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				<title>Lusizer</title>
				<title xml:lang="deu">Lusizer</title>
				<title xml:lang="hsb">Łužičenjo</title>
				<title xml:lang="dsb">Łužycany</title>
				<title xml:lang="eng">Lusatians</title>
				<author>
					<persName key="ed_ncj_t4m_23b">Scholze, Dietrich (1950-)</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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				<keywords>
					<term key="Besiedlung">Besiedlung</term>
					<term key="Niederlausitz">Niederlausitz</term>
					<term key="Brandenburg">Brandenburg</term>
					<term key="Lusizer">Lusizer</term>
					<term key="Sorben">Sorben</term>
					<term key="Niedersorben">Niedersorben</term>
					<term key="Landesgeschichte">Landesgeschichte</term>
					<term key="Westslawen">Westslawen</term>
					<term key="Bayerischer Geograph">Bayerischer Geograph</term>
				</keywords>
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			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Westslawischer Stamm, der nach 600 in das Gebiet der späteren Niederlausitz
					einwanderte. Die Lusizer gehörten zu den größeren der rund 20 altsorbischen
					Stämme, die den südlichen Teil der Elbslawen bzw. Polaben bildeten (zwischen
					Saale, Elbe und Bober, Queis).</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Zapadosłowjanski kmjen, kotryž je po 600 do kónčinow pozdźišeje Delnjeje Łužicy
					zapućował. Łužičenjo słušachu k wjetšim z někak 20 staroserbskich kmjenow,
					kotrež tworjachu južny dźěl Połobskich Słowjanow resp. Połobjanow (mjez Solawu,
					Łobjom a Bobrom, Kwisu).</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Pódwjacornosłowjański rod, kótaryž jo pó lěśe 600 do stron pózdźejšeje Dolneje
					Łužyce pśiśěgnuł. Łužycany su słušali k wětšym wót wokoło 20 staroserbskich
					rodow, kenž su twórili pódpołdnjowy źěł Półobskich Słowjanow resp. Połobjanow
					(mjazy Solawu, Łobjom a Bobrom, Kwisu).</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>West Slavic tribe, which immigrated to the area of the later Lower Lusatia, after
					600. The Lusizers were among the larger of the approximately 20 Sorbian tribes,
					which formed the Southern group of the Elbe Slavs or Polaben (between the Saale,
					Elbe and Bober, Queis).</p>
			</abstract>
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				<p>Westslawischer Stamm, der nach 600 in das Gebiet der späteren <rs type="term"
						key="Niederlausitz" ref="-">Niederlausitz</rs> einwanderte (→ <rs
						type="term" key="Besiedlung" ref="-">Besiedlung</rs>). Die Lusizer gehörten
					zu den größeren der rund 20 altsorbischen Stämme, die den südlichen Teil der
					Elbslawen bzw. Polaben bildeten (zwischen Saale, Elbe und Bober, Queis). Das
					dicht besiedelte Kerngebiet der Lusizer erstreckte sich zwischen der oberen
					Dahme im Westen und der <placeName key="ed_dzf_vy3_vhb">Spree</placeName> im
					Osten mit mehreren Siedlungsschwerpunkten, u. a. bei <placeName
						key="ed_dh1_tm3_vhb">Luckau</placeName>. Der Name – lateinisch Lusici bzw.
					Lunsizi, niedersorbisch Łužycanarje – rührt her vom altsorbischen Substantiv
					„ług“ (Sumpfland, sumpfige Niederung) und trifft v. a. auf die Landschaft im <rs
						type="term" key="Spreewald" ref="-">Spreewald</rs> zu.</p>
				<p><graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2020/06/SKL-Lusizer_01.jpg"/>Siedlungsgebiet der Lusizer im 10. Jh. (mit Burgwällen); Karte:
					Iris Brankatschk</p>
				<p>Wie die <rs type="term" key="Milzener" ref="-">Milzener</rs> besaßen die Lusizer bereits
					Mitte des 9. Jh. – laut dem sog. Bayerischen Geographen – 30 Burgbezirke bzw.
					Hauptorte (Civitates), die jeweils mehrere Dörfer umfassten. Insgesamt zählten
					sie bis zu 8 000 Menschen. Als Bodendenkmale erhalten sind <rs type="term"
						key="Burgwall" ref="http://d-nb.info/gnd/4147023-0">Burgwälle</rs> (oft
					Sumpfburgen), die in Kriegszeiten als Fluchtburgen genutzt wurden. Sie werden
					nach neueren archäologischen Untersuchungen in das 9./10. Jh. datiert. Die
					Lusizer stellten Keramik vom sog. Tornower Typ her. Ihre <rs type="term"
						key="Wirtschaft" ref="-">Wirtschaft</rs> prägten Ackerbau und Viehzucht,
					hinzu kamen Jagd, Fischfang und <rs type="term" key="Imkerei"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4026592-4">Bienenzucht</rs>. Ab etwa 850 führten
					sie ein eigenes Stammesleben. Doch während sich im 10. Jh. in der Nachbarschaft
					ein deutscher und ein polnischer feudaler Staat formierten, schufen die Slawen
					zwischen Oder, Bober und Queis sowie Elbe und Saale kein gemeinsames
					Staatswesen. Nach der Konsolidierung des Ostfränkischen Reiches besiegte
						<persName key="ed_bvx_vtv_vhb">König Heinrich I.</persName> 928 die Heveller
					an der Havel, 932 die Lusizer und die Milzener sowie weitere Stämme und zwang
					sie zu Tributen. Nach mehreren Aufständen und zeitweiliger erneuter
					Unabhängigkeit wurden die Lusizer 963 endgültig besiegt (→ <rs type="term"
						key="Unterwerfung" ref="-">Unterwerfung</rs>). Ihr nationales und
					politisches Schicksal war seitdem fest mit dem Reich verbunden. An die Stelle
					der einheimischen Aristokratie traten, häufig infolge gewaltsamen Vorgehens,
					deutsche Adlige als Träger der neuen Macht. Es folgte ein langwieriger Prozess
					der <rs type="term" key="Christianisierung" ref="http://d-nb.info/gnd/4121091-8"
						>Christianisierung</rs>. Die slawischen Stammesnamen (wie Lusizi, Selpoli)
					verschwanden seit Anfang des 11. Jh. aus den Quellen; die Gebiete werden nunmehr
					unter dem Begriff „<rs type="term" key="Lausitz" ref="-">Lausitz</rs>“
					zusammengefasst. Nach 1000 kam es innerhalb des Kerngebiets der Lusizer zur
					Ausdehnung einzelner Siedlungen (z. B. bei Luckau). Seit dem 12./13. Jh.
					erfolgte ein gezielter Landesausbau (→ <rs type="term" key="Kolonisation"
						ref="-">Kolonisation</rs>), durch den es zu einem verstärkten Zuzug
					deutscher Siedler kam, an dem jedoch auch die slawische Bevölkerung beteiligt
					war. In dieser Zeit wurde der bis dahin siedlungsleere Grenzstreifen zwischen
					den Lusizern und Milzenern im Süden der Niederlausitz aufgesiedelt.</p>
				<p>Die slawischstämmige Bevölkerung der Lausitz, deren Selbstbezeichnung „Serb“ oder „Sarb“
					lautet, konnte ihre Sprache, Kultur und Tradition über 1 000 Jahre hinweg
					bewahren. Als Nachfahren der Lusizer leben die Niedersorben bis zur Gegenwart im
					südlichen Brandenburg und sind als Teil der nationalen Minderheit bzw. des
					autochthonen Volkes der Sorben anerkannt.</p>
				<p>Lit.: R. Lehmann: Geschichte der Niederlausitz, Berlin 1963; J. Brankačk/F. Mětšk: Geschichte
					der Sorben, Bd. 1, Bautzen 1977; Die Slawen in Deutschland. Ein Handbuch, Hg. J.
					Herrmann, 2. Aufl., Berlin 1985; G. E. Schrage: Slaven und Deutsche in der
					Niederlausitz, Berlin 1990; F. Biermann: Slawische Besiedlung zwischen Elbe,
					Neiße und Lubsza, Bonn 2000.</p>
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