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			<titleStmt>
				<title>Rundfunk</title>
				<title xml:lang="deu">Rundfunk</title>
				<title xml:lang="hsb">Rozhłós</title>
				<title xml:lang="dsb">Rozgłos</title>
				<title xml:lang="eng">Broadcasting</title>
				<author>
					<persName key="ed_obf_hbp_2mb">Richter, Helmut</persName>
				</author>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<authority>Serbski institut, Budyšin</authority>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>Sorbisches Kulturlexikon / hrsg. von Franz Schön und Dietrich Scholze unter Mitarb. von Susanne Hose; Maria Mirtschin und Anja Pohontsch. - Bautzen: Domowina-Verlag, 2014. - 579 s.: il.</bibl>
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		<profileDesc>
			<abstract xml:lang="deu">
				<p>Massenmedium für Tonprogramme; Hörfunk. Seit 1945 werden in Sorbisch regelmäßig
					Rundfunksendungen ausgestrahlt, heute vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in
					Obersorbisch und vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) in Niedersorbisch.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="hsb">
				<p>Masowy medij za zwukowe programy; rozhłós. Wot 1945 wusyłaja so w serbskej rěči
					prawidłownje programy, dźensa wot Srjedźoněmskeho rozhłosa (MDR) w
					hornjoserbšćinje a wot Rozhłosa Berlin-Braniborska (RBB) w delnjoserbšćinje.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="dsb">
				<p>Masowy medium za zukowe programy; rozgłos. Wót 1945 wusćełaju se pšawidłownje
					radijowe wusćełanja w serbskej rěcy, źinsa w RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) w
					dolnoserbšćinje a w MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) w górnoserbšćinje.</p>
			</abstract>
			<abstract xml:lang="eng">
				<p>Mass medium for sound programs; radio. Since 1945, radio programmes have been
					broadcast regularly in Sorbian, today by the Central German Broadcasting
					(Mitteldeutschen Rundfunk, MDR) in Upper Sorbian, and the Berlin-Brandenburg
					Broadcasting (Rundfunk Berlin-Brandenburg, RBB) in Lower Sorbian language.</p>
			</abstract>
			<textClass>
				<keywords>
					<term key="Medien">Medien</term>
					<term key="Hörfunk">Hörfunk</term>
					<term key="Hörfunkprogramm">Hörfunkprogramm</term>
					<term key="Rundfunksendung">Rundfunksendung</term>
					<term key="Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB">Rundfunk Berlin-Brandenburg
						RBB</term>
					<term key="Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)">Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)</term>
					<term key="Nachrichtensendung">Nachrichtensendung</term>
					<term key="Bautzen">Bautzen</term>
					<term key="Cottbus">Cottbus</term>
					<term key="Musik">Musik</term>
					<term key="Niedersorbisch">Niedersorbisch</term>
					<term key="Obersorbisch">Obersorbisch</term>
				</keywords>
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				<p>Massenmedium für Tonprogramme; Hörfunk. Seit 1945 werden in Sorbisch regelmäßig
					Rundfunksendungen ausgestrahlt, heute vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in <rs
						type="term" key="Obersorbisch">Obersorbisch</rs> und vom Rundfunk
					Berlin-Brandenburg (RBB) in <rs type="term" key="Niedersorbisch"
						>Niedersorbisch</rs>.</p>
				<p>Die erste Radiosendung in <rs type="term" key="Sorbisch">Sorbisch</rs> strahlte am 8.6.1945
					der Tschechoslowakische Rundfunk in <rs type="term" key="Prag">Prag</rs> aus.
					Angeregt vom Sorbischen Nationalrat und personell sowie organisatorisch
					unterstützt von der Gesellschaft der Freunde der Lausitz (→ <rs type="term"
						key="Freundesgesellschaften">Freundesgesellschaften</rs>), wurde bis Februar
					1948 wöchentlich ein 30-minütiges, vorwiegend aus Kommentaren, Lyrik- und
					Prosalesungen sowie aktuellen Informationen bestehendes Programm gestaltet.
					Erster verantwortlicher Redakteur war der aus dem Exil zurückgekehrte, seit den
					1920er Jahren für die Tschechoslowakische Nachrichtenagentur ČTK tätige
					sorbische Journalist <persName key="ed_wk4_w4n_q3b">Jurij Wićaz</persName>.
					Ungeachtet politischer Differenzen mit dem Nationalrat förderte die Führung der
						<rs type="term" key="Domowina">Domowina</rs> die Sendetätigkeit, besonders
					durch Informationen aus der Lausitz. Nach den Februarereignissen 1948 in der ČSR
					wurden die sorbischen Sendungen aus Prag eingestellt. Der Versuch der
					Gesellschaft der Freunde der Lausitz, ab September 1948 ein 15-minütiges
					Programm aus <placeName key="ed_nqd_mh3_vhb">Liberec</placeName> zu senden,
					scheiterte.</p>
				<p>Nach Erlass des Gesetzes zur Wahrung der Rechte der sorbischen Bevölkerung (→ <rs type="term"
						key="Sorbengesetze">Sorbengesetze</rs>) bemühte sich die Domowina-Führung um
					regelmäßigen sorbischen Rundfunk in Sachsen. Eine erste 15-minütige Sendung
					wurde am 14.12.1948 vom Landessender Dresden des Mitteldeutschen Rundfunks
					ausgestrahlt. Inhaltlich verantwortet und gestaltet von Mitarbeitern des <rs
						type="term" key="Sorbisches Kultur- und Volksbildungsamt">Sorbischen Kultur-
						und Volksbildungsamts</rs>, war dies der Beginn 14-täglicher, 15- bzw.
					20-minütiger Sendungen in obersorbischer Sprache (bis September 1952).
					Unabhängig davon wurden ab 1.7.1950 aus dem Studio <rs type="term" key="Cottbus"
						>Cottbus</rs> des Landessenders Potsdam mehr oder weniger regelmäßig
					niedersorbische Sendungen realisiert – anfangs Übersetzungen deutscher Texte,
					später auch von <rs type="term" key="Sorben">Sorben</rs> selbst aufgezeichnete
					Reportagen. Mit der Zentralisierung des DDR-Rundfunks als Folge der
					Verwaltungsreform von 1952 wurden diese sorbischen Radiosendungen beendet. In
						<placeName key="ed_cc4_1hh_vhb">Berlin</placeName> wurde eine sorbische
					Redaktion mit einem Redakteur eingerichtet, der mithilfe in der Lausitz
					aufgenommener und in <placeName key="ed_v45_yth_vhb">Dresden</placeName>
					technisch vorbereiteter Wortbänder wöchentlich eine 20-minütige obersorbische
					Sendung zusammenstellte. Als Reaktion auf diesen unbefriedigenden, teilweise von
					technischen Problemen begleiteten Zustand wurde – nach erneuten intensiven
					Bemühungen der Domowina – am 22.3.1953 das Sorbische Studio beim Staatlichen
					Rundfunkkomitee der DDR gebildet. Sein Sitz war <placeName key="ed_lhp_gwh_vhb"
						>Görlitz</placeName>, erster Studioleiter der zuvor beim Deutschlandsender
					tätige einzige sorbische Rundfunkjournalist <persName key="ed_wgc_tvw_cmb">Klaus
						Hemmo</persName>. Die anfängliche wöchentliche Sendezeit betrug 70 Minuten,
					verteilt auf drei Wochentage und den Sonntag. Zusätzlich zu den Sendungen in
					Obersorbisch wurde vom Sorbischen Studio ab dem 1.4.1956 auch in Niedersorbisch
					gesendet (jeweils sonntags 20 Minuten). Zum 1.1.1957 wurde das bis dahin
					organisatorisch weitgehend eigenständige sorbische Rundfunkstudio aufgelöst und
					nach Cottbus umgesiedelt (Radio DDR, Sender Cottbus, Sorbische Redaktion).
					Sendezeiten und Frequenzen wurden in den Folgejahren, abhängig von den
					Rundfunkstrukturen der DDR und den jeweiligen technischen Voraussetzungen,
					mehrfach modifiziert. Der Rundfunk erwarb sich beträchtliche Verdienste um die
					Festigung des nationalen Bewusstseins bei den Sorben. Es wurden über 100
					Hörspiele und Dokumentationen v. a. zu historischen Themen produziert, etwa 20
					Rundfunkkonzerte mit sorbischer <rs type="term" key="Musik">Musik</rs>
					veranstaltet und ca. 4 000 Musikwerke – meist Neukompositionen – eingespielt und
					archiviert.</p>
				<p>Seit dem 1.10.1989 wird das obersorbische Hörfunkprogramm werktags als Frühprogramm aus dem
					Studio im <rs type="term" key="Haus der Sorben">Haus der Sorben</rs> in <rs
						type="term" key="Bautzen">Bautzen</rs> gesendet, das niedersorbische
					Programm weiterhin mittags aus Cottbus. Mit der nach der Wiedervereinigung
					erfolgten Neuordnung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (1.1.1992)
					haben für das obersorbische Hörfunkprogramm der MDR und für das niedersorbische
					Programm der ORB (seit 2003 als RBB) die Gesamtverantwortung übernommen. In der
					inhaltlichen und redaktionellen Gestaltung sind beide Redaktionen weitgehend
					unabhängig. Der MDR sendet das obersorbische Programm aus dem Regionalstudio
					Bautzen des Landesfunkhauses Sachsen, der RBB das niedersorbische aus dem Studio
					Cottbus. Außer dem Frühprogramm (Montag–Freitag 5.00–8.00 Uhr, Samstag 6.00–9.00
					Uhr) sendet der MDR sonntags ein Mittagsmagazin (11.00–12.30 Uhr) und montags
					ein Jugendprogramm (Radio Satkula, 20.00–22.00 Uhr). Der RBB bietet wochentags
					ein 60-minütiges (Montag–Freitag 12.00–13.00 Uhr) sowie sonntags ein
					90-minütiges (12.30–14.00 Uhr) Mittagsmagazin. Die Jugendsendung BUBAK wird
					jeden ersten und dritten Donnerstag ausgestrahlt (19.00–20.00). Sowohl die MDR-
					als auch die RBB-Sendungen sind zeitgleich im ober- und niedersorbischen <rs
						type="term" key="Siedlungsgebiet">Siedlungsgebiet</rs> auf UKW zu empfangen
					(mit Ausnahme der Wiederholung der niedersorbischen Sendung zwischen 19 und 20
					Uhr, die nur über die Frequenz 93,4 hörbar ist). Eine zunehmend große Rolle für
					die sorbischen Hörfunkprogramme spielen die digitalen Medien; sie sind über die
					Internetseiten des MDR (mdr.de/serbja) bzw. RBB
					(www.rbb-online.de/radio/sorbisches_programm/sorbisches_programm.html) präsent;
					die obersorbischen Sendungen können unmittelbar per Livestream gehört werden.
					Informationen des obersorbischen Rundfunks sind über Facebook und eine App, des
					obersorbischen Jugendprograms über Facebook und Instagram abrufbar. Alle
					niedersorbischen Sendungen stehen sieben Tage nach ihrer Ausstrahlung zum
					Nachhören im Internet zur Verfügung; einzelne Beiträge stehen in der Mediathek
					auch über einen längeren Zeitraum zur Verfügung. Die Kindersendungen können
					darüber hinaus heruntergeladen werden, um ihre Nutzung in Kindergärten, Schulen
					oder im privaten Bereich zu ermöglichen.</p>
				<p>Die Akzeptanz des sorbischen Rundfunks ist in der Öffentlichkeit hoch. So
					erreicht das obersorbische Frühprogramm auf MDR 1 seit den 1990er Jahren
					tägliche Quoten zwischen 65 und 75 % der potenziellen Hörer (Sorben bzw.
					Sorbisch Verstehende). Neben der zunehmenden aktuellen Berichterstattung
					festigen die sorbischen Programme das sorbische kulturelle Selbstverständnis,
					besonders durch Produktion und Distribution von Rock-, Pop- u. a. jugendgemäßer
					Musik, aber auch von klassischer, Kirchen- und Volksmusik. Die Zahl der auf
					zeittypischen Tonträgern archivierten und überwiegend vom Rundfunk produzierten
					Musiktitel beträgt ca. 6 000.</p>
				<p>Lit.: Gerdesowa, Monika: 50 lět Serbski rozhłós - hłosy ze Serbow do Serbow, In: Rozhlad
					(53,2003 3), s.81–82;
					https://www.rbb-online.de/radio/sorbisches_programm/startseite/zur_geschichte_des.htm/pagenumber=0.html/mdr.de/serbja</p>
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