> eingelagert, bis 1899 im
					Seitengebäude des im Bau befindlichen Wendischen Hauses eine provisorische
					Ausstellung eingerichtet werden konnte. Am 18.4.1900 erfolgte die feierliche
					Eröffnung des Wendischen Museums, 1904 bezog es im fertiggestellten Wendischen
					Haus größere Räume (76 qm) im 3. Stock. Nicht ausgestellte Bücher und Dokumente
					wurden ab 1927 dem Archiv (→ <rs type="term" key="Sorbisches Kulturarchiv"
						>Sorbisches Kulturarchiv</rs>) und der <rs type="term"
						key="Bibliothek der Maćica Serbska">Bibliothek der Maćica Serbska</rs>
					zugeordnet und die archäologische Sammlung 1932 dem Bautzener Stadtmuseum
					übergeben.</p>
				<p>Zu den bedeutendsten Exponaten gehörte das erste sorbische gedruckte Buch von
						<persName key="ed_k4b_yhp_c3b">Albin Moller</persName> aus dem Jahr 1574 (→
						<rs type="term" key="Buchdruck">Buchdruck</rs>). Unter dem Einfluss Mukas
					war die Museumskonzeption komplex angelegt. Bereits der Programmentwurf für die
					Dresdener Ausstellung umfasste die Bereiche erdkundliche Besonderheiten,
					Statistik (→ <rs type="term" key="Bevölkerungsstatistik"
						>Bevölkerungsstatistik</rs>), <rs type="term" key="Dialektologie"
						>Dialektologie</rs>, Bauten und Wohnungen (→ <rs type="term"
						key="Volksbauweise">Volksbauweise</rs>), Hausrat, Geräte aus Hof, Garten,
					Feld, Handarbeiten, <rs type="term" key="Tracht">Trachten</rs>, Sitten (→ <rs
						type="term" key="Bräuche">Bräuche</rs>), <rs type="term" key="Musik"
						>Musik</rs> (→ <rs type="term" key="Volksmusikinstrument"
						>Volksmusikinstrumente</rs>) und <rs type="term" key="Volkstanz"
						>Volkstanz</rs>, Schrifttum, Altertumsstücke, Gemälde (→ <rs type="term"
						key="Bildende Kunst">Bildende Kunst</rs>) und <rs type="term"
						key="Fotografie">Fotografien</rs>. Für die Dauerschau installierte man Teile
					der Ausstellung, so die <rs type="term" key="Spinnstube">Spinnstube</rs>, den
					Hochzeitszug und die Wöchnerinkammer. Trotz Besetzung und Schließung des
					Wendischen Hauses durch die Gestapo 1937 blieb das Wendische Museum bis zur
					endgültigen Konfiszierung des Besitzes der Maćica Serbska Anfang 1941 für
					Besuchergruppen zugänglich. 1942 wurde die 1 014 Positionen umfassende Sammlung
					durch die Behörden dem Bautzener Stadtmuseum übereignet. Besonders wertvolle
					Exponate hatte Kustos <persName key="ed_z25_51j_f3b">Jan Meškank</persName>
					zuvor selbst gesichert bzw. Freunden in Verwahrung gegeben.</p>
				<p>Im April 1945 fiel das Wendische Haus einer strategischen Brandlegung sowie
					Bombenangriffen zum Opfer. Die ursprüngliche Sammlung des Wendischen Museums
					befindet sich heute im <rs type="term" key="Sorbisches Museum/Serbski muzej"
						>Sorbischen Museum in Bautzen</rs>.</p>
				<p>Leiter: <persName key="ed_hr4_zwj_d3b">Jakub Šewčik</persName> (1900–1908),
						<persName key="ed_l1d_k12_dmb">Michał Wjerab</persName> (1908–1932),
						<persName key="ed_zvv_rtx_vhb">Pawoł Nedo</persName> (1932–1934), <persName
						key="ed_z25_51j_f3b">Jan Meškank</persName> (1935–1941)</p>
				<p>Lit.: S. Musiat: Das „Archäologische Museum“ der Sektion für Altertumskunde der
					Maćica Serbska (1856–1871) – ein Vorläufer des „Wendischen Museums“, in: Lětopis
					C 23 (1980); P. Nedo: Notizen zur Entwicklung des „Wendischen Museums“ im
					Zeitraum 1931–1934, in: Lětopis C 23 (1980); J. Cyž: Bemühungen zur Bergung von
					Teilbeständen des „Wendischen Museums“, in: Lětopis C 23 (1980); Korjenje =
					Wurzeln. Über die Sorbische volkskundliche Ausstellung in der Ausstellung des
					Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes 1896 in Dresden, Bautzen 1996.</p>
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