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				<title>Mission</title>
				<title xml:lang="deu">Mission</title>
				<title xml:lang="hsb">Mision</title>
				<title xml:lang="dsb">Pósołstwo</title>
				<title xml:lang="eng">Mission</title>
				<author>
					<persName key="ed_ld1_45m_23b">Malinkowa, Trudla (1955-)</persName>
				</author>
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				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
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				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter
					Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen:
					Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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					<term key="Missionar">Missionar</term>
					<term key="Missionarin">Missionarin</term>
					<term key="Zeitschrift">Zeitschrift</term>
					<term key="Verein">Verein</term>
					<term key="Kirche">Kirche</term>
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					<term key="Südafrika">Südafrika</term>
				</keywords>
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			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Rozšyrjanje wěsteje nabóžniny mjazy luźimi drugeje wěry. We Łužycy jo misiońska
					mysl była wósebnje pla ewangelskich Serbow rozšyrjona.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Rozšěrjenje nabožiny mjez druhowěriwymi. We Łužicy běše misionska mysl wosebje
					mjez ewangelskimi Serbami rozšěrjena.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Verbreitung einer Religion unter Andersgläubigen. In der Lausitz war der
					Missionsgedanke besonders unter den evangelischen Sorben verbreitet.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Dissemination of a religion among people of other faiths. In Lusatia, the
					missionary idea was particularly widespread among the Protestant Sorbs.</p>
			</abstract>
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	<text>
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			<div>
				<p>Verbreitung einer Religion unter Andersgläubigen, im engeren Sinne Aussendung von
					sorbischen christlichen Geistlichen und Laien (Missionare) vorwiegend in Länder
					der sogenannten Dritten Welt (Missionsgebiete). </p>
				<p>In der Lausitz war der Missionsgedanke besonders unter den evangelischen <rs type="term"
						key="Sorben" ref="http://d-nb.info/gnd/4055619-0">Sorben</rs> verbreitet. Er
					wurde um die Mitte des 18. Jh. durch den <placeName key="ed_x2m_t13_vhb"
						>Halleschen</placeName>
					<rs type="term" key="Pietismus" ref="http://d-nb.info/gnd/4046049-6"
						>Pietismus</rs> (Indienmission des aus <placeName key="ed_xb5_ft3_vhb"
						>Pulsnitz</placeName> stammenden Missionars <persName key="ed_hd1_xxy_whb"
						>Bartholomäus Ziegenbalg</persName> seit 1706) und die Herrnhuter <rs
						type="term" key="Brüdergemeine" ref="http://d-nb.info/gnd/4134444-3"
						>Brüdergemeine</rs> (weltweite Missionsarbeit seit 1732) geweckt. In den
					sorbischen Sozietäten der Herrnhuter vermittelten Diasporaarbeiter Nachrichten
					aus der Missionsarbeit, berichteten Missionare über ihre Tätigkeit und wurden
					Gaben für die Mission gesammelt. Sorben nahmen auch an den Missionsfesten in
						<placeName key="ed_tw3_1b3_vhb">Herrnhut</placeName> teil. In der 1751
					gegründeten Kolonie <placeName key="ed_d5m_2f3_vhb">Kleinwelka</placeName>
					(ursprünglich Wendisch Nieska) und in anderen Niederlassungen der Brüdergemeine
					ließen sich auch Sorben zum Dienst in der sogenannten Heidenmission vorbereiten
					und danach in die weltweiten Missionsgebiete aussenden. Sie wirkten im 18. und
					19. Jh. unter den Inuit Grönlands, den Indianern Nordamerikas, den Sklaven der
					Karibik, den Eingeborenen Südafrikas und in vielen anderen Regionen. Die Anzahl
					der Sorben im Dienst der Herrnhuter Mission ist beachtlich, bislang jedoch nicht
					genau bekannt. Als Missionare wirkten u. a. in Grönland <persName
						key="ed_a4k_2yy_whb">Jan Wićaz</persName> aus <placeName
						key="ed_ufb_mg3_vhb">Kumschütz</placeName>, <persName key="ed_sq5_gyy_whb"
						>Jan Mjeń</persName> aus <placeName key="ed_xwx_lgh_vhb"
					>Bautzen</placeName>, <persName key="ed_rwy_3yy_whb">Matej Waŕmo</persName> und
						<persName key="ed_p4p_myy_whb">Mjertyn Starik</persName> aus <placeName
						key="ed_dhb_ydj_vhb">Werben</placeName>, <persName key="ed_aml_2nz_whb"
						>Jurij Kmoch</persName> aus <placeName key="ed_bnn_z23_vhb"
						>Kleinförstgen</placeName> sowie die Missionarsgattinnen <persName
						key="ed_osl_lnz_whb">Hana Njepilarjec</persName> aus <placeName
						key="ed_fjf_qcj_vhb">Tzschelln</placeName> und <persName
						key="ed_kdx_nnz_whb">Marja Diesnarec</persName>, in Südafrika <persName
						key="ed_u4p_pnz_whb">Handrij Gustaw Hetaš</persName> aus Bautzen, die
					Missionarsgattinnen <persName key="ed_hy4_rnz_whb">Ana Starikec</persName> aus
						<placeName key="ed_dhb_ydj_vhb">Werben</placeName>, <persName
						key="ed_olq_tnz_whb">Marja Bötcherec</persName> aus <placeName
						key="ed_sqh_5v3_vhb">Ruben</placeName>, <persName key="ed_snn_vnz_whb">Hańža
						Jenkec</persName> und <persName key="ed_bvw_wnz_whb">Marja
						Chěžnikec</persName> aus <placeName key="ed_vgq_dcj_vhb">Thräna</placeName>,
					in Labrador Jan Hastink aus Sornßig und die Missionarsgattin Hana Rosina Staudec
					aus <placeName key="ed_ac5_vcj_vhb">Uhyst (Spree)</placeName> sowie in Surinam
					Awgust Młynk aus Kreckwitz und die Missionarsgattin Marja Lobachec aus Turnow.
					Bekanntester der sorbischen Herrnhuter Missionare war <persName
						key="ed_plm_fcy_vhb">Jan Awgust Měrćink</persName> aus <placeName
						key="ed_vpd_cxh_vhb">Gröditz</placeName>, der nach seiner Tätigkeit in
					Labrador 1850–1854 als Dolmetscher an der Suchexpedition nach dem verschollenen
						<persName key="ed_psh_14z_whb">Sir John Franklin</persName>, die u. a. die
					Nordwestpassage im Nördlichen Eismeer entdeckte, teilnahm und anschließend in
					Südafrika wirkte.</p>
				<p>Als im Gefolge von Restauration, Pietismus und Erweckungsbewegung im 19. Jh. zahlreiche
					Missionsgesellschaften entstanden, erlebte der Missionsgedanke unter den Sorben
					seine Blütezeit. Es entwickelte sich ein breites Missionsschrifttum. 1817 gab
						<persName key="ed_jgn_c4z_whb">Handrij Palman</persName>, zunächst
					Hilfsgeistlicher in Gröditz, dann Pfarrer in <placeName key="ed_xyt_jx3_vhb"
						>Schmölln</placeName>, die erste sorbische Missionszeitschrift „Duchomne
					rěči a podaća we tem Božim a Jezusowem kralestwi“ (Geistliche Reden und
					Ereignisse in Gottes und Jesu Königreich, 1817, Baseler Mission) heraus, von der
					allerdings nur zwei Nummern erschienen. Der <placeName key="ed_rhp_nm3_vhb"
						>h</placeName> Pfarrer und Dichter Handrij Zejler, 1843 Mitbegründer und
					Vorstandsmitglied des Missionsvereins im Hoyerswerdaer Gebiet und 1844 Prediger
					auf dem ersten Missionsfest in <placeName key="ed_wkb_qb3_vhb"
						>Hoyerswerda</placeName>, gründete 1844 die Zeitschrift „Misionske Powěsće“
					(Missionsnachrichten, 1844–1849, Berliner Mission). Ihr folgten die weiteren
					obersorbischen Zeitschriften „Zernička“ (Morgenstern, 1849–1852, mit
					Missionsanteil), „Misionski Posoł“ (Missionsbote, 1854–1915, ab 1882 Zeitschrift
					für Äußere und Innere Mission, Wendischer Missionsverein), „Misionski Přećel“
					(Missionsfreund, 1890–1892, Berliner Mission), „Nowy Misionski Posoł“ (Neuer
					Missionsbote, 1916–1937, Zeitschrift für Äußere und Innere Mission, Wendischer
					Missionsverein) und die niedersorbische Zeitschrift „Misionske Powěsći“
					(Missionsnachrichten, 1870–1872, <placeName key="ed_q3s_3h3_vhb"
						>Leipziger</placeName> Mission); → <rs type="term" key="Zeitschrift"
						ref="http://d-nb.info/gnd/4067488-5">Zeitschriften</rs>. Darüber hinaus
					gaben die Missionsgesellschaften verschiedene Schriften und Traktate in
					niedersorbischer und obersorbischer Sprache heraus, auch Reihen wie die
					„Niederwendischen Missionsschriften“ (um 1900, Berliner Mission). </p>
				<p>
					<graphic
						url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2019/11/SKL-Mission_01.jpg"
					/>Obersorbische Missions-Zeitschrift, 1861; Repro: Sorbische Zentralbibliothek
					am Sorbischen Institut</p>
				<p>Seit den 1840er Jahren fanden alljährlich viel besuchte sorbische bzw. deutsch-sorbische
					Missionsfeste reihum in den Kirchgemeinden der Oberlausitz (in der preußischen
					Oberlausitz erstmals 1844 in Hoyerswerda, in der sächsischen Oberlausitz
					erstmals 1848 in <placeName key="ed_xtq_ggh_vhb">Baruth</placeName>) und der
					Niederlausitz statt, organisiert von den jeweiligen regionalen Missionsvereinen.
					Mit Themen der Mission befassten sich auch die 1849 von Laien in der Oberlausitz
					gegründeten Wendischen evangelisch-lutherischen Vereine in <placeName
						key="ed_jb3_3t3_vhb">Rachlau</placeName>, <placeName key="ed_cdl_hy3_vhb"
						>Siebitz</placeName>, <placeName key="ed_tln_gt3_vhb">Purschwitz</placeName>
					und <placeName key="ed_ig2_cp3_vhb">Neschwitz</placeName> (→ <rs type="term"
						key="Buchgemeinschaften" ref="-">Buchgemeinschaften</rs>). 1853 gründeten
					sorbische Geistliche in der sächsischen Oberlausitz den Wendischen
					Missionsverein, der als Zweigverein des Hauptvereins für Äußere Mission in
					Sachsen bis in die 1930er Jahre wirkte. Der Missionsgedanke erhielt einen so
					hohen Stellenwert, dass unter den Sorben der Begriff „swjate misionstwo“
					(heilige Mission) gebräuchlich wurde. Es entstand eine große Anzahl von
					sorbischen Missionschorälen (angeblich über 200). Für die Mission wurde in
					sorbischen Gemeinden über Jahrzehnte ausdauernd und reichlich gespendet. Mancher
					Nachlass begüterter Sorben kam der Mission zugute. Ein „Misionski kašćik“
					(Missionskästchen, d. h. Opferstock für die Mission) gab es in fast jeder
					Kirche. Vielerorts fanden regelmäßig Missionsstunden statt. Zahlreiche Sorben
					aus beiden Lausitzen absolvierten Missionsseminare der verschiedenen deutschen
					Missionsgesellschaften und wirkten als Missionare in Übersee, u. a. in Indien
					die Brüder Bjedrich und <persName key="ed_bx3_ppz_whb">Hendrich Batš</persName>
					aus <placeName key="ed_uzl_gbj_vhb">Straupitz</placeName> und <persName
						key="ed_mwl_rpz_whb">Juro Polenc</persName> aus <placeName
						key="ed_nbh_gy3_vhb">Sergen</placeName> (Gossner Mission), in Südafrika
					Petrik aus Burg (Spreewald) (Berliner Mission) und in China <persName
						key="ed_dlz_ypz_whb">Hana Wakwicowa</persName> aus <placeName
						key="ed_jb3_3t3_vhb">Rachlau</placeName>.</p>
				<p>Als letzte traditionell in der Heidenmission wirkende evangelische Sorbin gilt <persName key="ed_en2_bqz_whb">Frida Wjelic</persName> aus <placeName key="ed_w5w_jg3_vhb">Kubschütz</placeName>, die 1928–1949 in China tätig war
					(Marburger Mission). Im 20. Jh. wirkten Sorben vereinzelt auch im
					missionarischen Dienst evangelischer Freikirchen in Deutschland und weiteren
					europäischen Ländern, so <persName key="ed_nbv_q1y_vhb">Gottlob Kowal</persName>
					aus <placeName key="ed_uvp_q13_vhb">Halbendorf</placeName> bei <placeName key="ed_z33_4w3_vhb">Schleife</placeName> und <persName key="ed_vkb_kqz_whb">Jurij Lorenc</persName> aus Bautzen (beide evangelisch-freikirchliche
					Brüdergemeinde).</p>
				<p>
					<graphic url="http://www.sorabicon.de/wp-content/uploads/2019/11/SKL-Mission_02.jpg"/>Opferkasten in der Kirche zu Kleinbautzen; Fotografin: Hana
					Schön, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut</p>
				<p>Zusätzlich zur Äußeren Mission fand in der zweiten Hälfte des 19. Jh. unter den evangelischen
					Sorben der Gedanke der Inneren Mission Verbreitung. Ziel war, im eigenen Land
					mit modernen Mitteln (Vereinsgründungen, Medienarbeit, Sozialarbeit) christliche
					Werte zu vermitteln und so der zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft
					entgegenzuwirken. Dieser Impuls trug zur Entwicklung eines vielfältigen
					religiösen Schrifttums in niedersorbischer und obersorbischer Sprache bei.
					Bereits 1854 wurden vom Verein für Innere Mission in der preußischen Oberlausitz
					mit Sitz in <placeName key="ed_dnt_dr3_vhb">Niesky</placeName> vier aus dem
					Deutschen übersetzte sorbische Traktate herausgegeben und durch Kolporteure
					verbreitet. Es folgte in der Oberlausitz 1862 die Gründung des Wendischen
					lutherischen Büchervereins, 1888 der erste Versuch der Gründung einer
					obersorbischen Kinderzeitschrift „Njebjeska zahrodka“ (Himmelsgärtlein) und seit
					1891 die Herausgabe der noch heute bestehenden Zeitschrift „Pomhaj Bóh“ (Gott
					hilf). 1867 wurde der <placeName key="ed_a3n_cwh_vhb">Gödaer</placeName> Pfarrer
						<persName key="ed_gc1_tqz_whb">Jaroměr Hendrich Imiš</persName> zum
					Gründungsvater des Oberlausitzer Provinzialvereins der Inneren Mission und des
					Hauptvereins für Innere Mission im Königreich Sachsen, als dessen sorbische
					Abteilung sich 1889 der Wendische Zweigverein für Innere Mission konstituierte.
					Zu den Festen der Äußeren Mission kamen nun jährlich solche der Inneren Mission
					in den sorbischen Kirchgemeinden der Oberlausitz (preußische Oberlausitz
					erstmals 1865 in <placeName key="ed_wsz_pvh_vhb">Gebelzig</placeName>,
					sächsische Oberlausitz erstmals 1867 in <placeName key="ed_xdn_3m3_vhb"
						>Löbau</placeName>) und der Niederlausitz hinzu. Daneben fanden
					Gustav-Adolf-Feste zur Unterstützung evangelischer Gemeinden in der Diaspora
					statt, in der sächsischen Oberlausitz nach Gründung des Wendischen Bibelvereins
					1899 auch Bibelfeste (erstmals 1900 in Bautzen). Als Werk der Inneren Mission
					wurde die Gründung des Vereins zur Unterstützung studierender Wenden 1880
					verstanden, der v. a. den nötigen Nachwuchs an sorbischen Geistlichen und
					Lehrern sichern sollte. In der Niederlausitz entsprach die 1880 gegründete <rs
						type="term" key="Maćica Serbska/Maśica Serbska" ref="-">Maśica Serbska</rs>
					(→ Maćica Serbska) mit der Herausgabe eines breiten Spektrums religiösen
					Schrifttums dem Anliegen der Inneren Mission, ebenso wie die religiösen
					Zeitschriften „Pobožne głosy z bratšojskeje gmejny“ (Fromme Stimmen aus der
					Brüdergemeine, 1865/66), „Wosadnik“ (Gemeindeblatt, 1904/05, 1905, 1906–1913)
					und „Gwězda“ (Stern, 1914). Für das Jahr 1879 erschien in <placeName
						key="ed_oyh_pkh_vhb">Cottbus</placeName> der erste niedersorbische
					Buchkalender „Gotthold. Evangelisch-lutherischer Volks-Kalender mit wendischem
					Text“ (→ <rs type="term" key="Kalender" ref="-">Kalender</rs>). Die 1884–1902
					gefeierten niedersorbischen Gottesdienste in Berlin fanden mit Unterstützung, z.
					T. auch in den Räumlichkeiten der Berliner Stadtmission statt und wurden zuletzt
					vom niedersorbischen Stadtmissionar <persName key="ed_fcw_1rz_whb">Mjertyn
						Mešcan</persName> gehalten. Sorbische Mädchen widmeten sich beruflich der
					Inneren Mission und wirkten nach der Ausbildung als Diakonissen bzw.
					Gemeindeschwestern in diakonischen Einrichtungen oder Kirchgemeinden.</p>
				<p>Parallel zu den Missionsgesellschaften auf evangelischer Seite entstanden im 19. Jh.
					zahlreiche Missionsorden der katholischen Kirche, in denen vereinzelt auch
					sorbische Ordensschwestern und -brüder wirkten, so in Algerien <persName
						key="ed_lmr_crz_whb">Jakub Bryl</persName> aus <placeName
						key="ed_q4j_4yh_vhb">Grubschütz</placeName> (Societas Jesu) und in Neuguinea
						<persName key="ed_bmx_2rz_whb">Jakub Wróbl</persName> aus <placeName
						key="ed_dqg_tt3_vhb">Radibor</placeName> (Herz-Jesu-Mission). Inspiriert von
					der Gründung des Wendischen lutherischen Büchervereins 1862, entstand noch im
					selben Jahr auf katholischer Seite der St. Cyrill-Methodius-Verein, der seit
					1863 die bis heute bestehende Zeitschrift „Katolski Posoł“ (Katholischer Bote)
					und religiöse Literatur für die katholischen Sorben herausgibt. </p>
				<p>Lit.: H. Immisch: Die Innere Mission unter den Wenden, Bautzen 1881; O. Wićaz:
					Serbja jako misionarojo Bratrowskeje jednoty, Serbske Nowiny 81 (16.6.1922) 136;
					M. Völkel: Serbske nowiny a časopisy w zašłosći a w přitomnosći, Budyšin 1984;
					S. Musiat: Sorbische/ Wendische Vereine 1716–1937, Bautzen 2001; M. Völkel:
					Serbscy posoljo misionstwa, Pomhaj Bóh (2004) 1; J. Malink: Jaroměr Hendrich
					Imiš a nutřkowne misionstwo, in: Pomhaj Bóh (2005) 2.</p>
			</div>
		</body>
	</text>
</TEI>
