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			<titleStmt>
				<title>Kurmärkisch-wendischer Distrikt</title>
				<title xml:lang="deu">Kurmärkisch-wendischer Distrikt</title>
				<title xml:lang="hsb">Kurmarkowstwo-serbski distrikt</title>
				<title xml:lang="dsb">Kurmarkowstwo-serbski distrikt</title>
				<title xml:lang="eng">Kurmärkisch-Wendish District</title>
				<author>
					<persName key="ed_ov4_cs5_2mb">Kunze, Peter</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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		<profileDesc>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Territorien, die im 15. und 16. Jh. von der zur böhmischen Krone gehörenden
					Niederlausitz an die brandenburgische Kurmark übergingen und bis zu ihrer festen
					Vereinigung mit Preußen Mitte des 18. Jh. eine besondere Verwaltungseinheit
					bildeten. Dies betraf 1462 die Herrschaften Teupitz und Bärwalde, 1490 Zossen,
					1555 Beeskow und Storkow.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Teritorije, kotrež přeńdźechu w 15. a 16. lětstotku wot čěskeje króny na
					braniborsku kurmarku a tworjachu hač k jeje krutemu zjednoćenju z Pruskej srjedź
					18. lětstotka wosebity zarjadniski cyłk. To potrjechi 1462 knjejstwje Tupc a
					Bjerwałd, 1490 Sosny, 1555 Běžkow a Storkow.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Teritorije Dolneje Łužyce, kótarež su w 15. a 16. wót českeje krony pśejšli na
					bramborsku kurmarku a su až k zjadnośenju z Pšuskeju srjejź 18. stolěśa twórili
					wósebnu zastojnstwowu jadnotku. To jo pótrjefiło 1463 kněstwje Tupc a Bjerwałd,
					1490 Sosny, 1555 Bezkow a Storkow.</p>
			</abstract>
			<textClass>
				<keywords>
					<term key="Kirchenpolitik">Kirchenpolitik</term>
					<term key="Sprachdenkmal" ref="-">Sprachdenkmal</term>
					<term key="Sprachpolitik" ref="http://d-nb.info/gnd/4077732-7"
						>Sprachpolitik</term>
					<term key="Sprachenpolitik" ref="-">Sprachenpolitik</term>
					<term key="Verwaltung" ref="-">Verwaltung</term>
					<term key="Landesgeschichte" ref="-">Landesgeschichte</term>
				</keywords>
			</textClass>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Territories, which changed hands during the 15th and 16th century from Lower
					Lusatia that belonged to the Bohemian crown, to the Brandenburg Electorate, and
					until their firm unification with Prussia in the middle of the 18th century
					formed a special administrative unit. This affected the dominions Teupitz and
					Bärwalde in 1462, Zossen in 1490, as well as Beeskow and Storkow in 1555.</p>
			</abstract>
		</profileDesc>
    </teiHeader>
    <text>
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				<p>Territorien, die im 15. und 16. Jh. von der zur böhmischen Krone gehörenden <rs
						type="term" key="Niederlausitz" ref="-">Niederlausitz</rs> an die
					brandenburgische Kurmark übergingen und bis zu ihrer festen Vereinigung mit
					Preußen Mitte des 18. Jh. eine besondere Verwaltungseinheit bildeten. Dies
					betraf 1462 die Herrschaften <placeName key="ed_q45_4c5_23b">Teupitz</placeName>
					und <placeName key="ed_akm_3gh_vhb">Bärwalde</placeName>, 1490 <placeName
						key="ed_ryw_z2j_vhb">Zossen</placeName>, 1555 <placeName
						key="ed_ohs_ngh_vhb">Beeskow</placeName> und <placeName key="ed_jp4_dbj_vhb"
						>Storkow</placeName>. Diese Gebiete befanden sich zunächst im Pfandbesitz
					der Hohenzollern, später erhielten sie den Status eines erblichen Lehens. Erst
					1742 gingen sie im Ergebnis des Ersten Schlesischen Kriegs im Verband Preußens
					auf und gehörten fortan staatsrechtlich nicht mehr zur Niederlausitz.</p>
				<p>Der Kurmärkisch-wendische-Distrikt umfasste im ausgehenden 16. Jh. eine Fläche
					von 2 174 km2 mit rund 17 700 Einwohnern, die in fünf Städten und 166 Dörfern
					lebten. Zwei Drittel der Bevölkerung in 132 Dörfern waren <rs type="term"
						key="Sorben" ref="http://d-nb.info/gnd/4055619-0">Sorben</rs>. Allein in den
					beiden Ämtern Beeskow und Storkow unterstanden dem Superintendenten Christoph
						<persName key="ed_ljs_gkd_r3b">Treuer</persName> 1610 noch 40 sorbische und
					lediglich fünf deutsche Kirchen. Die 29 deutschen Dörfer lagen in den
					Randgebieten, 19 allein im westlichen Teil des Amtes Zossen. Insgesamt betrug
					der Anteil der sorbischen Bevölkerung im Kurmärkisch-wendischen Distrikt im 16.
					Jh. 76 %.</p>
				<p><graphic url="https://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Kurmaerkisch-wendischer_Distrikt_00_Karte-Iris-Brankackowa.jpg"/>Kurmärkisch-wendischer Disktrikt um 1600; Karte: Iris Brankatschk, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Die bäuerlichen Untertanen gliederten sich in Vollbauern (Hüfner), die etwa 60 %
					ausmachten, in Kossäten und Büdner. Auf den großteils sandigen und sumpfigen
					Böden stellte der Ackerbau die Hauptnahrungsquelle dar. Eine wesentliche Rolle
					spielte der Flachsanbau, der für die entstehende Leinenproduktion Bedeutung
					erlangte. Die bäuerliche Bevölkerung hatte ihrer Herrschaft Naturalabgaben zu
					leisten, die ab der Wende zum 17. Jh. in Geldzahlungen umgewandelt wurden. Der
						<rs type="term" key="Dreißigjähriger Krieg"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4012985-8">Dreißigjährige Krieg</rs> führte zur
					Verwüstung weiter Landstriche und zu einem Bevölkerungsverlust von etwa 50 %.
					Der Adel nutzte die Situation aus und schlug die wüsten Bauernstellen seinen
					Besitzungen zu. Die Gutswirtschaft erfuhr ihre volle Ausprägung, wobei die
					Landbewohner auf die Stufe schollengebundener Leibeigener gedrückt wurden (→ <rs
						type="term" key="Leibeigenschaft" ref="http://d-nb.info/gnd/4035132-4"
						>Leibeigenschaft</rs>).</p>
				<p>Die brandenburgischen Herrscher verfochten gegenüber der sorbischen Bevölkerung
					zunächst eine tolerante <rs type="term" key="Sprachenpolitik" ref="-"
						>Sprachenpolitik</rs>. Dazu sahen sie sich durch die <rs type="term"
						key="Reformation" ref="http://d-nb.info/gnd/4048946-2">Reformation</rs>
					genötigt; sollte die neue Lehre verbreitet werden, so musste man sie in der
					Muttersprache verkünden. Dazu brauchte man junge sorbische Theologen, deren
					Ausbildung sowohl an der Universität <placeName key="ed_yvk_f2j_vhb"
						>Wittenberg</placeName> als auch an der 1506 eröffneten Landesuniversität in
						<placeName key="ed_p3q_2vh_vhb">Frankfurt (Oder)</placeName> erfolgte, wo
					kurz nach Mitte des 16. Jh. schon sorbische Sprachübungen für die zukünftigen
					Pfarrer stattfanden. Allein in Wittenberg absolvierten von 1538 bis 1570
					insgesamt 140 junge Sorben ihr Theologiestudium, sodass es im
					Kurmärkisch-wendischen Distrikt ohne Weiteres gelang, die Pfarrstellen mit
					sorbischsprachigen Anwärtern zu besetzen. Damit konnte auch einer Anweisung des
						<persName key="ed_lgb_12c_d3b">Kurfürsten Johann Georg</persName> von 1595
					entsprochen werden, der forderte, bei Neubesetzung sorbischer Pfarrstellen dem
					»eingeborn Kindt« oder einem anderen Brandenburger »wendischen idiomatis« den
					Vorzug einzuräumen. Dort allerdings, wo die sorbischen Untertanen die deutsche
					Sprache bereits ausreichend beherrschten, sollte diese weiter gefördert werden.
					Das betraf v. a. die Städte, wo stets neben sorbischen Diakonen auch deutsche
					Pfarrer angestellt wurden.</p>
				<p><graphic
						url="https://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/07/SKL-Kurmaerkisch-wendischer_Distrikt_01.jpg"
					/>Frauen aus dem Bärwalder Ländchen in Kirchgangstracht, 19. Jh.; Repro aus: E.
					Kunsdorff  „Die ehemaligen Trachten des Kreises Jüterbog-Luckenwalde“ (Leipzig
					1956)</p>
				<p>Die Reformation brachte zugleich den Beginn des sorbischen Schrifttums mit sich.
					Der Kurmärkisch-wendische Distrikt spielte hierbei eine Vorreiterrolle. Doch
					sind nur vereinzelt ältere Handschriften erhalten geblieben. Eine davon ist das
					Fragment einer Taufagende, die der Zossener Archidiakon <persName
						key="ed_h5s_mkd_r3b">Mjertyn Rychtar</persName> 1543 übersetzt hat und die
					als ältestes niedersorbisches Schriftdenkmal gilt. Gedruckt erschien 1610 ein
					von Pfarrer <persName key="ed_dbw_x3p_c3b">Handroš Tara</persName> übersetzter
					Kleiner Katechismus mit Texten für den Schulgebrauch unter dem Titel
					»Enchiridion Vandalicum«. Das Buch wurde maßgeblich durch die für die
					brandenburgische Kirchenpolitik zuständigen Personen gefördert, um den
					sorbischen Bewohnern des Landes den Zugang zum evangelischen Bekenntnis zu
					erleichtern. Tara, der als Student die sorbischen Sprachübungen an der
					Universität Frankfurt (Oder) geleitet hatte, galt als Fachmann für das Sorbische
					und andere slawische Sprachen und war dafür gerüstet, weitere Übersetzungen
					vorzunehmen. Doch <persName key="ed_g2p_g1y_vhb">Kurfürst Johann
						Sigismund</persName> versagte einer von Tara vorbereiteten sorbischen
					Postille die finanzielle Zuwendung und unterstützte auch nicht dessen Bewerbung
					am Joachimsthaler Gymnasium bei <placeName key="ed_kxc_j5h_vhb"
						>Eberswalde</placeName>, wo er sorbische Zöglinge in der Muttersprache
					unterrichten wollte. Auch weitere sprachwissenschaftliche Arbeiten Taras – eine
					Grammatik, ein Wörterbuch sowie ein Leitfaden für den Lese- und
					Schreibunterricht – blieben ungedruckt. So scheiterte sein Versuch, das <rs
						type="term" key="Sorbisch" ref="http://d-nb.info/gnd/4116533-0"
						>Sorbische</rs> zur Schriftsprache zu erheben, an der Haltung des Kurfürsten
					und an den Zeitumständen, namentlich am Dreißigjährigen Krieg, der für
					Jahrzehnte den positiven Beginn der sorbischen Kulturentwicklung unterbrach.
					Doch kurz nach Kriegsende setzte die sorbische Geistlichkeit des
					Kurmärkisch-wendischen Distriks, inspiriert von Tara, dessen Bemühungen um die
					Kultivierung der sorbischen Sprache fort. <persName key="ed_j1x_qwc_d3b"
						>Kurfürst Friedrich Wilhelm</persName> stand diesen Bestrebungen zunächst
					wohlwollend gegenüber. So konnten von 1653 bis 1656 vier sorbische
					Druckschriften erscheinen, allesamt Übersetzungen aus dem Deutschen: 1653 ein
					Psalter von Christian Schmer, 1654 ein Katechismus von <persName
						key="ed_cjy_5kd_r3b">Adam Thilo</persName>, 1655 ein Gesangbüchlein und 1656
					Bibelextracta aus dem Alten und Neuen Testament.</p>
				<p>Kurze Zeit später änderte Friedrich Wilhelm jedoch seine Haltung. Bereits 1667
					erließ er das sog. <rs type="term" key="Dezemberreskript" ref="-"
						>Dezemberreskript</rs>, worin er anordnete, alle sorbischen Bücher und
					Manuskripte zu konfiszieren sowie nach und nach die sorbischen Prediger
					»abzuschaffen«. Er sah in ihrer Sprache die Ursache für die anticalvinistische
					Bewegung in Brandenburg, die seinen absolutistischen Bestrebungen zuwiderlief.
					Mit diesem Reskript leitete der preußische Staat im Kurmärkisch-wendischen
					Distrikt antisorbische Maßnahmen ein, die in den folgenden Jahrzehnten trotz
					Modifikationen beibehalten wurden und schließlich zur gänzlichen Auslöschung der
					sorbischen Sprache führten. So wurde das Sorbische aus <rs type="term"
						key="Kirche" ref="http://d-nb.info/gnd/4030702-5">Kirche</rs> und
					Gerichtssaal verdrängt, sorbische Pfarrer wurden schrittweise durch deutsche
					ersetzt, sorbische Schriften wurden nicht mehr geduldet. Sämtliche Exemplare der
					zwischen 1653 und 1656 edierten Drucke wurden eingezogen und makuliert (→ <rs
						type="term" key="Sprachverbote" ref="-">Sprachverbote</rs>).</p>
				<p>Der Germanisierungsprozess verlangsamte sich zwar nach dem Regierungswechsel von
					1688, weil <persName key="ed_un5_xwc_d3b">Kurfürst Friedrich III.</persName>,
					der spätere König Friedrich I., die Verbotspolitik seines Vorgängers nicht in
					jedem Fall billigte. Doch eine spürbare Förderung erfuhren die hiesigen Sorben –
					anders als im <rs type="term" key="Cottbuser Kreis" ref="-">Cottbuser Kreis</rs>
					– nicht. Nach wie vor wurden die Anstellung deutscher Pfarrer und die
					Einschränkung der sorbischen Sprache im Gottesdienst betrieben. An fehlenden
					Mitteln scheiterten Bemühungen um die Gewinnung sorbischer Jugendlicher für eine
					Ausbildung am 1694 errichteten Friedrichsgymnasium in Frankfurt (Oder).</p>
				<p>Die Toleranzpolitik Friedrichs I., die freilich kaum zu einer spürbaren
					Verbesserung der Lage für die ansässigen Sorben geführt hatte, endete abrupt mit
					dem Amtsantritt seines Nachfolgers <persName key="ed_jxv_3xc_d3b">König
						Friedrich Wilhelms I.</persName> Bereits 1714 ordnete dieser an, die
					Abschaffung des Sorbischen gemäß dem Reskript von 1667 voranzutreiben, ein Jahr
					später erging an die Kirchenvisitatoren die Aufforderung, »unter ständiger
					Beachtung unseres Befehls von der Abschaffung der wendischen Sprache« jährlich
					Inspektionen durchzuführen, da »in mehreren Kirchen noch immer wendische Laute
					erklangen«. Ähnliche Anweisungen folgten 1719, 1732, 1735 und 1757 jeweils mit
					der nachdrücklichen Aufforderung, alle gegen die sorbische Sprache ergangenen
					Befehle und Anweisungen strikt zu befolgen. Die »Forstbedienten und andere
					Amtsoffizianten« erreichte die Aufforderung, »die Ausbreitung der deutschen
					Sprache und damit Handel und Wandel zu fördern, wendische Verstockung dagegen
					notfalls mit Geldbußen zu ahnden«. In Friedrich Wilhelms Amtszeit (1713–1735)
					wurden in den Superintendenturen Beeskow und Storkow sowie einigen benachbarten
					Parochien insgesamt 28 Geistliche berufen, von denen 20 deutscher Herkunft
					waren. Ob die restlichen acht aus sorbischen Gebieten stammenden Pfarrer das
					(Nieder-)Sorbische beherrschten und anwandten, ist zu bezweifeln. Die strikte
					Befolgung der königlichen Anweisungen führte dazu, dass 1735 in allen Parochien
					des Kurmärkisch-wendischen Distrikts diese Sprache fast vollständig aus dem
					kirchlichen Bereich verschwunden war. 1761 gab es in den Herrschaften Beeskow
					und Storkow von ehedem 40 sorbischen Kirchen keine einzige mehr. Deutsches
					Schulwesen und Militärdienst trugen das Ihrige zur Verbreitung der
					Mehrheitssprache bei.</p>
				<p><persName key="ed_cjm_txc_d3b">König Friedrich II.</persName> sah unter diesen
					Voraussetzungen keine Ursache zur Konzessionierung des Sorbischen, er förderte
					alles, was dazu diente, den alleinigen Gebrauch der deutschen Sprache
					durchzusetzen. Ein wirksames Instrument erkannte er in der von ihm initiierten
					und geförderten Kolonisationsbewegung. Allein zwischen 1746 und 1800 gründeten
					Kolonisten aus Württemberg, der Pfalz, Hessen und zu einem geringen Teil aus der
					sorbischen Niederlausitz 61 neue Ortschaften. Das beschleunigte den Prozess der
					Eindeutschung der einheimischen Bevölkerung. 1757 stellte die preußische
					Hofkanzlei fest, dass sich »die deutsche Sprache überall eingewöhnt und die
					Zuziehung der Pfälzer und anderer Kolonisten deren Verbreitung weiter gefördert
					habe«. Einheimischen Kolonisten, die wiederholt um die Gewährung sorbischer
					Gottesdienste baten, wurde empfohlen, sich lieber im Kreis <rs type="term"
						key="Cottbus" ref="-">Cottbus</rs> anzusiedeln, da es im
					Kurmärkisch-wendischen Distrikt »bei der anno 1714 verordneten Abschaffung der
					wendischen Sprache auch fürderhin« bliebe. Rund 100 Jahre später, zur Mitte des
					19. Jh., war hier die sorbische Sprache endgültig erloschen. Doch vielerorts
					hielten sich sorbische Traditionen in der geistigen und materiellen Volkskultur,
					besonders in der Volkstracht, im Sagenschatz, in Bräuchen, in der Bauweise, in
					der Mundart sowie bei Flur- und Hofnamen.</p>
				<p>Lit.: F. Mětšk: Der Kurmärkisch-wendische Distrikt. Ein Beitrag zur Geschichte
					der Territorien Bärwalde, Beeskow, Storkow, Teupitz und Zossen unter besonderer
					Berücksichtigung des 16. bis 18. Jahrhunderts, Bautzen 1965; D. Teichmann:
					Studien zur Geschichte und Kultur der Niederlausitz im 16. und 17. Jahrhundert,
					Bautzen 1998; P. Kunze: Zur brandenburgisch-preußischen Sorben-(Wenden-)Politik
					im 17. und 18. Jahrhundert, in: Lětopis 46 (1999) 1.</p>
			</div>
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    </text>
</TEI>
